Die Drucker-Schnittstelle war der Meilenstein meines Erwachsenwerdens. Mein Vater [seines Zeichens Lehrer] musste etwas ganz, ganz dringend ausdrucken, sonst würde die Schulkasse am nächsten Tag den geplanten Test nicht schreiben können, Drama! Und ich (damals 6 Jahre) konnte helfen! Konnte drucken! Hatte den Tag gerettet! Dieses Gefühl hatte ich danach nie wieder vergessen und - Überraschung! – viele, viele meiner Altersgenossen hatten sehr ähnliche Jugenderinnerungen.
Es gab so eine Zeit, in der die Jugend einen ganz massiven Wissensvorsprung (Technik) gegenüber ihren Eltern hatte. Und während wir uns noch in unserer Überlegenheit sonnten, wurde uns schon kommendes Unheil prophezeit! Wartet, wartet nur ein Weilchen! Dann würden uns UNSERE Kinder auch rechts überholen! So schnell könnten wir gar nicht gucken. Und dann würden wir wissen, wie es sich als Erwachsener anfühlt, wenn einem halbe Kinder überlegen sind!
Echt? Darauf warte ich ja heute noch.
Also nicht darauf, dass mir meine kleine Tochter IPv6 erklärt [das würde ich ihr ja gern erklären – aber dann rennt sie eilig weg] sondern, dass irgendwann der traditionelle Bruch stattfindet, ab dem man zum alten Eisen gehört. Keine Ahnung mehr hat, was gerade angesagt ist.
Hat aber bislang noch nicht stattgefunden. Vor allem nicht auf den Gebieten auf denen ich meine Eltern damals überflügelte: Technik & Comics! Irgendwie scheint der Vorsprung da nicht zu schrumpfen. Was ja ok ist. Unerwartet. Aber ok. Wahrscheinlich kommen meine Kinder irgendwann mit Bungee-Jumping russian style um die Ecke (ähm Hochhaus) und dann werde ich wirklich abgehängt sein…
Um zum Punkt zu kommen:
Wir hatten letztens zwei auf den ersten Blick sehr ähnliche Bücher im Haus. "Superman Family Adventures" von Art Baltazar und Franco. Meine Kinder sprangen sofort drauf an und meine Tochter liebte es sofort!
Das zweite Buch war "Tiny Titans - Welcome to the Treehouse" auch von Art Baltazar und Franco. Meine Kinder sprangen sofort darauf an und - das war's. Kein weiteres Interesse. Warum?
Tja. Naja. Wie soll ich sagen. Meine Tochter KENNT Superman. Und auch wenn ihr Englisch nicht wirklich gut ist, so kann sie sich dennoch genug zusammenpuzzeln um aus den sehr ansprechenden Bildern eine prima Geschichte zu basteln. Ihre Freunde kennen Superman auch! Also kann man DIESES Buch prima in die Schule mitnehmen zum Angeben und zum gemeinsamen Nachspielen … ein voller Erfolg!
Das ANDERE Buch dagegen… da kannte sie nur sehr wenige der Figuren. Oder deren Beziehungen zueinander. Hintergründe. Vorgeschichten. Da muss man aber ein bisschen Wissen mitbringen um die Anspielungen zu verstehen! Oder auch nur um die Geschichten zu kapieren. Oder zumindest Englisch können. Kann meine Tochter aber (noch) nicht. Genausowenig wie ihre Kumpels (w wie m) aus der Schule. Und die meisten hatten noch nie was gehört von:
1. Robin 2. Kid Flash 3. Beast Boy 4. Wildebeest 5. Aqualad 6. Fluffy 7. Beppo 8. Wonder Girl 9. Barbara 10. Streaky
11. Supergirl 12. Mammoth 13. Cassie 14. Psimon 15. Raven 16. Power Boy 17. Zatara 18. Shimmer 19. Starfire 20. Kid Crusader
21. Hawk 22. Dove 23. Inertia 24. Blue Beetle 25. Enigma 26. Gizmo 27. Sungirl 28. Duela 29. Lagoon Boy 30. Cyborg
31. Kid Devil 32. Jericho 33. Miss Martian 34. Speedy 35. Penguin 36. Bumblebee 37. Terra 38. Rose 39. Plasmus 40. Li'l Barda 41. Vulcan Jr. 42. Risk
???????
