Donnerstag, 10. November 2022

(Updates -4- ) R.I.P. - Carlos Pacheco - der spanische Zeichner - Star (Avengers, Superman, Arrowsmith u.v.a.) verstirbt im Alter von nur 60 Jahren / Reaktion und letzte Worte

 


Der Comiczeichner Carlos Pacheco ist gestern (Mittwoch, 9. November) im Krankenhaus Línea de la Concepción in Cádiz in Spanien, nur eine Woche vor seinem 61. Geburtstag, verstorben. 

Pacheco gab Anfang dieses Jahres bekannt, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen von seiner Arbeit zurückziehen werde, nachdem bei ihm Amyotrophe Lateralsklerose (oder ALS (auch als Lou-Gehrig-Krankheit bekannt)) diagnostiziert worden war. 

update:

im Juni enthüllte Autor Kurt Busiek, das sich die Veröffentlichung der neuen "Arrowsmith" Story ("Beyond Borders") aufgrund der gesundheitlichen Probleme von Pacheco (und auch Busiek selbst) verzögern würde (das Heft erschien dann im Herbst). 

Es stellte sich heraus, das Pacheco eine Lähmung seines rechten Beins erlitten hatte und sich einer Wirbelsäulen-Operation unterziehen mußte. Danach gab der Künstler bekannt, das bei ihm ALS diagnostiziert wurde und sein gesundheitlicher Zustand nicht besser sondern immer schlechter werden würde...

 

Erst letzte Woche hatte die Association of Comic Authors of Spain (AACE) die Karriere von Pacheco gewürdigt, der einige der berühmtesten Superhelden der Branche gezeichnet hat, darunter Superman, Captain America und andere.


absolutes must-read Material für Super-Hero Fans!

 
Pacheco, der vor allem für seine Arbeit an Marvel Comics bekannt ist, begann seine Karriere mit der Arbeit an den europäischen Ausgaben von Marvel-Titeln in seiner Heimat Spanien, gestaltete neue Cover-Motive für die britischen Versionen diverser Marvel-Serien (z.B. "The Exploits Of Spider-Man"), bevor er Mitte der 90er Jahre in die amerikanischen Versionen der Comic-Books einstieg. 

In seiner jahrzehntelangen Karriere gibt es nur wenige Marvel-Charactere, denen Pacheco nicht seinen Look aufgedrückt hat. Pachecos großer Durchbruch in den US- Comics kam, als der Zeichner gemeinsam mit dem Autor Kurt Busiek an einer 12 Hefte umfassenden Geschichte  arbeitete, die sich über mehrere Zeitlinien des Marvel-Universums erstreckte, die „Avengers Forever“.

 

Willkommen in den bayrischen Alpen von Latveria

 Pacheco arbeite aber auch erfolgreich an Marvels ersten Superhelden Team, den Fantastic Four und an Captain America sowie eine lange Zeit als "Springer" (kurzfristiger Ersatz-) Zeichner für zahlreiche X-Men-Serien und -Projekte.

Bei DC baute Pacheco seinen Ruf aus, als einer der Künstler der viel gepriesenen "Green Lantern Rebirth", in der die Silver Age Green Lantern Hal Jordan von den Toten zurückkehrte. 

Er arbeitete auch an der Justice League, Flash, Superman/Batman und mehr und festigte hiermit seinen Ruf als einer der besten Superhelden-Künstler der letzten 20 Jahre!

Fan-Liebling Fing Fang Foom & Black Panther in Aktion...


 Eines der letzten veröffentlichten Werke von Pacheco brachte ihn erneut mit Autor Kurt Busiek zusammen: eine neue Ausgabe ihres Creator-owned Comics "Arrowsmith". (Die Neu-Ausgaben der original "Arrowsmith" Comics, einst bei DC/Wildstorm veröffentlicht, erschienen erst kürzlich nochmals bei Image Comics!)

