Montag, 4. November 2013

Bart Simpson verabschiedet Mrs. Krabappel

Am 26. Oktober verstarb Schauspielerin Marcia Wallace (70), die in der US- Original- Version von "The Simpsons" unser aller Lieblings-Grundschul- Lehrerin "Edna Krabappel" ihre markante Stimme lieh.

"I was tremendously saddened to learn this morning of the passing of the brilliant and gracious Marcia Wallace," so "The Simpsons"-Executive Producer Al Jean. "She was beloved by all at The Simpsons and we intend to retire her irreplaceable character."

...und so könnte / wird  sich Bart Simpson im Namen der SIMPSONS -Cast von Marcia alias "Mrs. K" im Intro der US- Episoden verabschieden:

Wir werden sie wohl alle miteinander vermissen...

Zeichner Legende Nick Cardy R.I.P.




 

Zeichner - Legende Nick Cardy verstarb vor wenigen Stunden im Alter von 93 Jahren.

Cardy, der 2005 für sein Lebenswerk geehrt wurde, in dem er in die "Will Eisner Comic Book Hall of Fame" berufen wurde, war den meisten Comic-Lesern durch sein umfangreiches Werk für  DC Comics bekannt; hier sei besonders an seine Arbeiten in den 60er und 70er Jahren an "Teen Titans" (die ersten 40+ Hefte der Serie; Interiors und Covers!) und "Aquaman" (Covers) erinnert. Deutsche Langzeit-Fans und -Sammler dürften mit seinen Arbeiten besonders durch die DC Veröffentlichungen des Ehapa Verlags in den 70ern vertraut sein ("Superman/Batman"-Heft-Reihe u.a.)...

Cardy, der im wirklichen Leben Nicolas Viscardi hieß, begann bereits gegen Ende der 30er Jahre Comics zu zeichnen, so z.B. gestaltete er gemeinsam mit Will Eisner den stets vier-seitigen Back-Up - Strip "Lady Luck", mit dem die wöchentliche Sonntags-Zeitungs-Beilage  "The Spirit Section" ausklang.

 
kleine Auswahl von Cardy geschaffener inzwischen  klassischer  DC - Cover


Am bekanntesten sind  aber Cardy's Werke aus den 60er und 70er Jahren, als er praktisch fast ausschließlich für DC Comics arbeitete. Neben den bereits erwähnten original "Teen Titans" und der ersten "Aquaman" - Heft-Serie (die Figur war bis dato "nur" ein Back-Up in "Adventure Comics") tat er sich mit einer Vielzahl von Arbeiten für viele große (und auch kleine) DC-Serien hervor, wie etwa "Justice League of America", "Detective Comics", "Bat Lash", "Superman" usw.


In der ersten Hälfte der 70er Jahre designte er einen Großteil der Covers des DC Verlags, viele von diesen gelten unter Sammlern (aber auch seinen Zeichner-Kollegen!) als Klassiker (siehe die kleine -!- Auswahl an Abb. in diesem Beitrag) und werden auch immer wieder gern als "Hommage"-Vorlage von anderen Zeichnern genutzt.



Kaum bekannt ist hierzulande, das Cardy sich ab Mitte / Ende der 70er Jahre verstärkt der Werbung zuwandte, wo er mehr Geld verdienen konnte als im Comic Book Business. So überarbeitete er z.B. Details der  Film-Plakate von Francis Ford Coppola's "Apocalypse Now" aber auch einem der ersten Werbe-Poster von George Lucas' "Star Wars" (hier verbesserte er im Motiv des Künstlers Tom Jung die Darstellungen von "Luke" & "Leia" und fügte dem Motiv die beiden Droiden "C-3PO" & "R2-D2" hinzu).


 


In den letzten Jahren gab es aber auch wieder vereinzelt Artwork von Nick in den Comics zu bewundern (so etwa in "Seduction of the Innocent", "Tellos" oder auch dem von DC Comics lange verschobenen "Teen 'Titans - The Lost Annual", dessen Story in den swingin' 60s angesiedelt ist).

...auch war Nick auf  US- Comic Book - Conventions ein immer gern gesehener Gast, der Anwesende mit seiner Freundlichkeit und seinen Anekdoten zu erfreuen wußte.


