Dienstag, 30. November 2010

Morvan / Buchet: Sillage #11: Die schwebende Welt [Carlsen] Ein Kulturkampf-Kommentar in Comicform.


1998 erschien der erste Teil der Sillage-Reihe, in dem der Autor Jean David Morvan bereits eindrücklich unter Beweis stellte, dass er innerhalb des meist stark schematisierten Genre des Science Fiction-Comics eine besondere Stimme innehält. Seine dezidiert gesellschaftskritischen (und nicht selten offen politischen) Szenarien hoben sich in äußerst wohltuender Form von den käsigen Spaceopera-Narrativen (und drittklassigen Männerphantasien) zahlreicher Kollegen ab.

Aber nicht nur seine Art des Erzählens, des kritischen Berichtens, diese charmant-spöttische Sichtbarmachung von altbekannten Problemen des Erdenrund im Himmelsreich zeichnen diese Serie aus. Nein! Sein tuschender Kollege Philippe Buchet unterstützt ihn durch seine detailverliebten, versierten und dramatischen Zeichnungen in einem bewundernswert stimmigen Mass. Ein weiteres Traumpaar der Comicwelt.

Sillage ist eine der dienstältesten Serien im Hause Carlsen, die ohne langjährige Unterbrechnung erscheint und die, wenn man den etwas schwächelnden Band #10 einmal wohlwollend unterschlägt, bislang noch nicht enttäuscht hat. Elf Bände in zwölf Jahren, viele andere fortlaufende Serien gingen über diese Distanz in die Knie, wurden belanglos oder blass, wenn sich nicht sogar das Autoren/Zeichnerteam unversöhnlich verkrachte.

Aber aller Unkenrufe nach dem letzten Band zum Trotz, inzwischen liegt die elfte Episode aus dem Leben von Nävis vor, dieser inzwischen nicht mehr ganz so jungen Menschenfrau, die auf dem gigantischen Weltraumkonvoi Sillage ihre Kreise zieht. Und um es vorweg zu nehmen, die kleine Delle, die der letzte Teil hinterlassen hatte setzt sich nicht fort.

Aber wir wollen von Nävis sprechen, dieses kleine, einsame Menschenkind, das von Beginn an das Machtgefüge in diesem mehrere tausende Raumschiffe umfassenden Konvoi störte. Denn sie ist immun gegen die mentale Beeinflußung der obersten Kaste und stellte deren Führerschaft und Allmacht in Frage. Jedoch gelang es den Herrschenden schnell sie durch geschickte diplomatische Winkelzüge in ihre Dienste zu stellen, als Spezialagenzin für brenzlige Situationen. Black Op wäre wohl die adäquate Bezeichnung für diese gedrungene Söldnerin in Dienste der großen Ideen.

Es sollte sichtbar geworden sein, dass sich der psychologische Entwurf der Figur über die gesamte Reihe erstreckt. Nävis wird zum Spielball verschiedenster Interessen und nicht immer sind die Verläufe der Fronten klar sichtbar. Dienstleistungen für die Schattenkamarilla, Liquidierungsaufträge im Namen der Regierung - Nävis ist in ihren Taten kein Waisenkind, in ihrer Biografie jedoch schon. Dieses Defizit und ihr unbedingter (und verständlicher) Wunsch nach einem Zusammentreffen mit anderen ihrer Art führt zu einer tiefgreifenden Idealisierung und auch in dieser Suche nach diesem Wesen mit dem Namen Mensch finden sich zahlreiche philosophische Untertöne.

Nävis, deren Ausgestaltung ohne weiteres aus sinnlich/erotisch bezeichnet werden kann, ist eine einsame Kriegerin, gestrandet im All, adoptiert von einer Vielzahl fremder Gattungen ist einer korrupten Macht ausgeliefert und sie ist suchend nach Antworten und Anerkennung - Ja, sie ist eine gebrochene Heldin, glücklicherweise! Keine emotionslose Amazone, kein durch Silikonerhebungen liebreizendes Klischee.

Morvan und Buchet gelingt erzählerisch und grafisch ein Spagat zwischen genrekonformer Spannungsliteratur und subversiver Vieldeutigkeit. Sillage ist Unterhaltung und Politik, ein kritisches Nachdenken über den Menschen und ein hinreissender Comic - kurz ein Kunstgriff im Serienformat.

Der aktuelle Band setzt diese Traditionslinie fort. Es wird über einen Konflikt berichtet, den Nävis (erneut im zwielichtigen Auftrag) als Reporterin getarnt auskundschaften soll. Eine Tätigkeit, die gegen die Suspendierungsauflagen des Hohen Rats verstossen, der sie aufgrund ihres Ungehorsam zur Arbeitslosigkeit verdammt hat. Die allmächtige Korruption versucht ihre ehemalige Fachkraft für Delikante abzuservieren.