Seine letzte veröffentlichte Arbeit war ein Variant-Cover Motiv für Marvel's "Damage Control" #2

 


Update (2): 

...einige Stimmen zum Tode Carlos Pacheco:

 

Marvel in einem Tweet, in dem der Verlag an einige seiner bemerkenswertesten Arbeiten erinnerte und erklärte: “We mourn the loss of a dear part of the Marvel family, comic artist and writer Carlos Pacheco. His legacy of iconic designs and storytelling like Avengers Forever, Fantastic Four, X-Men, Excalibur, Captain America, and more will be remembered. Our thoughts are with his loved ones.”


DC Comics Statement: “Carlos Pacheco was a visionary artist who whose contributions to the Superman, Green Lantern and the JLA/JSA legacies will have a lasting impact on the industry. DC offers its sincere condolences to his family, friends, fans and many collaborators.”

 

Image Comics' Rob Liefeld: "I'm so very saddened by the loss of Carlos Pacheco. His immense talent brightened every comic he illustrated. Such a beautiful and kind man. Rest In Peace, Carlos. Gone way too soon."

 


Autor Kurt Busiek:Avengers Forever exists because of Carlos Pacheco. He was up for a contract renewal, and he told Bob Harras that he wanted two things: He wanted to do an Avengers project and he wanted me to write it.

At this point, we’d never worked together, and had barely met. Bob called me, and asked me if I was up for the project. I was hugely flattered, and told Bob that I had no time (this was very true), but for the chance to work with Carlos, I would make time...

...Our collaboration and friendship built on that… It was always a great time working with Carlos. I’m so very sorry we won’t be doing more, but I’ll always have those years, those conversations, that energy.”

 

Autor Chris Claremont: “This is so unfair and wrong. He was an artist of such ability, a friend to be embraced. This, like too many others this year, is a last train that should have been stopped before leaving the station. A better booking should have been made, a better deal cut with Higher Authority. It’s just not fair – as should have been said re George [Perez] & Neal [Adams]. To his family, Beth’s & my deepest condolences."

 

Im Jahr 2001 erklärte ihn Pachecos Heimatstadt San Roque, Spanien, zum „Hijo Predilecto“, ein Ehrentitel, der soviel wie „Lieblingssohn“ bedeutet...

 

                                                                   Carlos Pacheco

                                                14. November 1961  -  9. November 2022 

 

Carlos Pacheco in der "Grand Comic Database"

Carlos Pacheco in der "wikipedia"

 

P.S.: ...für mich persönlich ist / war Carlos einer meiner absoluten Lieblings-Zeichner des "modern age". Immerhin kaufte ich von ihm gestaltete Comics selbst dann, wenn mich die Geschichten nicht so reizten. Unvergeßlich für mich bleiben sein "Arrowsmith", seine "Superman"-Stories (ganz besonders deren Cover-Motive!) und das Epos "Avengers Forever"!! 

  


 




 

Update (3) 

Carlos Pacheco (aus seinem letzten Interview vom September): 

 “The final diagnostic has made it clear: Amyotrophic Lateral Sclerosis (Lou Gehrig’s disease), aka ALS.  It is what it is, and it is what needs to be dealt with. It’s true that this is an unexpected turn of events in my life, but this doesn’t make me feel less fortunate to have lived the life I have lived, for the experiences I’ve had, the achievements I’ve made, and the people I’ve been fortunate to cross paths with. In truth, it’s been a life that’s gone beyond my wildest childhood dreams.

Thank you to everyone who has been here. Let’s keep going as always!”

 


                                                     * * * 

Zugabe (4):

mini - Cover-Gallery


 





Dienstag, 8. November 2022

R.I.P. Kevin O'Neill - Zeichner der Extraordinary Gentleman, Marshal Law, Lobo u.v.a. stirbt mit 69 Jahren


 "Gosh Comics", ein in London ansässiger Comic-Händler (mit eigenem Blog) meldete gestern das Comic-Künstler Kevin O'Neill, der am besten für seine Arbeit an Alan Moore's "League of Extraordinary Gentlemen" Epos bekannt ist, dieser Tage nach langer Krankheit verstorben ist. Verschiedene Quellen sagen, er wäre einem Krebsleiden erlegen...