Gutinformierten Quellen zufolge erlag  Nick Cardy einem Herzversagen.  Er soll im Beisein von engen Freunden friedlich in einem Hospital eingeschlafen sein...

 

R.I.P.
Nicolas Viscardi 
 20. Oktober 1920   -  03. November 2013





Freitag, 1. November 2013

emails von JULES… heute: "Berlinoir"

"Virtuelles Licht" war einer der "Neuromancer"-Nachfolger von William Gibson, der den Wow-Cyberpunk-Effekt nicht so recht wiederholen konnte. Die Grundidee war ganz nett (eine Brille, die elektronische Informationen mit den tatsächlich zu sehenden Informationen überlagerte) - wurde aber schon recht bald von der Realität ein- und überholt.

Ich spreche hier nicht von "ambient intelligence" oder google-glasses. Ich spreche hier von Smartphones. Die auf jedem Bahnhof, in jeder Bahn, in jedem Auto in jeder Warteschlange, in jedem Büro, auf jedem Schulhof und jedem Spielplatz präsent sind. Smartphones. Ich bin zugegebenermaßen recht abhängig von meinem und der Möglichkeit j-e-d-e-r-z-e-i-t mich auszuklinken und anzuschauen, was sonst so los ist. Weltweit.

Natürlich reagiert meine Umwelt darauf nicht sonderlich positiv. Wenn sie gerade kein Smartphone hat. Bezüglich Aufmerksamkeit und sowas. Verstehe ich ja und reagiere auch darauf.

Aber was die Sache wirklich schräg macht, sind die Kontraste:
Friedliche spielende Kinder am Helmholtzplatz <-> die neuesten Nachrichten aus Syrien.
Langweiliges Meeting im Büro <-> auf einigen thailändischen Inseln sind zu 100% aller Arten ausgestorben.
Warteschlange an der Supermarktkasse <-> Grubenunglück in China.

Linke Seite - Rechte Seite.
Beides passiert gleichzeitig.
Beides scheint so vollkommen entkoppelt zu sein.

Und ja - Aktionismus sowie Tiraden über "First-World-Problems" auf der linken Seite … helfen der rechten Seite nicht wirklich.
Reinhard Kleist / Tobias O. Meißner
Berlinoir


Carlsen
Hardcover | 23x30 cm | 160 Seiten in Farbe
ISBN 9783551751089
24,90 Euro

Berlinoir von Reinhard Kleist und Tobias O. Meissner ist ein sehr, sehr düsteres Meisterwerk. Vordergründig in einer Welt angesiedelt, die dem Berlin der zwanziger Jahre sehr ähnlich sieht

(Linke Seite: Hunger, Arbeitslosigkeit, ausgebeutete graue Menschenmasse - gegen rechte Seite: ausbeuterische Vampire, mit dekadentem, zerstörerischen Lebensstil-weil-sie-es-eben-können)

passt diese Geschichte auf einer tieferen Ebene sehr gut zu diesem Gefühl des Rebellieren-wollens-aber-nicht-wissen-wie. Weil … es ja noch alles viel schlimmer kommen könnte. Muss man nur nach Spanien gucken. Oder Griechenland. Oder USA.

Der erste Teil dieser Geschichte fängt diese diffuse Stimmung des es-ist-schlimm-aber-noch-nicht-so-schlimm sehr gut ein. Der erste Teil endet mit dem verdienten Tod eines der Oberschurken.

Der zweite Teil der Geschichte geht konsequent weiter: Was passiert, wenn die graue Menschenmenge jeglichen moralischen Halt verliert - weil sie ja von Monstern regiert werden. Der zweite Teil endet damit, das einige Menschen zu noch viel schlimmeren Monstern als die herrschenden Vampire werden. Was die Vampire etwas unter Zugzwang setzt.

Der dritte Teil der Geschichte geht mit dem resultierenden Machtkampf unter den Vampiren weiter - und führt zu einer Teilung der Stadt … mit Mauer. In Nord- und Südberlin. Der dritte Teil endet … total unglaubwürdig. Also, es ist schon okay, bis auf die letzte Seite. Happy-End? Warum!!

(Aber vielleicht hoffte ich auch nur auf weitere Teile 4-99 und war darum von dem definitiven Ende nach Teil 3 schwer enttäuscht.)

