Dienstag, 17. September 2013

emails von JULES… heute: "Huck Finn"

"Was macht eigentlich unsere Jugend, wenn grade mal niemand hinguckt?" Kann man vielfältig beantworten… In dem aktuellen Fall handelte es sich um sehr junge Jugend (1-4jährige). Und die Aufsichtspersonen? Waren zwischenzeitlich durch einen spannenden Feuerwehreinsatz abgelenkt!

Typische Prenzlauer Berg-Episode, in dem man gerne sauschwere Blumenkübel auf schmalen Altbau-Balkon-Brüstungen im 4.Stock balanciert. Jetzt gab es ein bisschen Wetter (aka "Wind") und so ein Blumenkübel war auf den Gehweg runtergeknallt - keine Toten - aber der immernochlocker 5-Kilo schwere Inhalt hing an einem seidenen Faden (Wurzel?) an besagter Balkonbrüstung fest. Jetzt wurden unten am Gehweg bereits Passanten auf die Gefahr aufmerksam gemacht, aber das war natürlich keine Dauerlösung. Diese bestand aus Polizeiwagen! 2 Stück! Feuerwehreinsatzwagen! Feuerwehrleiterwagen! Der mit 2 Mann Besatzung in den 4. Stock hochfuhr!

Das Publikum war begeistert und gab auf dem Nachbarbalkon (wo ich stand) Standing Ovations! Feuerwehrleute posen ein wenig - und dann? Dann schubste einer vorsichtig den Blumenkübel-Rest-Inhalt vorsichtig über die Brüstung auf die Innenseite des Balkons. Das wars. Wäre einfacher gewesen den Schlüsseldienst zu holen und von innen das Problem zu lösen. Und billiger obendrein! War aber eine tolle Show, da waren sich alle einig. Wäre was für die Kinder gewesen. Richtig - die Kinder! Wo waren denn die kleinen Racker abgeblieben?

Es war nichts Schlimmes zwischenzeitlich passiert. Die kleinen Racker [wie gesagt 1-4 Jahre] hatten durchaus Spaß und neben den doofen Erwachsenen ihre eigene Party gefeiert. Da aber die Party allgemein schon um 15 Uhr gestartet hatte musste dieser Teil der Gäste mitsamt mind. einem Erziehungsberechtigten schon um 20 Uhr ins Bettchen. Der dagebliebe Erziehungsberechtigte konnte sich dann entspannt mit Singles (w)(m) und Plural über Erwachsenenthemen unterhalten und Gedanken äußern, die mehr als zwei Sätze brauchen. Toll, nè?

Als sich die Party im weiteren Verlauf des Abends auf die Dachterrasse verlagerte, konnte man sozusagen auch noch den II. Akt bewundern: "Was macht eigentlich die Jugend, wenn grade mal niemand hinguckt?" (Teenager-Edition: 12-16 Jahre) Antwort: Abwarten.

So gegen 22 Uhr war auf der Dachterrasse (halb öffentlicher Zugang, da Mehrparteien-Mietshaus) ein kleines Rudel "Dorfjugend" aufgetaucht. Also "Dorfjugend", da die Mitglieder weder sonderlich gepflegt, noch gestylt, noch irgendwie bewusst individuell aussahen. Einfach nur eine Gruppe sehr junger Menschen, die sich weder aggressiv verhielten noch sonst irgend eine Art von Kontakt suchten. Sie warteten.

Als sie ausreichend lange gewartet hatten (etwa eine Viertelstunde) schlenderte einer betont unauffällig zu der Pergola an das die Dachterrasse angrenzenden Haus ran. Kletterte dort hoch und ließ die auf dem Nachbardach versteckte Leiter runter. Woraufhin sich der Rest der "Dorfjugend" in froher Erwartung erhob und in gemäßigten Tempo zur Leiter joggte.

Aber da hatten sie nicht mit den alten Säcken gerechnet! Vor allem Katja (Ende Dreißig, Übermutter, sehr erfolgreiche Rechtsanwältin und leicht angetrunken) machte sie nach allen Regeln der Kunst rhetorisch zu Kleinholz.
"Aber wir sind doch schon 16!" lautete die klägliche Gegenwehr.
Ich warf dann noch ein, dass wir doch alle unsererzeit mal auf Dächern rumgekraxelt sind.
Zu Studienzeiten gerne auch mal in angetrunken Zustand! Und warum -
Richtig! Zu Studienzeiten! Kam dann als Gegenargument.
Da sei man ja wohl etwas älter als 16, könne das besser einschätzen- und
Und? Und wenn so ein Jugendlicher vom Dach falle wäre das ja wohl schwerwiegender als ein 5-Kilo-Blumentopf, der mit dem Feuerwehrleiterwagen gesichert werden muss.