Da wäre die beste & ehrlichste Antwort:
"Schau Kind, wir haben ein laaanges Wochenende - hier ist ein großer Stapel Comics - hier sind Kekse & Limo - hier ist dein Zimmer. Wenn du den Stapel Comics durch hast, unterhalten wir uns nochmal."
Man könnte dem Kind natürlich auch die Geschichten nacherzählen … aber das kann sehr, sehr schiefgehen. Ich musste einmal auf einem Spielplatz mit anhören wie ein Vater einem Besuchskind Star Wars nacherzählte … ohne Bilder, ohne Filmmusik ohne wirkliches Erzähltalent. Das war nicht schön. Für alle Beteiligten nicht.
Also um wirklich zum Punkt zu kommen:
Dicke Empfehlung für "Superman Family Adventures" an Kinder bis 13 Jahre! Sie lieben es!
UND
Dicke Empfehlung für Tiny Titans an Kinder ab 30 Jahre! Sie lieben es erst recht! Sie kennen all die Figuren, all die Geschichten und amüsieren sich köstlich! Yay!
JULES (Mochte übrigens beide Bücher sehr gerne!)
Montag, 30. September 2013
Freitag, 27. September 2013
am Samstag lieber ohne Auto kommen :-)
ab 14.30 Uhr (oder schon etwas früher) ist kein Durchkommen mehr - benutzt bitte den ÖPNV:
![]() |
| © Tagesspiegel |
Kisten voller Studio Ghibli-Kalender aus Japan sind da
| am Montag bei unserem Lieferanten in Japan… |
![]() |
| …heute Mittag bei uns im Laden… |
| …und kurz darauf schon ausgepackt. |
![]() |
| Detaillierte Ansichten der Studio Ghibli 3D-Kalender folgen in ein paar Tagen! Alle anderen Kalender aus Japan, die bis zum Ende des Jahres erscheinen, findet ihr HIER |
Dienstag, 24. September 2013
eben (verspätet) zu 100% eingetroffen
Was wir tun, wenn es an der Haustür klingelt: Die Welt in überwiegend lustigen Grafiken - Neues von graphitti-blog.de
Preis 9,99 Euro
Wir kennen ja alle die aufregende und schillernde Welt der Statistiken und Diagramme, aber kennen wir sie wirklich? Katja Dittrich, im sogenannten Internet auch bekannt als Katja Berlin, beleuchtet für uns (Menschen und so) auf 208 Seiten, welche Macht im Universum die größte ist, nämlich die Macht der Diagramme und Auswertungen. Falls ihr dachtet, Liebe sei die größte Macht, so muss ich euch leider enttäuschen! Liebe liegt gerade einmal bei 12,7%. Im Vorjahr lag Liebe noch bei 17,8%, bis 2011 waren es 19,1%, dicht gefolgt von Facebook, Peter Kraus und Leuten, die meine Texte nicht verstehen, aber das nur am Rande.
Wer Liebe mal wieder auf einem der Champions League-Plätze sehen will, sollte vorbeikommen und ein Exemplar kaufen, jedes verkaufte Exemplar fließt in meine Quitzi-Fünfjahreswertung ein.
P.S. Hallo Auslieferung von Heyne! Bücher zum Erstverkaufstag im Laden zu haben ist eh total überbewertet.
Eingestellt von
quitzi
Labels:
düpuar düpuar düpuar,
Erinnert mich bitte dran keine neuen Hashtags einzuführen,
OK machen wir,
Sachbuch/Sekundärliteratur,
Vampire-Benutzen-Keine-Labels
Montag, 23. September 2013
"South Africa Revisited" - Eine Ausstellungsreihe mit südafrikanischen (Underground-) Comic-KünstlerInnen in Berlin
In einer dreiteiligen Ausstellungsreihe unter dem Titel “South Africa Revisited” zeigt die Berliner Galerie Zwitschermaschine Arbeiten einer Reihe südafrikanischer Comic-Künstlerinnen und -Künstler.

