Samstag, 20. Februar 2010

ALICE IM WUNDERLAND - neuer "Event"-Comic bei Splitter

Wenn neue Titel von Verlagen kurzfristig angekündigt werden, die nicht schon im Katalog waren, so handelt es sich in der Regel um einen so genannten Event-Comic. Das Event ... ist natürlich eine Verfilmung.

Daher ist bereits im März, wenn das neue 3D-Spektakel "Alice im Wunderland" von Tim Burton anläuft, mit einer Comicadaption des Literaturklassikers zu rechnen. David Chauvel und Xavier Collette haben eine zeitgemäße, wunderschön gezeichnete Neuinterpretation geschaffen, von der man bei Splitter so überzeugt war, dass man sie kurzerhand ins Programm nahm. Am 4. März, wenn auch der Film mit Johnny Depp anlaufen wird (und die Vorschauen versprechen gigantisches), wird das 72seitige Hardcoveralbum (32x23 cm) für 15,80 Euro im Laden stehen.

Info von ppm-vertrieb.de

Montag, 15. Februar 2010

Kundenfreundliches Japan!

Hier noch eine nerdige News: Die japanische Luxus Edition von "Twilight Saga New Moon" enthält eine SD Karte mit dem Film dauf.
Na da kann doch ordentlich in der S-Bahn (sofern sie fährt) auf dem Handy geguckt werden! 
The Twilight Saga: New Moon Premium Box
Premium Box set includes micro SD featuring the film, original photo card, photo frame, Mini Sheet Promotion Premium, memorial film, and deluxe outer case.
Bei uns für ca 100 Euro mit Anzahlung VORBESTELLBAR!

die seltsame Welt von BOX MAN

The Box Man HC
Preis: 22,95 Euro
Enter the strange world of Imiri Sakabashira whose denizens are zoomorphic creatures that emerge from one another as well as their equally bizarre environs. The Box Man follows its protagonists along a scooter trip through a complex landscape that oscillates between a dense city, a countryside simplified to near abstraction, and hybrids of the two; the theme of hybridity permeates throughout. One is unsurprised to encounter a creature that is half elderly man, half crab or a flying frog in this world where our guide apparent is an anthropomorphic, mollusk-like cat. Sakabashira weaves this absurdist tale in a seamless tapestry constructed of elements as seemingly disparate as Japanese folklore, pop culture, and surrealism. Within these panels, it becomes difficult to distinguish between the animate and the inanimate, the real and the imagined, a tension that adds a layer of complexity to this near-wordless psychedelic travelogue.

Imiri Sakabashira (real name Mochizuki Katsuhiro) was born in Shizuoka, Japan in 1964, the same year that Garo, the influential manga anthology in which he would first be published, was founded.(D&Q)

ein PDF Preview gibt es ->HIER<-

DMZ - De-Militarisierte Zone & Re-Politisierte Öffentlichkeit [Vertigo]



Man mag George W. Bush einiges vorwerfen und mitunter auch nachwerfen, so lange es sich um Schuhwerk handelt, aber ich glaube der folgende Aspekt wurde bisher gänzlich vernachlässigt.

Er und somit natürlich auch die Werte, Inhalte und Positionen für die er stand, sorgte für einen sehr angenehmen, unintendierten Nebeneffekt in der us-amerikanischen Öffentlichkeit, denn aufgrund seiner fragwürdigen politischen Führung, re-politisierte sich ein nicht unbedeutender Teil der dortigen Comicszene & -schaffenden. Erfreulich.

Innerhalb dieser Bewegung, welche Medienkritik, unverblümten Pazifismus und ein ordentliches Quantum Imperiumsschelte in sich vereint, stellen die beiden Querdenker und Wundenbestäuber Brian Wood & Riccardo Burchielli, namentlich die Väter von DMZ, ein ganz besonderes Team dar.

Ihre düstere, dystopische Vision eines, während eines neuen Bürgerkriegs zerrissenen und geteilten Amerikas beinhaltet alles was ein kritischer und kluger Comic benötigt - Spannung, atmosphärische Dichte, visuelle Eigenständigkeit und eine nicht verdeckt argumentierende scharfe Kritik an der fortlaufenden Beschneidung der Bürgerrechte.

Manhattan, welches durch seine Insellage exakt zwischen den beiden Konfliktparteien liegt, denen der Hudson River als Demarkationslinie gilt, wird zur DMZ (De-Militarisierten Zone) erklärt und dient somit den beiden Autoren als Labor für eine gallige Abrechnung mit aktuellen amerikanischen Diskursen.

Beispielsweise die Medienmanipulation, die Nähe von Rohstoffhandel betreibenden Unternehmen zum kriegsführenden Staat und die daraus folgende merkwürdige Vergabepolitik bei Großaufträgen, aber auch die Thematiken der privaten Söldnertrupps oder der Vorwurf des gesteuerten & inszenierten Terrorismus werden nicht ausgespart.