Gemeingefährlich sei das! Später kam raus, dass der Hausmeister dieses Mehrparteien-Miethauses IMMER wieder morgens die Leitern einsammele! In dem einen Keller habe er schon 10 Leitern geparkt und in dem anderen Keller auch schon 3-5 Stück… BrummelBrummel.

Und was machte die Jugend dann?
Sie wartete.
Das kann sie gut.
Die Zeit ist schließlich auf IHRER Seite.

Olivia Vieweg
Huck Finn (nach Mark Twain)


Suhrkamp
140 Seiten | Paperback | 17 x 24 cm
ISBN 9783518464298
19,99 EUR
Um zum Punkt zu kommen:

Die Graphic Novel "Huck Finn" kann sehr gut ohne Vorkenntnisse, Anglistik- oder Literaturstudium und Erwartung eines Bildungsbürgertums-Quickies gelesen werden. Diese Geschichte ist stark genug um alleine zu stehen.

Es beginnt mit der Jugend und kommt recht schnell zu einer Momentaufnahme, was mit vernachlässigten Jugendlichen passieren kann, wenn sie dann gerettet werden sollen. Wir kennen alle die Schlagzeilen und das schlechte Gewissen, dass in unserem sehr wohlhabenden Land immer noch junge Menschen unter die Räder kommen. Unerfreulich aktuell das. Und auch die Helfer (Pflegemutter und Sozialarbeiterin) - echte Gutmenschen - sind in ihrer naiven Hilflosigkeit und ihrem überbordenden guten Willen so … vertraut. Es kann einem schlecht werden.

Das sollte man sich aber besser für den Moment aufsparen wenn der leibliche Vater auftaucht und seinen Sohn aus der betreuten Pflege rausreißt. Weil er ihn liebt und nur das Beste für ihn will. Was ja, wenn man all die Nachrichten um vernachlässigte und misshandelte Kinder verfolgt, nicht so selten vorkommt. Das ist einfach etwas zu realistisch um es nur als gute Unterhaltung abzutun.

Etwas zu realistisch ist dann auch die zweite Hauptperson, eine knapp über minderjährige Zwangsprostituierte. Ok, man weiß ja dass es sowas gibt. Das es kein Einzelphänomen ist. Sondern Realität, in diesem unserem Lande. [Als ich im Freundeskreis von dem Buch erzählte, kam an dieser Stelle der Einwand, dass die Situation wohl ausgesprochen realitätsfern sein. Warum die beiden denn nicht einfach zur Polizei gingen? Sicher? Ein minderjähriger Junge, der von seinem prügelnden alkoholkranken Vater & eine knapp-über-minderjährige Zwangsprostituierte mit ausländischen Wurzeln, die von den Schlägerbanden ihrer Zuhälters gesucht wird? Gehen natürlich prima und sofort zur Polizei? Sachsensumpf anyone?]

Die Idee dann über Floß die Saale hinunter bis nach Hamburg zu kommen, ist zwar idiotisch (wie man als Erwachsener weiß). Aber durchaus naheliegend, um den Verfolgern auf unerwartete Weise zu entkommen (wie man als Jugendlicher gedacht hätte). Hier nimmt die Geschichte den Leser mit.

Die Stelle, an der die Geschichte dann wieder verliert, ist das knapp vor Schluss aufscheinende Happy-End in einer alternativen, ländlichen Großfamilie inklusive Dorfjugend, die frei, naturverbunden aber dabei doch sehr sozial eingebunden ist. Inklusive Elterninitativkita mit Sommerfest, veganem Nudelsalat und Piep-Piep-Piep-wir-haben-uns-alle-lieb. UND DANN die andere ländliche Großfamilie komplett massakriert. Wegen einer Fehde. DAS IST NICHT REALISTISCH. Nicht in Deutschland. Ok, es sind die Kohl'schen "blühenden Landschaften" von Deutschland. Zugegebenermassen, kenne ich mich in der Gegend nicht soo gut aus. Aber dennoch. (Andererseits ist auch mein persönlicher Kontakt zu Zwangsprostituierten oder sozial auffälligen Jugendlichen gleich null - obwohl ich in Berlin lebe - und DEN Teil der Geschichte hielt ich für glaubwürdig.)

[Eine kurze Recherche im mächtigen Internet ergab, dass dieser Teil tatsächlich durch die Vorlage motiviert ist.]

