Dienstag, 1. Juni 2010

FLIX im Radio & TV




Tipps für Fans des Comic-Künslers Flix:

Am Mittwoch, 02. Juni wird er auf "DeutschlandRadio" (neuerdings bekannt für Interviews mit Politikern die danach "mit sofortiger Wirkung" zurücktreten) im Interview zu hören sein. Das Ganze geht gegen ca. 9:40h über den Sender.

Am Donnerstag (03. Juni) schließlich müssen Freunde von Flix früh aufstehen, denn er wird Gast sein im "Morgenmagazin" des ZDF (die Sendung läuft von 5:30h bis 9:00h); und lt. Flix' eigener Aussage in seinem Newsletter (und auch auf seiner website) werden wir ihn "unausgeschlafen" erleben - beim zeichnen, im Interview usw.


Das verspricht im Extremfall ähnlich lustig zu werden, wie letztens, als er bei uns im GROBEN UNFUG ein Interview für eine der ARD-Anstalten gab...

(Ab Donnerstag-Abend wird man ihn auf dem Comic-Salon in Erlangen auf diversen Veranstaltungen erleben können; die genauen Termine entnehmt bitte der Website des Künstlers!)

-Obligatorischer Werbe-Hinweis: Natürlich könnt ihr alle lieferbaren Comics & Graphic Novels von Flix in unseren beiden Filialen erwerben!-

OMP mit MAWIL!

Am Donnerstag feiert der Film »Letztes Jahr im Sommer« (2010 / 77 min.) im Berliner Kino Babylon Berlin-Mitte Premiere. Gezeigt werden Aufnahmen der letztjährigen Sommertour des fröhlichen Kollektivs »Orchestre Miniature in the Park«, in dem unter anderem auch Mawil mitspielt.


Zwanzig Menschen mit Kinder-Instrumenten, auf Klassenfahrt durch die Musikgeschichte, und einen Auftrag: Sommer, Sonne & Hits!

OMP ist ein popkulturelles Wimmelbild, ein babylonischer Haufen aus Puppenspielern, Wortspielern, Comic-Zeichnern und versteckten Stars der Berliner Musikszene. Letztes Jahr im Sommer waren sie ein paar Tage im schönen Paris und erlebten die Zeit ihres Lebens. Der Dokumentarfilm »Letztes Jahr im Sommer« von Tom Ehrhardt nimmt nun endlich alle mit die nicht dabei waren.

Im Anschluss an den Film spielen OMP live vor Ort!

Beginn ist pünktlich um 20:15h, damit Mawil noch den Nachtzug zum Comicsalon Erlangen erwischt.

Babylon Berlin-Mitte, Rosa-Luxemburg-Str. 30, D- 10178 Berlin
www.babylonberlin.de

»Orchestre Miniature in the Park« auf myspace.com

Montag, 31. Mai 2010

Joann Sfar - Der kleine Prinz [Carlsen] ... Die melancholische Suche nach dem Sinn im neuen Krakelstrichgewand

Eines der populärsten französischen Büchern und einer der bekannsten (aktuellen) französischen Comic-Koryphäen treffen zusammen - kann hier noch irgendwas daneben gehen? Meiner Meinung nach - ja, sehr wohl, denn der Erwartungsdruck kann zu hoch sein, man kann von Joann Sfars immer schon eigenständigem Strich abgestossen sein oder sich im klassischen Vorbehalt gegenüber Comics verheddern. Aber ansonsten, kann man sagen, hier wurde alles richtig gemacht.

1943 wurde der unbestrittene Kinderbuchklassiker als illustrierte Erzählung erstmalig veröffentlicht. Antoine de Saint-Exupéry selbst gestaltete damals das Buch. Ein Fakt, der die persönliche Tiefe und Note des Buches unterstreicht, bereits hier wurden die inzwischen nahezu ikonografisch gewordenen Figuren skizziert.

Der kleine, traurige Blondschopf, der auf der Suche nach Wahrheit, Substanz, Tiefe und anderen lebensbeglückenden Inhalten ist, tritt auch hier auf. Ebenso der Trinker, welcher durch Sfar auf nur einer Seite mit 6 kleinen Panels erschreckend nüchtern inszeniert wird. Der König ohne Gefolge oder Untertanen, der Eitle ohne Bewunderer, all diese Figuren besitzen einen sehr aktuellen Kern und die Bezüge zu Starkulten und Selbstbespiegelung mit hohem PR-Aufwand sind eigentlich nicht zu übersehen.