DMZ überzeugt durch seine perfide Nähe zur tatsächlichen Realität, eine einleuchtende Dystopie gewinnt durch die minimale Nuancenverschiebung der Wirklichkeit eine sehr eindrückliche Kraft und Dynamik. Glaubwürdigkeitsdefizite sucht man in dieser Serie umsonst, die thematischen Überspitzungen sind plausibel. Aktuelle Ereignisse werden forciert dargelegt, ob es nun die Milizen der Südstaaten sind, welche in diesem zweiten, inneramerikanischen Bürgerkrieg, eine prominente Rolle spielen oder ob die überstreckte, imperiale Stationierung von Truppen bemängelt wird, welche die notwendige Verlegung von ausreichend Kräfte ins Mutterland verhindert, welche notwendig wären um eine Spaltung zu verhindern - all dies ist elegant ausgearbeitet.

Aber ein anderes Verfahren macht diese Serie zu einer Ausnahmeerscheinung innerhalb der aktuellen Comicwelt, Wood & Burchielli geben sich nicht damit zufrieden, eine mögliche Realität zu entwerfen, nein, sie reichern ihre What-if-Geschichte noch zusätzlich mit realistischen Splittern der medialen Welt an.

Einige Bilder, die in der us-amerikanischen Öffentlichkeit so populär sind, dass sie inzwischen quasi ikonografisch geworden sind, werden in den Storyverlauf eingearbeitet und recodiert. Dieser Comic vermischt Fiktion, Medienkritik und politische Sendung zu einem Gesamtbild, welches den Leser selten unberührt lässt.

Wenn, um ein Beispiel auszuführen, das Bild der toten Black Hawk-Piloten aufgerufen wird, deren Leichen von einem hitzigen Mob an einer Brücke in Mogadischu hängend, medial ausgestellt wurden, so kann man dies noch durch verschiedene ideologische Distanzierungselemente von sich weisen - die Täter waren schwarze, entmenschlichte, fundamentalistische Fanatiker - möglicherweise genügt dem ein oder anderen Amerikaner auch der Hinweis - Muslime, aber de facto waren es keine Täter des gleichen Kulturkreises, der gleichen Zivilisationsstufe usw.

In DMZ kommt es eben zu einer exakt gleichen medialen Ausstellung von Leichen, das Zitat dieser grausamen symbolischen Tat findet aber eben nicht im fernen Afrika statt, sondern in Downtown Manhattan, die Täter sind keine schwarzen Fundamentalisten, sondern weiße Milizionäre, in der Brutalität ihrer Taten unterscheiden sie sich jedoch nicht. Hier bricht jede mögliche Distanzierung in sich zusammen, auch dies ist neben unzähligen anderen verdammt bissig inszenierten Aspekten eine Besonderheit dieser Serie.

Am 23ten Februar erscheint nun der 6te Teil der deutschen Übersetzung und ich freu mich schon sehr, hoffe aber gleichzeitig, dass sich die Serie von der Delle, welche der enttäuschten 5te Teil hinterlassen hat erholt.

Wer einen klugen, hintergründigen, nicht binär argumentierenden politischen Comic erwerben will, sei es für den Eigenbedarf oder als Geschenk, der sollte es riskieren, zumindest in die ersten Titel, einen längeren Blick zu werfen.

Die deutsche Übersetzung der Serie ist in der Kreuzberger Filiale zu finden, für die englischsprachigen Titel wendet euch bitte vertrauensvoll an die netten Kollegen in der Weinmeisterstraße.

DMZ [Vertigo] jeweils im SC (dt.) zwischen 15-17 Euro / (engl.) zwischen 10-13 Euro.

Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen (Stephenie Meyer): Details zum COMIC bzw. zur GRAPHIC NOVEL von Young Kim


die US-Veröffentlichung (im März 2010)
Twilight: The Graphic Novel - Vol. 1 (von 2)

Yen Press
ISBN 978-0-7595-2943-4 / /9780759529434 / 0-7595-2943-4 / 0759529434
ca. 17 Euro

die deutsche Veröffentlichung (im Juli 2010)
Twilight - Comic / Graphic Novel # 1 (von 2)

Carlsen Verlag
ISBN 978-3-551-79401-7 / 9783551794017 / 3-551-79401-4 / 3551794014
14,90 Euro

hier: vorbestellen

Samstag, 13. Februar 2010

Leseempfehlung: «Warum ich Pater Pierre getötet habe» von Olivier Ka und Alfred

Manche Werke erfahren erst in einem aktuellen Umfeld die Aufmerksamkeit, die sie bei Erscheinen nicht hatten... «Warum ich Pater Pierre getötet habe» des Zeichners Alfred und des Pariser Autors Olivier Ka thematisieren den Missbrauch in der Kirche.