Das Ende ist wiederum auf poetische Weise realistisch. Wie oft sah man als Kind oder Jugendlicher das Weltende voraus, wenn man diese Sportprüfung nicht schaffte, die Klassenarbeit versemmelte oder einfach xyz verbockte.
Und dann passierte - NICHTS.
Das Leben ging weiter und man selbst auch.
Happy End.
Manchmal, aber nur manchmal, lösen Probleme sich ganz von allein.

JULES

Samstag, 14. September 2013

Buchlesung und Diskussion mit Emmanuel Guibert


Im Institut français Berlin, Salle Boris Vian, 4. Stock, Kurfürstendamm 211, 10719 Berlin findet am Dienstag, den 17.09.2013 von 19:00 Uhr bis 20:30 Uhr ein Gespräch zwischen Emmanuel Guibert und Lars von Törne statt, in dessen Verlauf der kompetente Journalist und Comicexperte dem vielseitigen Künstler entlocken möchte, wie und warum er sich für dieses oder jenes Thema entscheidet.



Die Diskussion wird simultanübersetzt und der Eintritt ist frei!

Weiter Infos gibt es hier

Mittwoch, 11. September 2013

"Tito on Ice" - Max Andersson @ Filmfest Hamburg!

Die Comiczeichner Max Andersson und Lars Sjunnesson reisen quer durch das ehemalige Jugoslawien. Mit an Bord: ein Kühlschrank, darin: die Mumie von General Tito. Die Reise ist eine Promotour für einen neuen Comic der Schweden und zugleich ein Kunst- und Geschichtshappening über Tito und den Zerfall Jugoslawiens. Auf ihrem Trip tauchen die Künstler ein in eine skurrile Welt voller Paralleluniversen und überschreiten pausenlos Grenzen. Auch die zwischen den Genres: Dokumentarisches Super-8-Material geht über in Animationen aus Pappe und Müll. Ein Film über und jenseits von Grenzen – tragisch, poetisch und sehr komisch.



Wer sich für (Independent-) Comics, Dokumentarfilm, Musik, Politik oder selbstbestimmtes Leben interesssiert (und die Möglichkeit hat) sollte sich das anschauen:

"Tito on Ice" - am 30.9. und 3.10. in Hamburg


Hier unsere Tweets nach einer Vorführung in Berlin im Februar dieses Jahres:

…und hier der Trailer zum Film:



aktuelle Infos auf titoonice.wordpress.com

Dienstag, 10. September 2013

offerte froide - kühles Angebot!


Da hat sich der Casterman-Verlag, Frankreich was Nettes ausgedacht:

Wer lausige zwei "TinTin"-Alben für € 12,95 pro Stück kauft, bekommt sage und schreibe ein Album gratis dazu!
Da sorgt doch der kluge Schenker für Weihnachten vor und belohnt sich gleich selbst mit dem Gratisexemplar! - So würde ich das machen, hätte ich nicht schon alle Bände…

unter anderen gibt es diesen Titel als Gratisversion

Die Gratisalben sind als solche gekennzeichnet und das Angebot gilt, solange der Vorrat reicht.

Montag, 9. September 2013

la nouveauté de la semaine

Unser Trendscout Armi kam neulich mit einem wunderbaren französischen Comic aus Belgien zurück, den wir sofort bestellen mussten und jetzt vorrätig haben:
"L'atelier Mastodonte", ein Comic über das gleichnamige Atelier, in dem Alfred, Bianco, Neel, Pedrosa, Tebo, Trondheim und Yoann gemeinsam arbeiten. Diese hochkäratigen Comickünstler haben sich und ihren Arbeitsalltag gezeichnet und in diesem schmucken Hardcoverband zusammen gefasst, der in einem Schuber steckt, dessen Coverillustration kein Geringerer als Bilal gestaltet hat!
Da muss man einfach zugreifen!
(Ist Euch aufgefallen, dass ich kein einziges Mal "Graphic Novel" sagen brauchte?!)



Alfred, Bianco, Neel, Pedrosa, Tebo, Trondheim, Yoann:
L'atelier Mastodonte - tome # 01 
Dupuis - 9782800153698
16,95 Euro

emails von JULES… heute: "Chew - Bulle mit Biss!"