Im aktuellen Szenario zeigt sich eine weitere Finesse der Serie, die hier auf der offensichtlichen Erzähleben eine hochtechnologische und eien altertümliche Welt kollidieren lässt. Die Welt, die Nävis besucht befindet sich an einer zivilisatorischen Wegscheide, der Waffenhandel mit Feuerwaffen lässt das bisherige Gefüge des Planeten kollabieren und neue Mächte entstehen mit expliziter Duldung des Rates.

Auf den weiteren Erzählebenen ist der Comic jedoch ein schneidiges Kommentar. Der Entfremdungseffekt mag nicht originell oder subtil sein, aber eine Auseinandersetzung mit den großen Erzählungen des unsäglichen "Kampf der Kulturen" ist unübersehbar. Eine Kultur gerät in den Strudel der galaktischen Globalisierung und rast mit hoher Geschwindigkeit in eine neue Zeit, es kommt zu Verwerfungen. Erschwerenderweise gebären sich die Beauftragten der Regierung oftmals als Sextouristen, frei jeder interkulturellen Kompetenz, der Widerstand der Bevölkerung wächst. Es kommt zum offenen Konflikt, zu Übergriffen, zu Gräultaten, zu ideologisch motivierten Massakern.

Egal welche der aktuellen Auseinandersetzungen man nun als Folie benutzt, Sillage #11 spricht über die Kollision zweier sich fremder Weltauffassungen und diese Form des grafischen Nachdenkens bietet an manchen Stellen erhellendere Einblick in die Dynamiken eines Konfliktes als manch ein gutgemeintes Sammelbändchen voller politischer Essays. Und ich würde Morvan Huntington immer vorziehen. Ist eine reine Mehrwertentscheidung.

Ihr könnt den aktuellen Band dieser klugen Serie könnt ihr in beiden Filialen für 12 Euro erstehen, falls ihr nicht vorne beginnen wollt, mit dieser lohnenden Lektüre :D.

Snyder / King / Albuquerque: American Vampire [Vertigo] Ein berechtigter Hype & ein ganz klein wenig Etikettenschwindel.


Amerikanische Vampire! Ganz was neues! Und Stephen King schreibt mit! Soso! Die Werbemaschine ist gut geschmiert, die Etats großzügig bemessen und so stampft und marschiert der Hype unerbittlich durch das Vorweihnachtsgeschäft. Vorabexemplare für Buchhändler, eine breit angelegte Kampagne mit wohldosierten Marketing-Triggern und ein lautes Rauschen im Blätterwald ... hui! Aber mal ehrlich: Taugt er wirklich was, dieser Comic mit der Erfolgsautorbeteiligung?

Natürlich ist die Erwartungshaltung riesig, wenn einer der ganz Großen der Horrorliteratur in einem neuen Feld debütiert. Ebenso groß sind aber auch die Befürchtungen, dass es eine schäbige Bauchlandung wird, wenn clevere Trendschnitzer übereilt zwei Kunstpfade verknüpfen, die einfach nicht harmonieren wollen. Man mag aber ein saisonales Produkt auf den Markt werfen mag - insbesondere jetzt, wo der Hype rund um die lichtscheuen Langzähne fast jede Merchandisescheusslichkeit zu erlauben scheint.

Aber man muss feststellen, manche Sorge ist unbegründet. Stephen King ist immer schon mehr gewesen als ein reiner Genreautor, der nebenbei auch die Prinzipien der Vermarktungen begnadet beherrscht. Es gelang ihm in seinen Romanen stets eine sehr eigenständige Spannung und schwer fassbare Creepyness zu erzeugen, die kein anderer mit der gleichen Bravour aufs Papier bringen konnte.

Und seine Projektpartner Scott Snyder (Szenario, Storyboard) und Rafael Albuquerque (Illustrationen, Zeichnungen) sind wirklich keine zweite Wahl. Insbesondere die eigenständigen Bildwelten von Albuquerque wissen zu gefallen und liefern die perfekten grafischen Unterlagen für die zynischen, rüden, launischen und niemals blutleeren Szenarien von Snyder und King. Hier dürfen Vampire endlich mal wieder morden und meucheln, müssen sich nicht durch romantisierende Vorstellungswelten hemmen lassen. Eine Wohltat!

Natürlich wird hier aber auch ein ganz klein wenig Etikettenschwindel betrieben, denn King bleibt nicht über den gesamten Serienverlauf als Autor bzw. Co-Autor aktiv. Dieser Job wird nach dem ersten fünf Ausgaben komplett von Snyder übernommen. Aber als Kaufanreiz für den ersten Sammelband kann man es ja durchaus nutzbar machen. Liebe Marketinggemeinde, niemand wird euch deswegen gram sein.