O'Neill galt jahrelang als feste Größe in der britischen Comic-Szene. Er begann seine Karriere bereits als Teenager und war in den frühen Tagen der mega-erfolgreichen Anthologie-Serie 2000 A.D. sowohl als Zeichner wie auch als Herausgeber tätig. 


Dort erschuf er gemeinsam Charaktere wie "Marshal Law" und "Nemesis the Warlock" und baute zugleich Beziehungen zu anderen Kreativen auf, die während seiner langen Karriere andauern sollten. 

O'Neill wurde 1953 geboren und ist vor allem für sein Artwork der  "League of Extraordinary Gentlemen" bekannt, eine Serie, die er 1999 gemeinsam mit Mega-Meister-Autor Alan Moore erstellte. Die beiden arbeiteten bis 2019 weiter an der "League" und seinen Spin-offs. 

 Eines von O'Neills frühesten amerikanischen Werken war 1982 in "Tales of the Green Lantern Corps"  Annual #2 zu finden, das er nach einem Script von Alan Moore zeichnete. Diese Geschichte wurde zu einem Schlüsselthema für DC, da sie Konzepte einführte, die viele Jahre später als "Blackest Night"- Event-Storyline von Autor Geoff Johns extrem ausgebaut wurden. 

Ironischerweise wurde O'Neills Arbeit zu diesem Thema kurzzeitig bedroht, als der "Comics Code Authority" (einst zuständig zur moralisch-inhaltlichen Überwachung der comic books, naja...)  sich weigerte, sie zu genehmigen! Dieser Organisation gefiel O'Neills "gesamter Stil" -!- nicht.  Schlußendlich entschied sich DC dafür, die betroffene Heft-Ausgabe ohne die Zustimmung des "CCA" zu veröffentlichen (was in den 80ern noch ungewöhnlich war). 


 

In den  Folgejahren arbeitete er weiter gemeinsam mit Alan Moore und Pat Mills (Co-Creator von "Marshal Law").  Anfang dieses Jahres zeichnete er noch an Autor Garth Ennis "Kids Rule OK!" für das Battle Action Special des Verlags Rebellion. Für DC folgten neben einigen Kurz-Geschichten auch Ausgaben der "Green Lantern", "Omega Men" und in den 90er Jahren das mega-lustige "Lobo Convention Special". Schließlich wurde Kevin im Jahre 2003 mit dem "Oscar der US- Comic Branche", dem renommierten EISNER Award in der Kategorie "Best Inker / Penciller" ausgezeichnet.



„Was wirklich passiert ist, war, dass Alan mich vorzeitig in den Ruhestand versetzt hat“, scherzte O'Neill Anfang des Jahres gegenüber Jamie Lovett von ComicBook.com. „Alans Rückzug von Comics bedeutete, dass er aufhörte, Comics zu schreiben. Das war das Ende. Ich habe nicht gesagt, dass ich in den Ruhestand gehe. Ich dachte, "League of Extraordinary Gentlemen" könnte der letzte Comic sein, den ich zeichne, , und ich war sehr glücklich das wir tatsächlich bis zum Ende durchgekommen sind und dieser Geschichte ein ordentliches Ende geben konnten. 

Das war uns sehr wichtig. Aber ich war immer noch bereit, Comics zu zeichnen, es kam nur darauf an, was sie waren. Ich habe zwei meiner Bücher illustriert es sind keine Comic-Bücher, es sind vollfarbig illustrierte Bücher, und ich habe zwei davon gemacht, und ich war sehr zufrieden mit ihnen, aber mittendrin bekam ich die Anfrage von Rebellion, „Würdst Du dich für die Garth-Geschichte interessieren?“ Und das ist perfekt, und das war perfekt für mich, kam genau im richtigen Moment. Ich habe es wirklich genossen. Ich mache gerne Comics."