Olivier Ka wurde auf dem Comic-Salon Erlangen mit dem «Max und Moritz»-Preis 2008 als bester Szenarist für «Warum ich Pater Pierre getötet habe» ausgezeichnet.

Hier die Laudatio der Jury:

Das letzte Kapitel von «Warum ich Pierre getötet habe» trägt die Überschrift «Ich habe Pierre getötet, als ich 35 Jahre alt war». Das ist der Abschluss einer ganzen Litanei von Altersangaben, in denen der Jugendpfarrer Pierre durch die Erzählung seines ehemaligen Schützlings Olivier regelrecht exorziert wird von jenem Olivier also, den Pierre als Kind missbraucht hat und den wir uns als Ich-Erzähler identisch mit dem Szenaristen Olivier Ka denken können, der seine Vorlage zu diesem Comic im Alter von 35 Jahren begann. Das war 2002, und vier Jahre später erschien das fertige Album und wurde erst in Frankreich und dann auch in Deutschland zu einer Sensation. In dem letzten Kapitel begibt sich Olivier Ka mit dem Zeichner Alfred auf eine Fahrt in die eigene Vergangenheit, und wie er das erzählt mit allen Mitteln, die der Comic zu bieten hat , das ist diesen Max und Moritz-Preis allemal wert, obwohl die Überschrift dieses Kapitels genauso lügt wie der Titel des ganzen Comics. Oder auch gerade deswegen. Herzlichen Glückwunsch an Olivier Ka!

mehr auf: satt.org | comicradioshow | welt.de
und am Sonntagabend im Ersten: In «ttt» spricht Olivier Ka über seine Leidensgeschichte!

Leseprobe (Seiten 1-9)

«Warum ich Pater Pierre getötet habe» von Olivier Ka und Alfred
Hardcover
17 x 24 cm
112 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN 978-3-551-78742-2 / 9783551787422
16,00 €

Donnerstag, 11. Februar 2010

SEIT 10 SEKUNDEN BEI UNS VORRÄTIG...

Newave!: The Underground Mini Comix of the 1980s HC
Preis 22,95 Euro

The very best from comicdom’s DIY/zine heyday! Just a few of the names included herein: Jeff Gaither, Michael Roden, Wayno, Artie Romero, Brad Foster, Fred Hembeck, Mary Fleener, The Pizz, Rick Geary, Dennis Worden, Steve Willis, Roy Tompkins, Tom Christopher, XNO, Clay Geerdes, Bob X, Jim Siergey, J.R. Williams, Jim Blanchard, Norman Dog, Molly Kiely, Mack White, Daniel Clowes, Doug Allen, Art Penn, Sam Henderson, Gary Whitney, George Erling, Bob Vojtko, Doug Potter, David Miller, Jim Ryan, Par Holman, Roger May, Meher Dada, Wayne Gibson, Tom Motley, Marc Arsenault, Ion, Bruce Chrislip, Dale Luciano, C. Bradford Gorby, Robin Ator, Douglas O’Neil, C. E. Emmer, Kurt Wilcken, Doug Holverson, Jamie Alder, Tom Hosier, Steven Noppenberger, W.C. Pope, Jim Gillespie, John Howard, Tucker Petertil, Gary Lieb, Bob Conway, and Jim Thompson. 

NEWAVE! is a gigantic collection of the best small press cartoonists to emerge in the 1970s after the first generation of underground cartoonists (such as R. Crumb, Gilbert Shelton, and Art Spiegelman) paved the way. These cartoon¬ists, inspired by the freewheeling creative energy of the underground commix movement, began drawing and printing their own comix. The most popular format was an 8 1/2” x 11” sheet, folded twice, and printed at local, pre-Kinkos print shops on letter-size paper; because of the small size, they were dubbed “mini comix.” As they evolved many different artists, one by one, became interested in this do-it-yourself phenomenon. By the 1980’s they became known as Newave Comix, a term taken from England’s Newave rock ’n’ roll movement. An explosion of do-it-yourself artists emerged. Many talented artists went onto bigger and better things, others have disappeared into the fog never to be heard from again. Inspired by the creative freedom of their underground predecessors and unrestrained by commercial boundaries or editorial edicts, their work was particularly innovative and experimental. Here you will find a group of artists who could not get any attention from the mainstream, who were driven by the inner need to express themselves. This group was a pioneering force that still leaves a wake and an imprint on the alternative comix scene today. 

NEWAVE! features over 700 pages of comics, as well as a historical introduction by editor Michael Dowers, and interviews with several of the more prominent artists featured, such as Brad Foster, Artie Romero, Steve Willis, Dennis Worden, Bob X,  J.R. Williams, Roger May, Tom Hosier, George Erling, and Bob Vojtko. b&w with 16 pages of full-color.(Previews)