Denn, erfreulicherweise versteht das junge Kaninchen seinen Job ebenso gut wie der alte Hase King. Snyder hat einige gelungene Kurzgeschichten unter dem Namen "Voodoo Heart" veröffentlicht. Zwei dieser Geschichten haben auch vor 3 Jahren ihren Weg auf die Shortlist der wichtigsten us-amerikanischen Anthologie "The Best American Short Stories" gefunden. Zuständiger Gastselekteur war im Jahre 2007 - Stephen King.

Man kannte sich also und wertschätzte sich, so entwickelte sich auch ihre Zusammenarbeit. Snyder fragte bei King an, ob er Interesse hat eine Schlüsselszene für seinen Comic zu entwerfen, King war begeistert vom Ansatz des jungen Wilden und im Ergebnis teilte man sich am Ende das Storyboard des ersten Serienzyklus.

Was bleibt ist ein erfrischender grafischer Parforceritt durch ein kreativ fast schon völlig erschlafftes Genre. Vampire wurden in den letzten Monaten in allen Form und Förmchen durchexerziert.

Plötzlich gibt es die romantischen Vampire ohne Kanten und Fehl, die hochsensiblen Blutsauger und vielerlei andere seltsame Nachtschattengewächse, aber leider fast kein verabscheuungswürdiges Monstrum mehr, kein abstossendes Ungetüm, kein lüsterner Unhold. Und daher ist American Vampire ein sehr schönes Antidot zur gegenwärtig vorherrschenden Maximalverkitschung.

Der Clou ist ja die grundlegende Idee des Comics, es kam zu einem evolutionären Sprung, die Vampirfamilien sind gespalten worden in die Zweige der alten und der neuen Welt. Die alten, dekadenten Vampire Europas sind schwach geworden, degeneriert, verhaftet geblieben in Duktus und Habitus der adeligen Schicht.

Der amerikanische Vampir hingegen ist wilder, roher, brutaler, kraftvoller, unempfindsam gegenüber Sonnenlicht und funkelndes Kruzifix. Und natürlich kommt es zu einer Abwehrschlacht zwischen beiden Gattungen und ganz nebenbei wird dann auch noch eine Geschichte Amerikas erzählt, die aufgrund der konsequenten Zeitebenen- und Ortswechsel niemals langweilig wird.

Ich habe in den letzten Monaten selten mit einem solchen Genuss einen Comic verschlungen. Er ist frisch, schlechtgelaunt und gewalttätig, die Bilder eigen. Natürlich ist die Figur des amerikanisierten Vampirs nicht frei von Kontroverse, aber wen kümmert solch ein Detail, wenn die Plots literarisch sind und die Stimmung einfach grandios ist. Bleibt abzuwarten ob sich der Höhenflug auch in den Folgebänden weiter fortschreibt. Wünschenswert wäre es insbesondere für Snyder, der sonst den Nimbus des Typs, der mal was mit King zusammen machte wohl nie wieder abschütteln kann. Ein Urteil, welches ich sehr bedauern würde.

Käuflich erwerbbar ist der hitzige, grimmige Subtypus in beiden Filialen, Kostenpunkt 16,95 Euro. Viel Vergnügen.

Montag, 29. November 2010

Was ist toller als Sex?

Natürlich: Adventsshopping in unserer neuen Comic-Kathedrale in der Torstrasse 75 in Mitte!
Wir werden am Sonntag, dem 5. Dezember ab 13 bis 18 Uhr für Sie da sein.
Warum erst grobe Umwege machen, wenn das Gute liegt so nah?

Samstag, 27. November 2010

Freitag, 26. November 2010

Das wars in der Weinmeisterstrasse

SUPA SALE ::: 26.11.10

Fertig! »Comics!« leuchtet!






Grober Unfug
Torstrasse 75
10119 Berlin-Mitte

Eröffnung am Samstag ab 11 Uhr!

Überraschungstitel für morgen:

TYRANNEN-QUARTETT II

Noch mehr üble Diktatoren auf 32 Spielkarten

Kim Jong-il, Gaddafi, Mugabe, Castro, Tito, Perón, Honecker, Breschnew, Nijasow u.v.a.

Quartettgruppen: Nazi-Kollaborateure, Junta-Chefs, Ostblock-Regenten, GUS-Autokraten, Charismatiker, Nepotisten, Isolationisten, Wahlbetrüger

Spielkategorien: Geburtsjahr, Alter bei Machtübernahme, Herrschaftsdauer, Todesopfer, Privatvermögen

Kartenspiel 32 Blatt (+ Deckblatt/Spielregeln), 59 x 92 mm, 300g/m² Quartettkarton lackiert, bruchsicheres Klarsichtetui

9,95 Euro




Grober Unfug
Torstrasse 75
10119 Berlin-Mitte

Eröffnung am Samstag ab 11 Uhr!