Sfar gelingt es die Inhalte des über 60 Jahre alten Klassikers in die Jetztzeit zu übertragen, ohne dabei die Zeitlosigkeit des Originals zu gefährden. Sein bewusst, krakeliger Strich unterstützt die, natürlich nur auf den ersten oberflächigen Blick hin, naiv anmutende Position des Kleinen Prinzen, der nichts weiter als Aufrichtigkeit und Seelentiefe sucht.

Natürlich könnte man jetzt als zynischer Spötter anmerken - Eskapismus! Ja, sicher, aber ein wunderschöner. Was mich an diesem Buch (und dieser Adaption) immer wieder fesselte und überzeugte, war der Mut, den Kindern, die in heutigen Kinderbuchveröffentlichungen scheinbar gerne als etwas minderbegabt oder ahnungslos aufgefasst werden, die Kenntnisse zuzusprechen, die kalte Welt der Erwachsenen sehr wohl zu verstehen, aber ihre Regeln und Beschränkungen bewusst ablehnen.

Und natürlich bietet sich ein in der "Weltflucht" erfahrerener Charakter wie Saint-Exupéry an, eine tiefsinnige Auseinandersetzung über die moralischen Deformationen und Verheerungen der Erwachsenenwelt zu führen. Man darf nicht vergessen, dass dieses heute etwas verniedlichte Buch ein Resultat des Krieges und des Exils war. Ich denke dieses Verlustgefühl ist unübersehbar, wenn man sich auf die fremde, naive Welt des Kleinen Prinzen einlässt.

Sfar gelingt es vorzüglich diese melancholischen Gefühlslagen zu visualisieren, stellenweise sogar nochmals zu potenzieren, ganz ohne dabei in den Kitsch abzudriften. Der Comic bleibt stets leicht und gleichzeitig tiefsinnig und die poetische Bildsprache dieses Ausnahmezeichners gewinnt eine weitere Nuance hinzu. Und möglicherweise gelingt es ihm sogar mit seiner Zeichnug des Fuchses den, ohnehin reichen französischen Fabelkanon um eine neue, wunderschöne Figur zu ergänzen.

110 Seiten voller liebevoller Miniaturen (im Krakelstrich), gerahmt von den slapstickhaften Anfängen der Unterhaltungen der beiden (Pilot & Prinz), welche sich nur um den Elefanten im Bauch der Boa drehen bis hin zum kummervollen, niedergeschlagenen Abschied, bei welchem der Kleine Prinz vor unserer aller Augen zu Tode kommt, kein klassisches Happy End, oder?

Für alle, die sich als Kinder in ihrem erwachsenen Körpern beengt fühlen eine wundervolle Empfehlung, aber auch für alle, die sich gelegentlich mal mit Hingabe dem Eskapismus hingeben können - ein fabelhafter, visuell anspruchsvoller Comic ist es ja ohnehin ... ja Flaneurempfehlung!

Käuflich erwerbbar ist dieses etwas andere "Kinderbuch" in beiden Filialen, Kostenpunkt 14,90 Euro (HC).

Freitag, 28. Mai 2010

SEIT HEUTE VORRÄTIG: Wednesday Comics HC

Wednesday Comics HC
Preis: 44,95 Euro

Andy Diggle & Jock - Losers #1 (Goliath) [Vertigo] ... Die schmutzigeren Geschichten, farbenfroh und blutig.


Vertigo hat sich in den letzten Jahre ja zu einer wahren Trendschmiede entwickelt und vorallem dem aktuellen politischen Comic eine neue Heimat zugewiesen, neben Wood (DMZ) & Vaughan (Ex Machina / Löwen von Bagdad) glänzt dort nun ein neuer Wilder mit seiner gesellschaftskritischen Bilderstürmerei - Andy Diggle.

Diggle, ein britischer Autor mit 2000 AD-Autorenadelung, hat auch schon bei "Hellblazer: Lady Constantine", "Daredevil" und "Thunderbolts" seinen unverkennbar eigenen Radierer geschwungen und nun wirft er einen sehr galligen, knallharten und selten ironischen Brocken von Verschwörungscomic auf den Markt - Losers, ein programmatischer Titel, wie sich noch zeigen wird.

Gemeinsam mit dem, sowohl illustrativ als auch atmosphärisch wirkungsmächtigen Jock (Mark Simpson), der einen weiteren sehr britischen Impuls bei Vertigo einbringt, erzählt Diggle von den schmutzigen Geheimoperationen von inoffiziellen Regierungskräften - ein Spezialkommando ohne diplomatische Rückdeckung für die blutige Drecksarbeit eben.