Guter Stoff!
Hätte mehr sein können.
*"!§$%&!!&*''"!§ Happy-End!

Mit Grüssen noir,
JULES

Mittwoch, 30. Oktober 2013

so kuckt man heutzutage 3D !

Der kuriose 3D-Comic von Matthias Picard ist gerade bei Reprodukt erschienen - das feiern wir doch gleich mal mit einem 3D-Schaufenster in der Torstrasse:




Matthias Picard
Jim Curious - Reise in die Tiefen des Ozeans (mit 3-D-Brillen)


Reprodukt
Hardcover | 52 Seiten | 3-D-farbig | 24x33 cm,
ISBN 9783943143454
20 Euro


In seinem altertümlich anmutenden Taucheranzug schickt Jim Curious sich an, die Wunder des Meeres zu erkunden. Vorbei an Fischen aller Art geht es hinab zum unheimlichen Wrack einer spanischen Galeone. Jim Curious durchschreitet das versunkene Atlantis und taucht schließlich bis in die dunkle Welt der Tiefsee, in der es die bizarrsten Monster zu bestaunen gibt.

“Jim Curious” ist ein unvergleichlicher Tauchausflug auf Papier. Dank atemberaubender 3-D-Effekte gewinnt Matthias Picards Unterwasserwelt buchstäblich an Tiefe, Fischschwärme erwachen zum Leben, Schiffswracks locken mit geheimnisvollen Schatten…

Im Buch sind gleich zwei 3-D-Brillen enthalten sein, damit man sich das aufregende Unterwasserabenteuer gemeinsam mit Freunden oder Kindern ansehen kann.



Als kostenlose Zugabe gibt es für die ersten Käufer dieses Titels eines der beiden 3D-Plakate aus unserem Schaufenster - solange der Vorrat reicht! Und nur nach Betrachten des Schaufensters (in der Torstrasse)!


Die Qualitätspraktikantin Julia Herrele von Reprodukt hat eine kleine Anleitung zur Benutzung des 3-D-Schaufensters gezeichnet:



…und hier ein kleiner (zweidimensionaler!) Eindruck des Spektakels:

Dienstag, 29. Oktober 2013

Neuauflage von "Fieber in Urbicand" - mit limitiertem & signiertem Druck!

Gestern eingetroffen: Fieber in Urbicand von François Schuiten & Benoît Peeters - die Neuauflage des ehemaligen Feest-Verlag-Titels "Das Fieber des Stadtplaners", die um den 18-seitigen Anhang "Das Rätsel von Urbicand" ergänzt wurde und in der regulären Ausgabe 24,80 Euro kostet.
Ein unerklärliches Phänomen überzieht die Stadt Urbicand: Auf dem Schreibtisch von Star-Urbatekt Eugen Robick landet ein Würfel, der bei einer Ausgrabung entdeckt wurde. Nicht nur, dass dieser Würfel aus einem unbekannten und unzerstörbaren Material besteht, er dehnt sich außerdem aus, lässt an seinen Ecken weitere Würfel entstehen und bildet ein stetig wachsendes Netz, das sogar feste Materie durchdringt.

Die Bevölkerung steht Kopf, die Reaktionen schwanken zwischen religiöser Euphorie, wissenschaftlicher Skepsis und militärischer Gewalt. Der kühle Planer Robick macht im Zuge der allgemeinen Umwälzungen die Bekanntschaft seiner Nachbarin Sophie, die ein Freudenhaus betreibt und nun an den Knotenpunkten des Netzes so genannte Begegnungsstätten errichtet.

Und die Streben des Gitters dehnen sich unaufhörlich aus, das Leben im Netz verliert langsam aber sicher seine Grundlage...

Außerdem sind einige Exemplare der auf 99 Stück limitierten Vorzugsausgabe vorrätig, die nur im Comicfachhandel erhältlich ist und der dieser signierte Druck beiliegt:






François Schuiten, Benoît Peeters
Fieber in Urbicand


Schreiber & Leser
Softcover | 112 Seiten | 30x24 cm

24,80 Euro (normale Ausgabe)
39,80 Euro (limitierte Vorzugsausgabe)

Bei Interesse bitte schnell melden, da die limitierte Version wahrscheinlich wieder schnell ausverkauft sein wird!