Donnerstag, 25. November 2010

2 Schaufenster in der Weinmeisterstrasse 9

In unserem alten Laden fanden die letzten Vorbereitungen für den Super Sale statt:

Einen Großteil unseres US-Heftchen-Backstocks gibt es morgen zum Sonderpreis von 50 Cent pro Heft!
Nur am Freitag, 26.11. von 11-19 h, Weinmeisterstrasse 9, 10178 Berlin

6 Schaufenster 2 Tage vor Eröffnung


Donnerstagabend stand fast alles am geplanten Platz, morgen noch der Feinschliff und richtig durchputzen!

Grober Unfug
Torstrasse 75
10119 Berlin-Mitte

Eröffnung am Samstag ab 11 Uhr!

Konzert zur Eröffnung unserer neuen Filiale in der Torstrasse 75 am Samstag 27.11.2010





Da die "Bimbo Bowlers", die dankenswerter Weise am Eröffnungsabend für uns spielen werden, zu den meistgebuchten Bands des Rockuniversums gehören, wird deren Konzert bei uns schon gegen 17 Uhr stattfinden! Danach müssen die Barden noch woanders auftreten - Waldbühne oder so...
Egal!
Ihr kommt zu uns und seid die Ersten des Abends, die sie hören werden!

Mittwoch, 24. November 2010

Überraschung: US-Comic-Heftchen-Super-Sale am Freitag!

Wir kommen mit dem Einrichten unseres neuen Ladens in der Torstrasse 75 gut voran und freuen uns auf die Eröffnung am kommenden Samstag ab 11 Uhr!

Schon am Freitag, 26. November, gibt es kurzfristig eine Sonderveranstaltung in unserem alten Laden in der Weinmeisterstrasse 9:

Das wilde Dutzend-Pop-Up-Store

Die Loge und der Verlag Das wilde Dutzend präsentiert von 11 bis 19 Uhr seine erste Veröffentlichung: Die Guten, die Bösen und die Toten. Eine lange verschollen geglaubte Schreckens-Chronik des mysteriösen viktorianischen Autoren Johan von Riepenbreuch. Für alle Fans von Tim Burton und Edward Gorey ein Muss! Daneben stellen Künstler und Designer aus. Mit von der Partie u.a.: Die Illustratorin Ebeneeza K mit Drucken, Ännchen mit Paper Craft und Textilien, der Kinderbuchverlag Schlehdorn mit ihrer Reihe Piepvögelchen und Gerald Hanke mit Schmuckdesign. Für alle, die auf eher ungewöhnliche Weihnachtsgeschanke made in Berlin aus sind!

Gleichzeitig gibt es dort zu einmaligen Sonderpreisen einen Resteverkauf von US-Comic-Heftchen, die wir nicht mit in den neuen Laden nehmen wollten oder konnten: Dutzende "Longboxen" voll Titeln der Verlage DC, Marvel, Image, Dark Horse usw stehen zum Verkauf, der Preis pro Heft beträgt 50 Cent!

Nur am Freitag, 26.11. von 11-19 h, Weinmeisterstrasse 9, 10178 Berlin

Montag, 22. November 2010

Ausgepackt!

330 ausgepackte Kisten! Heute.


Die Bücher, Figuren, Kalender usw. sind schon auf alle Regale & Präsentationsflächen verteilt, müssen aber noch geordnet werden. Morgen...

Sonntag, 21. November 2010

"I love RENATE"...

...ist einer der besseren Gimmicks in Gerhard Seyfrieds Vision einer grün regierten Hauptstadt, die er für die Springer-Zeitung "B.Z." erstellt hat:

Moebius - Struktur im Licht der Wüste

Beitrag des ARTE-Magazins "Metropolis" vom 20./21. November:

Freitag, 19. November 2010

Männer. Altbacken. Sachsen. Und: "Zutaten für eine gelungene Karikatur".

Deutscher Karikaturenpreis 2010

Einen ganzen Laden ein- & ausgeladen!

Heute morgen um 8 Uhr rollten die ersten Kisten aus der Weinmeister raus.


Heute mittag war der alte Laden leer und die LKWs waren voll.


Und seit heute nachmittag steht alles in der Torstrasse 75 und wir können einräumen.

Donnerstag, 18. November 2010

GREEN LANTERN: der offizielle (erste) Trailer!



Der offizielle (erste) Trailer zur (vermutlich) spektakulärsten Kino- Film- Version einer Comic-Reihe 2011... (Sieht aus wie "Star Wars" mit Super-Heroes!)
Kino-Start (weltweit) im Juni '11



c) 2010 DC Entertainment & Warner Bros.