So horcht wohl auf liebe Kinder und lasst euch erzählen von der Zeit als es noch Diplomanden am MPZ [Max-Planck-Institut für Züchtungsforschung] in Köln gab. Mir ist ja schon klar, dass ich ein alter Sack bin und einige unserer jungen Leser gar nicht wissen was Diplomanden sind [fragt doch mal spasseshalber einen Assi an der Uni und kommt wieder, wenn der aufhört hysterisch zu lachen] - aber die folgende Geschichte ist wirklich wahr und nett und hat sich vor etwa 20 Jahren so zugetragen!

Damals hatte ein sehr junger Diplomand von knapp 28 Jahren - nennen wir ihn Holgi (aus Anonymisierungsgründen & wg. meines saumiserablen Namensgedächtnisses] - nur noch knappe zwei Wochen bis zur Abgabe seiner Diplomarbeit. Alle Fristverlängerungen waren schon ausgeschöpft, alle Hintertürchen, Schicksalsschläge und "nicht selbstverschuldeten" Hindernisse ausgespielt. Zwei Wochen! Dann war das Ding fällig.

Holgi forschte irgendetwas superwichtiges für den Weltfrieden mit … Bakterien? Zellkulturen? Es war mir seinerzeit lang und breit erklärt worden. Aber ich hatte es damals schon nicht kapiert und bin heute auch nicht in der Lage das wikifest wiederzugeben. Ist auch nicht so wichtig, wie die Tatsache dass Holgis Zellkulturen unbedingt in einer biologisch korrekt angereicherten Nährstofflösung gezüchtet werden mussten, die mit ganz bestimmten [gekürzt] und dazu brauchte Holgi eine bio-Basis. Vulgo: Rinderblut.

Viel Rinderblut! Und das konnte man damals und in Köln durchaus beim freundlichen Schlachthof nebenan bekommen - für ganz kleines Geld. [Heutztage existieren Schlachthöfe wahrscheinlich nur noch in Tschechien oder China, aber damals vor 20 Jahren war das so.] Da Holgi aber nicht nur Biologie-Student, sondern auch pazifistisch, Ostermarsch-Teilnehmer und gefühltes Gründungsmitglied der Grünen war, holte er das Zeug jedesmal mit dem Fahrrad.

Also Fahrad-Helmchen aufgesetzt. [War damals noch ein seltener Anblick!]
9-Liter-Plastikkontainer in Jute-Rucksack eingepackt. [Heute hat ja jedes Mitte-Girl so ein Jute-Ding im Club dabei… aber damals war das was für Ökos!]
Ab auf den etwas klapprigen, aber noch gut funktionierenden Drahtesel - und los ging's!
Tapfer 40 Minuten den Berg hoch bis zum Schlachthof!

Dort angekommen - direkt durch bis zum Tresen/Meldebereich, Kanister ausgepackt, [Helmchen nicht ausziehen! Kostet Zeit!] Kanister vollmachen lassen, Standardwitzchen müde lächelnd quittieren, Kanister in Jute-Rucksack packen, ab auf den Drahtesel und daaaaann tapfer wieder die 25 Minuten den Berg runter zur Arbeitsstelle um die Zellkulturen amtlich zu tunen.

Das machte Holgi seit vielen Monaten schon mehrfach pro Woche und es ging IMMER gut bis zu jenem schicksalshaften Tag. Zwei Wochen! In zwei Wochen MUSSTE Holgi das Ding abgeben! Es sah die Autotür einfach nicht.

Also Holgi war mit dem Fahrrad in vollem Lauf gegen eine gerade geöffnete Autotür geknallt. Ihm war nichts passiert! Helmchen sei Dank! Aber - sein Juterucksack hatte den Kanister nicht halten können und 9 Liter Rinderblut flossen über Holgi - Holgis Helmchen, Holgis Brille, Holgis Fahrrad, den Boden unter Holgis Fahrrad, die Autotür, den Asphalt, den Fußgängerüberweg, die Ampel, die arme Oma mit Pudel am Fußgängerüberweg gegenüber…

9 Liter! Habt ihr überhaupt eine Vorstellung davon wie schweineviel das ist? Kleiner Tipp: Der menschliche Körper beinhaltet im Durchschnitt 5-6 Liter Blut! Blutverlust ist ab 3 Litern tödlich… 9 Liter ist einfach sehr, sehr viel. Vor allem: Das sah aus wie Blut, das roch wie Blut, das fühlte sich an wie Blut … das WAR Blut!

Der arme Autofahrer musste dann mit dem Rettungswagen abgeholt werden. Er stand vollständig unter Schock. Und Holgi? Nun, er hatte sich ja nichts zuschulden kommen lassen, also hielten ihn die Polizeibeamten nicht weiter fest. [Wie gesagt, das war vor 20 Jahren. Heute würde das anders laufen, da bin ich mir sicher.]