Was an Losers überzeugt, ist nicht die tausendfach ausgetestete Zugkraft von unentdeckten Verschwörungen und anderem konspirologischem Zierrat, sondern eben die Möglichkeit diesen Comic mindestens zweifach zu lesen.

Natürlich kann dies alles nur ein actionreiches Szenario für Knalls & Bumms sein, bei dem etliche Automobile, Flugzeuge & Werkhallen in Flammen aufgehen - aber gleichzeitig ist die Serie auch verdammt nah dran an der widerlichen Realität aktueller Geheimdienstaktionen, wie die Ankündigung der Ausweitungen der verdeckten Aktionen im sogenannten "Krieg gegen den Terror" eindrücklich beweist.

Es könnte also sein, dass wir einem begnadeten Storyboarder und seinem talentierten Mitzeichner über die Schultern schauen und eine exzellent erfundene Geschichte verfolgen können oder aber die grafische Umsetzung und gallige Kommentierung faktischer Politikstrategien. Egal wie man ihn lesen mag, eins bleibt bestehen - dieser Comic hat Qualität.

Dies hat man auch 2004 erkannt, als er als bester neuer Comic für den Eisneraward nominiert wurde. Inzwischen ist die fünfteilige Serie seit 2006 in den USA abgeschlossen und Panini bringt nun die deutsche Fassung auf den Markt. Die einen, immer am Puls der Zeit klebenden werden jetzt sagen - vintage! - ja, kann man, aber ich sage den anderen, hier kommt einen Serie auf euch zu, die ihr einfach lesen (und lieben - was fast unvermeidlich ist) müsst.

Losers handelt von einer Gruppe von staatlich gedrungenen Söldnern, natürlich ganz ohne aktuelle Kenntnisnahme durch eben diesen Staat, die im Auftrag von Ehre, Freiheit, Ruhm und Zaster die richtig schmutzigen Jobs erledigen. Unliebsame Personen in Flugzeuge verladen (und auch herauswerfen), in Ungnade gefallene Hurensöhne liquidieren, Dope schmuggeln - solche Dinge eben. Nun hat der Staat, der diese grenzwertigen militärischen Dienstleistungen in Anspruch nahm genug von seiner Gruppe fürs Grobe und kündigt deren Schutz auf.

Resultat: Die Söldner sind plötzlich die Verlierer - Losers eben und müssen sich ihrer Haut erwehren. Und nun kommt der Kniff & der spannende Drift an der Story, statt sich in klandestinen Verstecken zu verbuddeln und das Ende der Hetzjagd abzuwarten, drehen sie eben den Spiess um und attackieren den Staat auf seinem eigenen Territorium.

In Kombination mit der hochwertigen militärischen Ausbildung, dem Wissen um die neuralgischen Punkte der Landesverteidigung und die dunklen Kanäle der Schattenpolitik machen diese Attacken sie natürlich hochgefährlich.

Und so zerbomben sie hier und da ein paar Hangars, stehlen Hunderttausende von Dollars, die durch Drogengeschäfte (mit staatlicher Duldung) erwirtschaftet wurden und decken die ein oder andere großzügige Finanzhilfe für afrikanische Despoten auf ... alles nur um eine gleichberechtigte Verhandlungsposition mit dem Koordinator ihrer Jagd aufzubauen.

Losers lebt von seiner kompromisslosen, harten zynischen Note, nichts ist unmöglich in der Politik, solange es geheim bleibt. Es bleibt dem Leser überlassen seine Schlüsse zu ziehen, phantasievolle Actionbespassung oder scharfzüngige Militärkritik im Gewand eines Unterhaltungsmediums - egal wie ihr euch entscheidet, lieben werdet ihr Losers sowieso - Tip & Flaneurempfehlung!

Die abgeschlossene Reihe (Teil 1-5) findet ihr in unserer internationalen Abteilung in Mitte, den deutschen Erstling findet ihr in beiden Filialen für 16,95 Euro.

Mittwoch, 26. Mai 2010

Diese Woche: ein IVAN BRUNETTI-Cover des New Yorker


The New Yorker has totally been on a cartoonist cover tear lately, with Joost Swarte, Daniel Clowes and now Ivan Brunetti. Who’s next???

gefunden bei: fantagraphics.com | comicsbeat.com

David Sandlin - »Sleep O'History« in Berlin


Vernissage: Freitag 28. Mai, 19 Uhr
Details: bongout.org | davidsandlin.com