Angoulème Festival International 2011: Die Nominierungen



Auf der offiziellen Website des größten (und anspruchvollsten) Comic Festivals Europas in Angouléme, könnt ihr jetzt ALLE nominierten Comic-Alben, Künstler etc. einsehen (in Bereichen wie etwa Neuerscheinung, klassischer Reprint, Kinder-/ Jugend-Comic usw.

Der Großteil der nominierten Titel ist übrigens auch im UNFUG erhältlich (z.T. in mehreren Sprachversionen -deutsch, englisch, französisch, japanisch-!)

Zu den Graphic Novels und Reprint-Bänden aus den USA, die sich 2011 Hoffnung auf einen der begehrten und angesehenen Preise machen können, gehören z.B. "Walking Dead" (die frz. Ausgabe hat ein cooles neues Cover!), Wilson, Asterios Polyp, X'ed Out, Darwyn Cooke's Parker, Footprints In Gaza oder aber Incognito (von Brubaker).

...das alles gibt's ab 27. 11. 2010 bei uns zu besichtigen (und kaufen), dann in der TORSTR. 75 !

Das aktuelle Maskottchen des Festivals sieht übrigens aus, als hätten sich "Krazy Ignatz" und die "Quitzi"-Katze gepaart...

Lagerfund - Das Sackgesicht von nebenan

Ol Plakat von '95 - beim Packen für den Umzug im Lager wiederentdeckt.

Grober Unfug bei Google Street View

Seit heute laufen die Server und so sehen wir dort aus:

Die gute alte Weinmeister mit »Manna Tiaré« als Nachbarn (!??) - das Foto muss noch aus dem Sommer 2008 stammen...


Größere Kartenansicht



Im Gebäude auf der linken Ecke, in den Räumen mit den blauen Fenster- und Türrahmen: Das wird in ein paar Tagen unser neuer Comicladen in der Torstrasse 75 sein! Das Foto ist ebenfalls mindestens ein halbes Jahr alt...


Größere Kartenansicht



Oh! In der Zossener Strasse haben sich unsere Mitbewohner "verpixelt":


Größere Kartenansicht

grossartig-seltsames Interview mit CHARLES BURNS!

Der Anfang in holländisch, aber dann wird's englisch:


gefunden bei cobra.be

Mittwoch, 17. November 2010

6 Schaufenster in der Torstrasse 75

Leere Regale in der Weinmeisterstrasse 9 heute:

Heute haben wir den Rest aus unseren bisherigen Ladenräumen in Kisten verpackt. Morgen ist das Lager dran....

Leere Regale in der Torstrasse 75 - auch heute:

Ein abendlicher Blick in unsere neuen Räume!

Und ein nächtlicher Gang vorbei an den 6 grossen Schaufenstern in der Torstrasse 75 in Berlin-Mitte:

Dienstag, 16. November 2010

Der halbe Laden ist eingepackt!

Weinmeisterstr. 9, heute 11 Uhr.


Weinmeisterstr. 9, heute 17 Uhr.


Falls sich jemand interessiert für:

- die wunderschöne, braune Bücherregalwand (insgesamt ca. 15 Meter Breite)
- die Deckenbemalung von Peter Engl

bitte schnell per Mail melden! Wir wollen dafür nix. Müsst ihr nur selbst abbauen...

Montag, 15. November 2010

heute um 19 Uhr: LICHT AUS in der Weinmeisterstr.9


Nach 13 ereignisreichen Jahren haben wir heute zum allerletzten Mal das Licht in unserer Filiale Weinmeisterstr.9 gelöscht. Für immer.

Morgen beginnen wir mit dem Einpacken.

Am Samstag, 27. November erfolgt die Neueröffnung in gröberen, schöneren und helleren Räumen in der Torstrasse 75 in 10119 Berlin-Mitte!

Unsere Kreuzberger Filiale hat derweilen unverändert geöffnet!

Comic-Kampagne einer baskischen Lokalregierung!

Poster des spanischen Zeichners Ata für eine offizielle Kampagne der Lokalregierung aus der baskischen Provinz Araba-Álava.
-> via Blog De Cómics

Mittwoch, 10. November 2010

Manga in Hong Kong (China)

"The Qube" (Animax) berichtet von der eintägigen "Comic World" in Hong Kong:



Dienstag, 9. November 2010

Und Gott sprach: kauft Kalender!

Die nächste Lieferung Kalender ist gestern eingetroffen und wurde auch schon komplett bearbeitet...



Und hier noch der Kalendertipp von Quitzi...