 

Kevin O'Neill © Luigi Novi / Wikimedia Commons

                                                                       Kevin O'Neill 

                                                 22. August 1953 – October / November 2022

Kevin O'Neill in der "Grand Comic Book Database"

Kevin O'Neill in der "wikipedia"


 


 

Mittwoch, 2. November 2022

"Bei Crom!" - Neue Hoffnung für Sammler der "Conan The Barbarian" Omnibus-Reihen

 

Titan Comics und Heroic Signatures werden die verschiedenen "Conan" - Omnibus Reihen die Marvel Comics abgebrochen hatte ab 2023 fortsetzen!

So ist bereits "Savage Sword of Conan" Vol. 9 für den Herbst 2023 angekündigt.Weitere Bände werden folgen...

Titan Comics und Heroic Siguatures werden außerdem in 2023 gemeinsam eine neue "Conan the Barbarian" Heft-Serie veröffentlichen. Autor wird Jim Zub , Zeichner Roberto De La Torre. Start ist hfür Juli 2023 vorgesehen. Zub war bereits als "Conan" -Autor für den bisherigen Lizenz-Inhaber Marvel tätig. (mehr zum Thema hatten wir bereits HIER!)


 

Dienstag, 1. November 2022

...armer Charlie Brown


                                                             


                                   Abb. (ganz oben) aus "Retro Fan Magazine", c) 2022 TwoMorrow Pblg.


 

Montag, 31. Oktober 2022

"The Simpsons Treehouse of Horror Omnibus Volume 1: Scary Tales & Scarier Tentacles" - Die Halloween Specials als Komplett-Edition im Überformat

 


Alle Jahre wieder gibt es im Fernsehen die "Treehouse Of Horror" - Halloween Specials der "Simpsons"

Begleitend gab's hierzu traditionell (ab Mitte der 90er Jahre ) auch weitere, neue Grusel-Stories in gedruckter Form, innerhalb der jährlichen Sonderhefte "Treehouse Of Horror". Die Heftchen-Reihe  "The Simpsons: Treehouse Of Horror" endete in den USA 2017 mit der # 23; dieses Abschlußheft erschien aus rechtlichen Gründen nicht in Deutschland, weder in Heftchen- noch in Sammelband-Form 

(Die letzte deutsche Ausgabe - als "Bart Simpsons Horror-Show" - war hier die #21, die inhaltlich der amerikanischen Original-Nummer 22 entspricht. Klingt Verwirrend?  Dementsprechend wurde diese in Deutschland nicht veröffentlichte Ausgabe (US #23) sehr schnell zum begehrten Suchobjekt der Sammler.  Mehr zum Thema hatten wir im Jahre 2018, anläßlich der Einstellung der "Simpsons" Comics in den USA. Lest bitte HIER! )

 


 Aber für Komplett-Sammler gibt es inzwischen wieder Hoffnung: Der Verlag Abrams ComicsArt veröffentlichte vor kurzem den ersten (von geplanten drei) Omnibus Hardcover im Überformat (400+ Seiten Umfang), in dem ALLE Stories, Covers, Pin-Up- und "Bonus"-Seiten (wie etwa Simpsons-Horror- Figürchen als Paperdolls zum ausschneiden -!- u.ä.) nachgedruckt werden

"The Simpsons Treehouse of Horror Omnibus Volume 1: Scary Tales & Scarier Tentacles" druckt die Original Hefte aber nicht einfach nur chronologisch nach, sondern sortiert die Stories thematisch neu. (Wer also nur auf einen Nachdruck der in Deutschland fehlenden Einzel-Nummer US23 bzw. dt22 wartet, wird enttäuscht werden. Der Inhalt dieser Ausgabe findet verteilt über alle drei Bände dieser Omni-Edition statt!)