Es ist ein...Schmalzcomix

Liebe Freunde der gepflegten Comicunterhaltung, seit nun mehr 27426 Wochen nerve ich euch ja mit "demnächst erscheint ja das neue Stijlroyal Magazin", und nun ist es endlich soweit: Stijlroyal geht in Runde 17 - Schmalzcomix; mit Bratwurstvergleich, Schmalztest, New York, Tomatensauce und natürlich COMICS.


Eine Ausgabe Stijlroyal #17 Schmalzcomix kostet übrigens 10,- Euro und ihr könnt das Magazin in beiden Unfug-Filialen kaufen. Solltet ihr aus unerfindlichen Gründen nicht in Berlin wohnen, könnt ihr das Magazin auch bei Stijlroyal direkt bestellen, einfach (HIER) klicken.

Tja, und wat nu? Da ich da ja mitgemacht hab kann ich doch jetzt nicht einfach Eigenlob verteilen, oder doch!? Immerhin will ich nicht, dass der verstaubte Dekan mal wieder ein Verfahren gegen mich einleitet, und auf ein erneutes Embargo durch die sogenannten Politiker und die EU kann ich auch verzichten.

Wir machen das jetzt mal so, ich sag euch einfach, was ich beim Auspacken dachte und ihr rollt mit den Augen. 

Montag, 28.10.2013, 11:27 Uhr: DHL-Bote steht in der Tür.

Ich: Cutermesser in der Hand. 

Mein Gesicht: Wie immer grimmig. 

Mein Bizeps: Eingeölt und bestens vorbereitet auf eine Kiste Schmalzcomix.

Mit chirurgischen Handgriffen öffnete ich die Kiste.



Da waren sie, ca. 740 Mio. Exemplare Schmalzcomix, süß wie kleine Welpen im Korb.



Behutsam nahm ich ein Exemplar auf meinen Arm und liebkoste es. Ich muss vier - sieben Stunden so gestanden haben, da fiel es mir wie Käsebrot aus den Haaren: .... .. . ......... ... ... .. . . ...... ..... ..... .. ......

Wie ihr seht, hab ich den letzten Satz codiert, damit die NSA nicht mitlesen kann. Nehmt jetzt einfach eure Quitziclub-Decodierscheibe und haltet sie vor euren Bildschirm. Solltet ihr keine Decodierscheibe haben, müsst ihr wohl doch mal vorbeikommen, dann flüstere ich es euch ins Ohr.

Voll fiese Grüße,
Euer Teppichverkäufer Quitzi

Sonntag, 27. Oktober 2013

Bericht vom Zinefest



Als ich mich zum „Zinefest“ in den Räumen der SFE im Mehringhof auf machte, hatte ich nicht die geringste Ahnung, was mich bei der bereits zum dritten Mal stattfindenden internationalen Fanzineveranstaltung erwarten würde…

Beutestücke vom Zinefest


Und ich war echt von den Socken: Die Börse zwei Stockwerke über dem Mehringhoftheater war gut besucht, herrlich unkommerziell und voll leidenschaftlichem Sendungsbewusstsein, was sich schon am Eingang zeigte, wo ich mir ein Programm nehmen konnte und statt Eintritt um eine freiwillige Spende in x-beliebiger Höhe gebeten wurde. Direkt dahinter ging es zu wie in einem Bienenstock: Emsig sausten Besucher und Akteure von Tisch zu Tisch, von denen gefühlt einhundert in verschiedenen Räumen untergebracht waren. Die feil gebotenen Fanzines waren - wie es sich gehört - allesamt selbst produziert und deren Hersteller kamen aus aller Herren Länder. Qualitativ und inhaltlich war eine grosse Bandbreite vertreten: Viele warben für linke Positionen, die Frauenbewegung oder sexuelle Emanzipation. Manche waren künstlerisch hoch ambitioniert, waren mit Gedichten oder Prosa durchzogen - kurz es war bunt, unterhaltsam und die Zines preiswert!
Dass es so viel romantisch Analoges noch gibt, hätte mir vor Erinnerung an die Endsiebziger beinahe die Tränen der Rührung in die Augen getrieben! 
Klasse! 
Ich werde nächstes Jahr wieder hingehen!