ARAIGUMA RASCAL (Rascal, der Waschbär) Calendar 2011 (DIN B3 / 7 Seiten)
Bestellnummer: CL-263
Preis 18 Euro

Freitag, 5. November 2010

US Lieferung - allet da! Kommt ran!

...muss ick noch mehr sagen?

Das Führerquartett ist wieder da

Endlich wieder da! Das Führerquartett (jetzt mit Frauenquote) gibt's wieder bei uns für 9,95.

Berlin #17 - EBEN ANGEKOMMEN!

kauf' Dir ein Stück "Unfug"




Unsere von Peter Engl gemalte Decke kann in Einzelteilen ( oder wer die ganze möchte - natürlich auch am Stück! ) zum günstigen Tarif gekauft werden:
Bemalte Spanplatte von Peter Engl: 1 Teil 60 cm x 180 cm für € 20,-

Da unsere Geschäft in der Weinmeisterstr. 9 am 15.11. 19 Uhr für immer schliesst, können die Deckenteile bis 15.11. in der Weinmeisterstr. 9 besichtigt und reserviert werden. Danach ist Besichtigung und Abholung nur nach telefonischer Vereinbarung möglich.

Die Neueröffnung ist am 27.11. ab 11 Uhr in der Torstr. 75

US Lieferung erst heute Nachmittag

LEUTE! US Lieferung kommt heute erst aufm Nachmittag! Bedankt euch bei den Bombenlegern dafür...
Und spart euch Kommentare wie "kommen eure Comics aus Griechenland oder Jemen" ALLE Lieferung aus dem Ausland werden gerade durchleuchtet wie ein Westpaket von der Stasi.

Donnerstag, 4. November 2010

Jeff Lemire: Essex County #01 - Geschichten vom Land [Edition 52] Ein faszinierender Erzähler, nun endlich auch auf deutsch!

Anfang des Jahres hatte ich ja bereits The Nobody von Jeff Lemire sehr begeistert besprochen (Rezension hier). Nun liegt endlich auch der erste deutsche Titel dieses jungen Ausnahmetalents vor. Der Wuppertaler Indieverlag Edition 52 kann sich damit schmücken, den kanadischen Autor einen breiteren Publikum vorzustellen.
Überraschenderweise scheinen sich die großen Verlagshäuser in Deutschland für die tiefsinnigen, raffinierten kleinen Erzählungen (die zu Recht vielfach prämiert wurden) nicht wirklich zu interessieren, nun denn.
Die deutschen Herausgeber von Essex County haben sich entschieden die Trilogie als drei getrennten Titel zu veröffentlichen, ein Vorgehens, welches ich durchaus verstehen kann.
Seit Mitte Oktober liegt nun in den gutsortierten Buchhandlungen des Landes dieses grafische Kleinod aus, an welchem ich nur einen einzigen Punkt auszusetzen habe.
Denn leider wurde hier für ein konstantes Computerlettering votiert, welches die erzählerische Eleganz der Geschichte ein wenig schmälert, diente doch im Original der variable, kratzige Strich auch auf der Textebene der Vermittlung von Emotionen.

Die erste Geschichte des Zyklus rund um die fiktive Region Essex County kreist um den zehnjährigen Jungen Lester, der nach dem Krebstod seiner Mutter als Waise von seinem Onkel aufgenommen wird. Lester ist unzufrieden.
Er ist eingekeilt zwischen den ungeliebten täglichen Pflichten in der Landwirtschaft, dem bösartigen Spott der anderen Landkinder, die in diesem kostümtragenden Aussenseiter nur eine Schwuchtel sehen und dem schwierigen emotionalen Verhältnis zwischen ihm und seinem Onkel, diesen plötzlich ungewollten Ersatzvater. Daher flüchtet er sich in eine Alternativwelt, wird Eskaptist, Träumer, Spinner - kurz er bleibt ein Sonderling.

Er trägt Cape und Maske und ist folgerichtig natürlich auch ein großer Comicfan. Auf diesem Weg freundet er sich auch mit dem sonderbaren Tankstellenbesitzer Jimmy Lebeuf an, welcher in seiner Vergangenheit (bis zu seinem verheerenden Unfall) ein erfolgreicher Eishockeyspieler war. Inzwischen ist auch er durch die ihn umgebende Welt zu einem Sonderling gemacht worden, ein schwerfälliges, langsames Opfer des sanften Spotts und der offenen Verachtung.
In Lemires Geschichten finden diese verwandten Geister stets zueinander und erwerfen sich gemeinsam eine andere Welt in der sie sicher sind vor Spott, Hohn und Zuschreibungen per Blick oder Wort. Jimmy und Lester verlieren sich in einer fiktionalen Welt, erzählen sich Tag um Tag kleine Geschichte, kommen sich näher und näher, werden Vertraute. Bis zum Tag, an dem sich alles ändert.