Dazu kommt ein liebevoll detailverliebtes Publikation-Design

Wie schon Abrams' andere Bongo Entertainment Omnibusse ("Futurama / Simpsons Crossover" u.a.) verfügt auch dieser hier über einen Schuber mit vorgestanzter Optik und Spot-Lackierung. 

"Simpsons" Creator Matt Groening hat hierzu eine kleine Armee an Comic-Schaffenden um sich versammelt, die sich über zwei Jahrzehnte hinweg Bart's Horror-Show gewidmet haben: 

Comic-Stars, darunter Sergio Aragonés ("MAD", "Groo"), Michael Allred ("Madman"), Kyle Baker ("Nat Turner") Paul Dini, Jeffrey Brown ("Star Wars: Darth Vader and Son"), Kelley Jones, John Severin, Scott Shaw, Mark Hamill ("Star Wars", "Batman Animated") und Dutzende andere... 


Für "Simpsons" Sammler ein must-read / must-have item!

Mittwoch, 26. Oktober 2022

selbstgemacht 2: Darryl Openworld

Darryl kann was. Nämlich schreiben. Und von unserer, der Grey World, in die White World überwechseln. Dazu muss er die Glyphen finden, magische Portale, die an bestimmten Orten erscheinen und die nur ganz, ganz wenige Menschen sehen können.

Darryl Openworld 
(c) Splitter

Die White World, auch Openworld genannt, ist nicht wie unsere. Zunächst einmal gibt es in ihr magische Wesen und man reist auf Monorails oder mit Zeppelinen durch die Gegend. Der beste Freund und Helfer des jungen Journalysten (jaja, richtig gelesen, in der White World wird so einiges mit y buchstabiert) ist ein gülden gefiederter Adler, der mit seinen Kamera-Augen Fotos machen kann. 

Alles schön plüschig in dieser Welt, ein wenig viktorianisch, kurz: Steampunk meets ... nee, nicht wirklich Harry Potter. Denn auch wenn Darryl Waise ist, ist er kein Zauberlehrling. Aber es gibt sehr wohl Wesen in der Openworld, die zaubern können. Darryls magic wand hingegen ist sein Stift, mit dem er sich seine investigativen Erkenntnisse notiert, um daraus dann später meysterhaft seine Artykel zu verfassen. 

Und noch eine besondere Fähigkeit hat er – er kann Geister sehen. Denn Dean, sein bester Freund, fristet sein spektrales Dasein zwischen den beiden Welten, seit er als Teenager unter ungeklärten Umständen starb. Julianne, die dritte Hauptfigur im Bunde, ist mit beiden befreundet. Vielleicht mit Darryl etwas mehr als mit Dean... aber das steht auf einem anderen Blatt. Auf jeden Fall hat sie herausgefunden, wie man Dean unter die Lebenden zurückholen kann. 

Sie ruft ihn zu sich, um ihm die exorbitant guten Neuigkeiten mitzuteilen. Das Unterfangen ist nicht ganz ungefährlich, also zögert Dean zunächst. Aber er ist schon lange in Julianne verliebt und würde ALLES dafür geben, sie mal richtig berühren zu können. Da scheint es schon gar nicht mehr sooo abwegig, seinen Bestie dafür hinter's Licht zu führen. Und das aufs Opulenteste bebilderte Abenteuer beginnt ... 


(c) Splitter

Nach dem Club der drei Schwestern eine Graphic Novel für (junge und echte) Erwachsene zu übersetzen, war SUPER – damit wurde aus der Frage "Würde eine Zwölfjährige sowas sagen?" eher ein "Wie redet denn bitte ein Farfadon, pardon, Farfalon?". Ein paar der Namen habe ich angepasst – neben dem besagten Feenwesen wurde auch aus Croqueruche Crockhive oder aus den Nocturleurs Nocturlen.