Was sollte er machen? Zwei Wochen. 14 Tage.
Ein Diplomand muss tun, was ein Diplomand tun muss.

Holger nahm also seinen [nun fast leeren] 9-Liter-Kanister, leerte diesen vollständig in die riesige Siff-Pfütze vor ihm, packte den Kanister wieder in den Jute-Rucksack, schwang sich auf's Fahrrad, strampelte wieder zum Schlachthof, stapfte blutüberströmt zum Tresen und schob den Kanister rüber: "NOCHMAL!"

Es ist leider nicht überliefert wie das Fleischerei-Fachpersonal darauf reagierte. Also wirklich jetzt. Wie sie hätten reagieren sollen, dazu gibt es dagegen mehrere Versionen. Eine schöner wie die andere…


John Layman / Rob Guillory
Chew - Bulle mit Biss 1
- Leichenschmaus -


Cross Cult
140 Seiten | Hardcover | 15 x 21 cm
ISBN 9783942649186
16,80 EUR

CHEW 1-6 auf Deutsch erhältlich,
außerdem als US-amerikanische
Paperback-Ausgabe bis Band 7


Um zum Punkt zu kommen:

Der Comic "Chew - Bulle mit Biss!" von John Layman und Rob Guillory schildert einen armen Vegetarier-Polizisten in einer Hard-Core-Vegetarier-Welt. Was ja erstmal wenig Sinn macht, denn eigentlich müsste so ein Vegetarier in so einer Welt doch überaus glücklich sein, oder?

Naja, nicht wenn Fleischverzehr illegal ist und er als Polizist eben illegale Aktivitäten aufklären und verhindern muss. Konkret geht er also mit seinem Kollegen in eine Art "Prohibition-Flüsterkneipe" mit Würstel und Hähnchen Angebot. Und da er sich als Undercover-Cop nicht verdächtig machen will, muss er auch was bestellen. Also irgendwas. Vegetariertum hin oder her. Er bestellt eine Suppe.

Dann schlägt der Grund für sein stricktes Vegetariertum durch! Er ist Telepath - genauer: Geschmacks-Telepath! Er spürt alles was das Essen in seinen letzten Minuten erlebt hat, bevor es Essen wurde! Und die Suppe? Das war eine Fleichsuppe, mit vielen verschiedenen Fleisch-Streifen und einer Fülle von neuen Eindrücken …

Also spätestens nach der Episode würde der [immer noch] geneigte Leser erwarten, dass unser Held eine neue Karriereplanung als Inneneinrichter aufnimmt. Oder zumindest irgendwas mit Medien! Aber unser Held ist nicht dazu da glücklich zu werden. Er ist dazu da Verbrechen zu bekämpfen und das kann er mit dieser ganz speziellen Eigenschaft sogar noch besser als andere.
Auch wenn es eklig ist.
Auch wenn es blutig ist.
Ein Cop muss tun, was ein Cop tun muss!

Liest sich gut.
Sehr geeignet auch als kleines Mitbringsel zum traditionellen Weihnachtsessen!
Aber das ist ja noch etwas hin.

Mit herbstlichen & etwas morbiden Grüßen
JULES

Nachtrag: Das Buch ist sicher definitiv nichts für Kinder. Aber ich hab so eine Ahnung, dass wenn meine Tochter in das traditionelle "ich-bin-jetzt-Vegetarier-und-ihr-alle-auch"-Alter kommt, dann könnte es durchaus gefallen. Mal sehn.

Freitag, 6. September 2013

die schönsten Kalender der Welt…

Die Japan-Import-Kalender für 2014 sind nun vorbestellbar - natürlich gaaaaaaanz viel verschiedene Wandkalender von diversen Anime- & Manga-Serien! Und natürlich auch diese (wie immer) wunderbaren 3D-Kalender mit STUDIO GHIBLI-Motiven:
CL-101
TOTORO no Fushigi na Ki / Mysterious Tree - Calendar 2014

12 x 8 cm | 16 Blätter | ca. 34,95 Euro

CL-102
Kiki's Delivery Service Antique Dresser - Calendar 2014

14 x 7 cm | 16 Blätter | ca. 29,95 Euro

CL-103
TOTORO no Kisetsu Dayori / Season News - Calendar 2014

12 x 8 cm | 16 Blätter | ca. 34,95 Euro


Diese drei Kalender treffen Ende September bei uns ein. Alle anderen zum Ende des Jahres - Vorbestellung empfohlen! Alle anderen Kalender findet ihr HIER