Diese kleine, leise, ereignisarme Erzählung wäre nicht so beeindruckend, würde sie Lemire gegen den Einbruch des Unerwarteten verwehren. Seine subtilen schwarz-weiss schraffierten Zeichnungen ergänzen den erzählerischen Stil, in dem der Einfluss des magische Realismus deutlich erkennbar ist nahezu perfekt.
Dieses dichte narrative Gewebe überzeugt durch seine Stimmigkeit und seinen Doppelsinn, denn schlußendlich handelt diese Geschichte auch von einem Reifeprozess, von der Abnabelung von der trauten Welt der Kindheit und von so vielem mehr.

Lemires Geschichte sind Resonanzkörper für eine Vielzahl von Deutungen, offen für die verschiedensten Betrachtungen, eigensinnig und eigenständig und daher sehr zu empfehlen. Man mag nicht glauben, dass der Autor dieser Trilogie gerade mal die 30 überschritten hat, er erzählt bereits jetzt wie ein routinierter alter Meister und entwickelt einen grafischen Stil, der ihn weit von den aktuellen Schulen abhebt.
Ich freue mich sehr darüber, dass der Verlag auch der zweite Titel der Trilogie noch in diesem Jahr veröffentlichen will (geplant für Dezember) und hoffe sehr, dass dieser stille, faszinierende Erzähler in Deutschland zahlreiche Anhänger finden wird. Für alle Neugierigen: Der erste Band der Essex County Trilogie kann in beiden Filialen für 11 Euro erworben werden.

Dienstag, 2. November 2010

GACKT PLATINUM BOX 11 - SEIT HEUTE VORBESTELLBAR

ACHTUNG! GACKT PLATINUM BOX 11 STEHT IM JANUAR 2011 AN...

Platinum Box XI (11)
Preis 94,95 Euro
Vorbestellnummer: 19264

Hebt euch also n bisschen Weihnachtskohle auf!


Warren Ellis / Cully Hammer: Red [Panini]. Politisierter Tortureporn

Sicherlich, man kann Warren Ellis vorwerfen, dass er schon differenziertere Figuren entworfen hat, psychologische Konflikte konziser ausgearbeitet hat und spöttischer gegen die Mächtigen wetterte - aber warum?

In dieser Miniserie war dafür eben kein Raum vorgesehen, 80 Seiten, 3 Teile, Unmengen von zerteilten Leibern und zahllose hübsch inszenierte Schlachtungen als Nahmotiv - so lauteten die Eckdaten von Red. Kann man jetzt bemängeln und kritisieren, aber weshalb?

Gut, die Idee ist sicherlich nicht die Neuerfindug des Schwungrads, aber miserabel umgesetzt ist sie sicherlich nicht. Ähnlich wie Spider Jerusalem ist auch Paul Moses alias Red wieder eine vollkommen überzogene, grandiose Satire - nahezu hyperidentifikatorisch.

Red ist niemand anderes als der begnadetste Killer beider Hemisphären, der eigentlich nur seinen Ruhestand in Friede verbringen will. Gepeinigt von den Erinnerungen an seine Karriere als gedrungener Massenmörder wird er plötzlich Opfer eines staatlich sanktionierten Mordanschlags - den er natürlich unversehrt übersteht.

Red ist ein Symbol für die ehemals offenherzig blutrünstige Politik der Geheimdienste, die sich nie zu schade waren in Geheimoperationen Angst und Schrecken zu verbreiten. Natürlich ist diese Mischung aus konspirologischem Zierrat und eleganter Ultrabrutale jetzt nichts neues - aber die konsequente Geschwindigkeit von Red ist es schon.

Das Ergebnis des Showdowns ist von Seite Eins an klar und trotzdem meuchelt sich der unglaublich abstossende Antiheld quer durch die Abwehrketten und man entwickelt während dieser wilden Raserei eine gewisse Symphatie für ihn und seine fragwürdigen Ideale. Ein Fossil des Kalten Kriegs rächt sich an der nachfolgenden Generation - das Monster wendet sich gegen seinen Schöpfer, klingt bekannt oder?

Erstaunlicherweise ist Ellis der tatsächlichen medienpolitischen Linie damit sogar voraus, denn inzwischen ist eine Aussstrahlung des dritten Teils der ehemals ur-amerikanischen John Rambo-Saga in den nordamerikanischen Lichtfilmhäusern nicht mehr wirklich gerne gesehen. Erinnert doch dieses Stück Actionkino an eine zwischenzeitlich gerne verdrängte Episode der us-amerikanischen Aussenpolitik.