Noch bis zum 29. September sind in der ersten (von drei) Ausstellungen "South Africa Revisited I" Arbeiten von Karlien de Villiers, Thembinskosi Kohli und Sebastian Borckenhagen zu sehen.
Weiter geht's dann im Oktober und November mit Teil 2 und 3:
5.-13. Oktober 2013
Anton und Mark Kannemeyer, Danie Mairas, Diek Grobler
Vernissage 4. Oktober 19 Uhr
in Anwesenheit von Anton und Mark Kannemeyer
2.-10. November 2013:
Nathan und Andre Trantraal, Ronelda Kamfer, Joe Daly
Vernissage 1. November 19 Uhr
Galerie Zwitschermaschine
Potsdamer Strasse 161, 10783 Berlin
Öffnungszeiten: Do–So 15-19 Uhr
Hier noch ein interessantes Fernsehinterview* mit Comicautor Danie Marais zur Ausstellung - und wie ein Berlin-Aufenthalt die südafrikanische Comic-Szene mitinitiierte...
*entstanden zur Eröffnung dieser Wanderausstellung in Bremen 2011
Und hier eine Reportage von ARTE Metropolis über die südafrikanische Comicszene anlässlich des Festivals in Angoulême von Januar 2009:

![]() |
| Flyer zur Ausstellung von Sebastian Borckenhagen |
Über die südafrikanische Comic-Szene ist hierzulande auch fast 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid so gut wie nichts bekannt. Mit Karin de Villiers "Meine Mutter war eine schöne Frau" aus dem Jahr 2005 und Joe Dalys "Doppeltes Glück mit dem roten Affen" sind bisher lediglich zwei südafrikanische Comics auf Deutsch erschienen.
Die Ausstellung "South Africa Revisited" präsentierte einige der Protagonisten der südafrikanische Comicszene und verwandter Randbereiche und erlaubt einen Blick in die komplexen gesellschaftlichen Verhältnisse des heutigen Südafrikas. Gerade in der sich im Umbruch befindlichen Gesellschaft mit ihrer jüngeren Historie der Apartheit und deren bis heute prägenden Folgen, gibt es viele Tabus, die auch mit Hilfe des hybriden Mediums Comic zunehmend aufgebrochen werden.
Sexismus, Rassismus, Korruption und die anhaltende Ungleichheit, aber auch ganz persönliche Alltagsgeschichten sind die zentralen Themen der ausstellenden Künstler. Ästhetisch wird in der Ausstellungsreihe eine Vielfalt an Positionen und Vorstellungen präsentiert. Die Verweise und Bezüge reichen von Herge über US-amerikanischen Underground der 60er Jahre bis zu französischen und US-amerikanischen Independent Comics der 90er Jahre, die vor dem spezifisch südafrikanischen Hintergrund eine Eigenleben entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten liegt auf der Schnittstelle von Sprache und Poesie mit grafischen und visuellen Künsten.
![]() |
| Der Ausstellungskatalog ist auch bei uns erhältlich: We Are Not Armed: Südafrika jenseits der Apartheid ISBN 9783935146555 36 Seiten | Heft | 17 x 24 cm 4,80 Euro |
Noch bis zum 29. September sind in der ersten (von drei) Ausstellungen "South Africa Revisited I" Arbeiten von Karlien de Villiers, Thembinskosi Kohli und Sebastian Borckenhagen zu sehen.
Weiter geht's dann im Oktober und November mit Teil 2 und 3:
5.-13. Oktober 2013
Anton und Mark Kannemeyer, Danie Mairas, Diek Grobler
Vernissage 4. Oktober 19 Uhr
in Anwesenheit von Anton und Mark Kannemeyer
2.-10. November 2013:
Nathan und Andre Trantraal, Ronelda Kamfer, Joe Daly
Vernissage 1. November 19 Uhr
Galerie Zwitschermaschine
Potsdamer Strasse 161, 10783 Berlin
Öffnungszeiten: Do–So 15-19 Uhr
Hier noch ein interessantes Fernsehinterview* mit Comicautor Danie Marais zur Ausstellung - und wie ein Berlin-Aufenthalt die südafrikanische Comic-Szene mitinitiierte...