Mich dabei etwas am Englischen zu orientieren fand ich nur schlüssig, da der Grey-World-Teil der Geschichte in Nordamerika angesiedelt ist. Jetzt würde ich natürlich gern wissen, wie das englische Übersetzy das gelöst hat. Nur für "Openworld" (im Original Ouvremonde und zugleich Darryls Nachname), kam ich zu spät, das war schon gesetzt. Schade, wie ich finde. Denn der tire-bouchon ist ja auch nicht der zieh-Korken, sondern der ... ? Und der ouvre-boîte macht die Dose nicht zu, sondern ... ?

Richtig. Obwohl Weltöffner sicher NICHT die Entsprechung der Wahl gewesen wäre. Aber genau diese Tüftelaufgaben finde ich ungemein reizvoll. Und neben der Namensfindung war auch die komplexe Story eine schöne Herausforderung. Teil der Übersetzungsaufgabe ist da ja erst einmal zu verstehen, was Phase ist. Und es dann nicht wieder gleich zu verraten. Sondern schön dosiert, wie das Original. Dabei hilfreich war auch ein Blick in die Romanvorlage. 

Denn die Graphic-Novel Darryl Ouvremonde ist das Spin-Off zu einem von Olivier Péru geschriebenen Jugendbuch. 2017 ist der Wälzer in Frankreich erschienen und erstaunlicherweise bis heute (noch?) nicht ins Deutsche übersetzt. Denn das gute Stück ist schon ein Kracher. Olivier Péru maacht da eine hochkomplexe Welt auf, ziemlich düster und mystisch und gruselig ... das sollte sich doch eigentlich auch gut bei deutschen Teenies verkaufen?




Freitag, 21. Oktober 2022

luschtig! Boris, Babette und lauter Skelette

Neulich hat Cheffe mal wieder was lustiges von sich gegeben. "Der is' mir viel zu inklusiv!" Und zwar nach einem Blick in eben dieses Buch.

 
(c) Kibitz

Hihi. Grund genug, mal einen genaueren Blick reinzuwerfen. Und siehe da: Boris ist ein ganz normaler Junge. Mit einer Mama und einem Papa. Boris' Mama ist ständig am Arbeiten – entweder am Laptop oder am Telefon – und hört dann gar nicht richtig zu, wenn Boris was sagt. Und Boris' Papa putzt und kocht wie ein Weltmeister. 

So weit, so sympathisch. Dann wohnt bei Boris im Haus noch Lynette, ein älteres Mädchen, das ihm eines schönen Tages ihr Haustier aufschwatzt. Das ist quietschegelb, eine undefinierbare Mischung aus Katze und Waschbär und – kann sprechen. Einziges Problem: Boris Eltern sind total gegen Haustiere. 

Da Boris das weiß, hält er Babette (so heißt das gelbe Etwas) geheim. Was aber natürlich nicht lange gut geht. Und dann ist erst mal ein Riesenärger angesagt. Dass Babette nicht haart und super pflegeleicht ist, zählt leider kein Stück. Auch nicht, dass sie sprechen kann und gern fernsieht. Boris' Eltern bleiben hart. Das Tier muss weg. 

Wie es mit Babette und Boris weitergeht, verrate ich jetzt mal nicht. Auf jeden Fall fand ich schön, dass es zum Schluss der Geschichte ein echtes Happy End gibt! Und das ist unerwarteterweise Boris' Papa zu verdanken. Der Comic ist witzig, die Geschichte hat Tempo und man fiebert zum Ende richtig mit, dass sich für Babette doch irgendeine Lösung findet.

Und die ist ECHT knuffig mit ihrer Vorliebe für Flips, ihrer charmanten S-Schwäche (einfach mal beim Lesen laut mitsprechen!) und ihrem Bedürfnis nach Grusel. Ohne wird sie nämlich völlig traurig und lustlos, wie Boris bald feststellen muss. Leider gibt's auf Planet Boris keine Zombie-Mangas. Ob er wenigstens Ariol liest? Wer den mag, wird die Geschichte Boris auch mögen.

Wer also noch auf der Suche nach einem Halloween-Geschenk ist – hier ist es.

P.S.: Babette haart doch. Und nicht wenig.