Eine ähnliche politische Amnesie soll auch durch die Liquidierung von Red erreicht werden, frei nach dem Motto, wenn wir unseren schmutzigsten Killer ausschalten können wir unsere Hände wieder in Unschuld waschen und müssen uns keinen weiteren unbequemen Fragen durch eine sensibilisierte Öffentlichkeit stellen.

Die politisch motivierten Morde in welche Red involviert war werden zu Beginn des dritten Teils in einer einzigen Seite, welche Vergangenheit und Gegenwart überblendet, verdichtet.

Erkennbar ist hierbei der Mord an JFK, Dr. King und zwei für mich nicht identifierbaren Personen, wobei die zweite auf erschreckende Weise Aung San Suu Kyu ähnelt. Der Comic beweist in diesen vier Panels seine wahre Finesse, wenn er zwischen den genrekonformen imaginären Orten eines Thrillers und einer dezidiert im Realen verwurzelten provokanter Anklage changiert.

Ellis ist auf der Folie eines fast schon torturepornaffinen Rachefeldzug eine gallige und bissige Satire auf die gegenwärtige Politik der Geheimdienste gelungen, deren High Noon mitten in Langley stattfinden wird. Mal sehen wie viel von diesem durchaus subversivem Potential bei der Verfilmung übrig bleibt, mir schwant schlimmes!

Wer sich selbst ein Bild von dieser grandiosen Herrschaftssatire und einen der kaputtesten Charaktere der heutigen Comicwelt machen mag, der wird in beiden Filialen fündig - Kostenpunkt 12,95 Euro (SC).

Mignola / Arcudi / Davis: B.U.A.P. #08: Die Warnung [Crosscult]. Deutschland brennt!


Im Büro der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen (kurz BUAP) vertreibt man sich wie unter Sonderwesen üblich die Zeit etwas anders. Egal ob man nun mithilfe eines Mediums Kontakt zu einer anderen Person aufnehmen mag oder magische Waffen einfach mal verschwinden lässt, in dieser Behörde laufen die Dinge eben etwas divergenter und der ein oder andere Spind kann durchaus Heim und Refugium eines verlorenen Geistes sein.

Inzwischen hat sich die als Hellboy-Spinoff entwicklete Serie emanzipiert und das Team Mignola/Arcudi (Text, Storyboard) und Davis (Zeichnungen) beweist einmal mehr, weshalb der Flurfunk dieses Büros etwas besonderes ist. Ein liebevoll vertracktes Storyboard, überraschende Drifts und die (wie üblich) unglaublich stimmigen Zeichnungen machen den Comic einfach zu einer runden Sache. Diabolische Froschwesen, antike Roboter und eine brennende bayrische Hauptstadt bilden dann den Rest dieser optischen Delikatesse. Richtig München brennt - und zwar lichterloh!

Zwar glaubte man anhand der ein oder anderen Äusserung bayrischer Politiker schon in den letzten Wochen, dass hier gefährliche Geister tätig sind - aber nun ist es amtlich. Der erste Teil dieser Trilogie macht klar, wir werden angegriffen! Die integrationsunwilligen Invasoren aus der Hohlwelt zerbröseln, aus der Bauruine eines niemals fertiggestellten unterirdischen Bahnhofs ... (ähm, ja ist wahr :D) ... heraus die Stadt und keines der importstarken deutschen Waffensysteme kann ihrem Toben Einhalt gebieten, erst der große magische Knall macht Schluss mit dem kannibalistischen Treiben der Froschwesen ... für viele Münchner leider zu spät, sie wurden Opfer des gewaltigen Hungers der Frösche.

Soweit so gut, was nun? Wird die Idylle der bayrischen Gemütlichkeit aus den Trümmern dieser rauchenden Stadt nochmals emporsteigen können und erneut Weisswurstglanz verströmen? Um diese Frage wird sich wohl der zweite Teil drehen. Welche deutsche Stadt dort in Schutt und Asche gelegt wird, darüber schweigen sich meine Quellen bislang aus, aber anhand des sprechenden Titels von #08 bleibt es wohl spannend!

Die grafische Novelle zum brennenden bajuwarischen Immobilienmarkt kann übrigens in beiden Läden für 19,80 Euro (HC) erstanden werden.

Montag, 1. November 2010

simpático





Heue bekamen wir spontanen Besuch von einem sehr sympathischen Spanischen Comiczeichner, der auf Promotionstour für seine Comics ist. Er hat gleich im Laden begonnen, Kostproben seines Könnens zu geben, indem er drei grossformatige Zeichnungen anfertigte!
Zum Beweis seiner Anwesenheit bei uns, musste ich mit seinen Comics posieren, was ich gerne getan habe!

Beide Bücher gibt's bei uns vom Autor signiert.
Sie heissen:
"Providence Dream" € 10.-
"el cine de los pobres" € 14.-

Natürlichhat der Mann auch einen Blog!