Und hier eine Reportage von ARTE Metropolis über die südafrikanische Comicszene anlässlich des Festivals in Angoulême von Januar 2009:
emails von JULES… heute:" U-Comix"
Es ist diese Erinnerung an den "Local Hero" meiner Kindertage, die für mich sehr eng mit der Erinnerung an U-Comix verbunden ist. So jemanden gab es anscheinenden in jeder größeren Gruppe von Heranwachsenden. Jemanden, der ein klein wenig älter, ein klein wenig schlauer, ein klein wenig kräftiger ist - und vor allen anderen an den coolen Stoff kam. Den Kram, den die Erwachsenen iggi-bäh fanden und den wir uns selbst nicht kaufen konnten. (Kaufen? Das war damals ein anderes Problem, verschwunden im Nebel der sentimentalen Erinnerungen und tut hier nichts zur Sache.)
Jedenfalls war dieser Jemand auch der erste, der rauchte, der demonstrativ schwarz trug & schwarz fuhr. Er war ein Vorbild für uns, das wir uns selbst ausgesucht hatten und wir lauschten seinen Witzen, Geschichten und Statements von fundamentaler Größe! Diese Zeit prägte uns alle als (zugegebenermassen nicht-rauchende, anti-alkoholische) Nerds, was ja nicht das schlechteste ist. Die Zeit verging, wir alle wurden älter - auch dieser Jemand - und nun ja…
Einige Leute ändern sich nicht wirklich. Aber die Zuhörer ändern sich. Und die alten Geschichten … sind nicht mehr so witzig, wie sie damals waren. Oder uns zumindest erschienen waren. Soll das heissen, der "Local Hero" meiner Kindertage ist ein peinliches "BMO" [Black Moving Object] geworden? Natürlich nicht! Zwar trägt der immer noch ausschließlich schwarz, aber ich freu mich immer noch wenn ich ihn sehe! Was nicht soo oft vorkommt, andere Stadt, die Kinder, der Job, Streß in jeder Hinsicht. Naja. Isso.
Als ich ihn letztens mal wieder traf sprachen wir auch darüber [Älterwerden & Geschmacksverschiebung] und er deklarierte es direkt im besten alter-Prediger-vom-Berg-Ton als "BBS" [BuffaloBillSyndrom]! Huh?
Nun, anscheinend war Buffalo Bill ursprünglich wirklich ein Cowboy/Goldgräber/Pony-Express-Held gewesen, wurde dann leider zu alt für den Sh*t und etablierte als Erster große Wild-West-Zirkus-Shows! Für Europa! Damit die doofen Europäer mal sehen konnten was echte Cowboys und original Indianer sind! Original Indianer? Klar - "Sitting Bull" kam auch mit. [Einschub: Heute kann ich ja über Wikipedia kurz nachsehn' ob das stimmt. Aber die Geschichten erscheinen immer noch etwas "überdimensioniert".]
Wir kamen dann auch zu der Frage, ob es nicht doof ist, wenn die Leute immer nur den gleichen, alten Scheiß hören wollen, ob man sich nicht irgendwann weiterentwickeln sollte [aber wohin könnte sich Buffalo Bill denn entwickeln? Buffalo Chelsea?] und was passiert wenn die Dinge für die man früher gelobt wurde irgendwann gesellschaftlich aber sowas von nicht mehr pc sind … Indianer töten, Büffel ausrotten und so. Uncool. Hätte man vielleicht auch Lone Ranger Johnny Depp sagen sollen. Andere Geschichte & nächstes Bier.
U-Comix ist zurück! YES! Sehr gute Nachricht! Hatte ich seit meiner Kindheit (s.o.) nicht mehr gesehen! Meine Erinnerungen waren zwar etwas verschwommen, aber durchaus positiv!
Natürlich läuft man bei so einem Klassiker auch Gefahr in die "Buffalo Bill"-Falle zu tappen: Den alten Kram immer wieder zu erzählen, was ja irgendwann nur noch alte Kamellen sind, die niemanden mehr vom Hocker reissen. Und jaaaa gut. Die ersten Hefte sehen ja schon sehr vom Geist der Siebziger/Achtziger Jahre durchdrungen aus.
Aber - weit gefehlt! Was zuschnappte war die andere "Buffalo Bill"-Falle, (Version 2.0). Nicht alles, was damals ok war (Büffel abknallen, Indianer skalpieren [Yellow Hand], im Bürgerkrieg auf der falschen Seite kämpfen) ist da ein paar Jahre später immer noch ok! Einiges geht so gar nicht mehr! So wirklich nicht! Nachhaltig demonstriert bei der dritten Folge der neuen U-Comix (No. 184).
[An dieser Stelle kam der Wunsch auf, ich solle dochmal an so zwei bis drei Beispielen erläutern, was und warum denn so schlimm wär. Ähhhhhm. Nein. Es ist streckenweise gequirlte Hundekacke. Bitte nehmt mein Wort dafür. Ich lebe in Berlin und ein Blick auf Berliner Strassen gibt euch sofort eine hinreichende Information dazu, was Hundekacke ist. Eklig. Spricht das gegen Berlin? Natürlich nicht. Die Stadt besteht ja auch mehr als nur aus Hundekacke auf den Strassen. Berlin ist teilweise toll und U-Comix ist es auch und beide haben genauso ihre besch** Seite.]
Also, damit ihr mich nicht missversteht: U-Comix war auch damals schon eine wilde Mischung von mies, geil, toll, geschmacklos und hast-du-nicht-gesehn … In einer der neuen Folgen haben sie arg ins Klo gegriffen. Kann passieren.
Aber ich habe bei dem fraglichen-berüchtigen Heft an zumindest zwei Geschichten (Donald-Parodie und Goldlocks wird von den BedBugs gefressen) herzhaft grinsen müssen! Und den 50jährigen Punk fand ich auch klasse! Selbst wenn er auf dem Rechenschieber SuperMario spielt! (DAS will ich sehen.)
Und - jaaaa - es ist was für Erwachsene. War es damals und ist es immer noch.
In diesem Sinne: Sommerzeit ist Comiczeit!
Mit spätsommerlichen Grüßen,
JULES
Jedenfalls war dieser Jemand auch der erste, der rauchte, der demonstrativ schwarz trug & schwarz fuhr. Er war ein Vorbild für uns, das wir uns selbst ausgesucht hatten und wir lauschten seinen Witzen, Geschichten und Statements von fundamentaler Größe! Diese Zeit prägte uns alle als (zugegebenermassen nicht-rauchende, anti-alkoholische) Nerds, was ja nicht das schlechteste ist. Die Zeit verging, wir alle wurden älter - auch dieser Jemand - und nun ja…
Einige Leute ändern sich nicht wirklich. Aber die Zuhörer ändern sich. Und die alten Geschichten … sind nicht mehr so witzig, wie sie damals waren. Oder uns zumindest erschienen waren. Soll das heissen, der "Local Hero" meiner Kindertage ist ein peinliches "BMO" [Black Moving Object] geworden? Natürlich nicht! Zwar trägt der immer noch ausschließlich schwarz, aber ich freu mich immer noch wenn ich ihn sehe! Was nicht soo oft vorkommt, andere Stadt, die Kinder, der Job, Streß in jeder Hinsicht. Naja. Isso.
Als ich ihn letztens mal wieder traf sprachen wir auch darüber [Älterwerden & Geschmacksverschiebung] und er deklarierte es direkt im besten alter-Prediger-vom-Berg-Ton als "BBS" [BuffaloBillSyndrom]! Huh?
Nun, anscheinend war Buffalo Bill ursprünglich wirklich ein Cowboy/Goldgräber/Pony-Express-Held gewesen, wurde dann leider zu alt für den Sh*t und etablierte als Erster große Wild-West-Zirkus-Shows! Für Europa! Damit die doofen Europäer mal sehen konnten was echte Cowboys und original Indianer sind! Original Indianer? Klar - "Sitting Bull" kam auch mit. [Einschub: Heute kann ich ja über Wikipedia kurz nachsehn' ob das stimmt. Aber die Geschichten erscheinen immer noch etwas "überdimensioniert".]
Wir kamen dann auch zu der Frage, ob es nicht doof ist, wenn die Leute immer nur den gleichen, alten Scheiß hören wollen, ob man sich nicht irgendwann weiterentwickeln sollte [aber wohin könnte sich Buffalo Bill denn entwickeln? Buffalo Chelsea?] und was passiert wenn die Dinge für die man früher gelobt wurde irgendwann gesellschaftlich aber sowas von nicht mehr pc sind … Indianer töten, Büffel ausrotten und so. Uncool. Hätte man vielleicht auch Lone Ranger Johnny Depp sagen sollen. Andere Geschichte & nächstes Bier.
U-Comix ist zurück! YES! Sehr gute Nachricht! Hatte ich seit meiner Kindheit (s.o.) nicht mehr gesehen! Meine Erinnerungen waren zwar etwas verschwommen, aber durchaus positiv!
Natürlich läuft man bei so einem Klassiker auch Gefahr in die "Buffalo Bill"-Falle zu tappen: Den alten Kram immer wieder zu erzählen, was ja irgendwann nur noch alte Kamellen sind, die niemanden mehr vom Hocker reissen. Und jaaaa gut. Die ersten Hefte sehen ja schon sehr vom Geist der Siebziger/Achtziger Jahre durchdrungen aus.
Aber - weit gefehlt! Was zuschnappte war die andere "Buffalo Bill"-Falle, (Version 2.0). Nicht alles, was damals ok war (Büffel abknallen, Indianer skalpieren [Yellow Hand], im Bürgerkrieg auf der falschen Seite kämpfen) ist da ein paar Jahre später immer noch ok! Einiges geht so gar nicht mehr! So wirklich nicht! Nachhaltig demonstriert bei der dritten Folge der neuen U-Comix (No. 184).
[An dieser Stelle kam der Wunsch auf, ich solle dochmal an so zwei bis drei Beispielen erläutern, was und warum denn so schlimm wär. Ähhhhhm. Nein. Es ist streckenweise gequirlte Hundekacke. Bitte nehmt mein Wort dafür. Ich lebe in Berlin und ein Blick auf Berliner Strassen gibt euch sofort eine hinreichende Information dazu, was Hundekacke ist. Eklig. Spricht das gegen Berlin? Natürlich nicht. Die Stadt besteht ja auch mehr als nur aus Hundekacke auf den Strassen. Berlin ist teilweise toll und U-Comix ist es auch und beide haben genauso ihre besch** Seite.]
Also, damit ihr mich nicht missversteht: U-Comix war auch damals schon eine wilde Mischung von mies, geil, toll, geschmacklos und hast-du-nicht-gesehn … In einer der neuen Folgen haben sie arg ins Klo gegriffen. Kann passieren.
Aber ich habe bei dem fraglichen-berüchtigen Heft an zumindest zwei Geschichten (Donald-Parodie und Goldlocks wird von den BedBugs gefressen) herzhaft grinsen müssen! Und den 50jährigen Punk fand ich auch klasse! Selbst wenn er auf dem Rechenschieber SuperMario spielt! (DAS will ich sehen.)
Und - jaaaa - es ist was für Erwachsene. War es damals und ist es immer noch.
In diesem Sinne: Sommerzeit ist Comiczeit!
Mit spätsommerlichen Grüßen,
JULES
Sonntag, 22. September 2013
2 neue "Tolle Hefte" eingetroffen (mit tollen Beilagen!) [und hier noch mit einer tollen musikalischen Zugabe!]

| Katherine Mansfield / Sophia Martineck Die Fliege Das Tolle Heft 40 Mit Original-Flachdruckgrafiken in vier Sonderfarben und einer Beilage Fadenknotenheftung mit Schutzumschlag Limitierte Auflage, 32 Seiten ISBN 978-3-86406-028-1 16,90 EUR | Henning Wagenbreth Honky Zombie Tonk - Die blauen Geister von New Orleans - Das Tolle Heft 39 Mit Original-Flachdruckgrafiken in vier Sonderfarben und einer Beilage Fadenknotenheftung mit Schutzumschlag Limitierte Auflage, 32 Seiten ISBN 978-3-86406-026-7 16,90 EUR |
Abonnieren
Posts (Atom)









