Samstag, 18. Dezember 2010

Sprechen wir über Comics - Denis Scheck

Der Mediacontainer (auf YouTube) hat immer die tollsten Fernsehmitschnitte: Aktuell zwei Geschenktipps von Denis Scheck auf 3sat zum Fest!





Und hier gleich noch was vom Mediacontainer:

Giftiger Kommerz - Der Zeichner Charles Burns


ach, wenn Comics doch so übersetzt werden würden...

Der Name Erika Fuchs sollte geläufig sein. Der Name Swetlana Geier wird es sein, nach diesem Film:


Die Frau mit den 5 Elefanten
Dokumentarfilm von Vadim Jendreyko
Sonntag, 19. Dezember 2010
22.15 Uhr 3sat

Wie Übersetzungen entstehen, davon erzählt unter anderem dieser Film. Er zeigt Frau Hansen, die Swetlana Geiers Übersetzungen wie eine Sekretärin auf der Schreibmaschine festhält und Herrn Kloth, den gewissenhaften Revisor, der im nächsten Arbeitsschritt die so entstandenen Seiten vorliest und mit der Übersetzerin gewissenhaft Zeile für Zeile, Satz für Satz durchgeht – was in manchen Szenen beinahe wie ein Loriot-Sketch wirkt, wenn die agile Frau um jedes Wort kämpft, erklärt, zu überzeugen versucht. (Joachim Kurz)


Hauptpreis des Internationalen Wettbewerbs, den Grand Jury Award, beim renommierten Dokumentarfilmfestival "Silverdocs" in Washington - aus der Jurybegründung:

Der Film eines Regisseurs im Zenit seines Schaffens ist ein lebendig gewordener Vermeer, großartig kadriert, elegant und elegisch, mit einer künstlerischen Vision, die ihr Thema spiegelt und überhöht. Dieses graziöse und unwiderstehliche Werk erkundet, wie Schönheit und Kreativität die Härte des Lebens zu transzendieren vermag. Die Jury ist überzeugt, dass dieser Film auch in 40 Jahren noch so bereichernd sein wird wie heute.

Mark Ryden - The Snow Yak Show Print Portfolio (Spectaculum Poefagorum Nivium)

This very special portfolio of museum-quality, digital pigment ink prints features all eight paintings and two drawings from Mark Ryden's 2009 solo exhibition at the Tomio Koyama Gallery in Tokyo, Japan. The 10 images have been meticulously printed on the finest archival print paper, placed inside individual Kozo paper folders and presented in a finely handmade clam shell box. Each 13-7/8" x 10-7/8" print is numbered and hand-signed by the artist. Each portfolio comes with a full-color, embossed, signed and numbered title print and a letterpressed colophon.

Portfolio Size: 15-1/8" x 11-7/8" x 1-1/2"
Print Size: 13-7/8" x 10-7/8"

Auflage: 50 Stück

Preis: 4.000 Euro - bei Interesse bitte melden, wir klären dann die Details.



Freitag, 17. Dezember 2010

UPDATE Heute NUN DOCH! US Lieferung! UPDATE

Leute! Die US Lieferung... von dieser Woche wird heute zu 99% nicht eintreffen. Sollte sie doch heute ankommen jibs ne Info....

IST EINGETROFFEN! Wir brauchen noch etwas Zeit um sie zu bearbeiten aber so gegen 16:00 sollte alles fertig sein.

Geht am besten bevor ihr zu uns kommt noch ein letztes Mal in der Weinmeister vorbei um euch vom ehemals besten Comicladen der Stadt zu verabschieden. BAM ZACK PAFF! Euer Quitzi!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

LECHZ! Schon In Bälde Bei Uns Erhältlich: US - MAD Magazine # 507



KREISCH! Voraussichtlich ab Ende nächster Woche in einem Comic-Shop Eures Vertrauen ("Grober Unfug")!

JUBEL! Das vernünftigste Magazin der Welt ("Mad") mit seiner alljährlichen Vorstellung von Politikern, Firmen usw. die sich durch besondere "Leistungen" verdient gemacht haben ("20 Dumbest People, Events & Things 2010").

HECHEL! Diese Jahresrückblicke des US- MAD Magazines haben inzwischen eine laaaange Tradition (zum Entsetzen der "Preisträger").

GÄHN! Im Gegensatz zum derzeitigen "Deutschen Mad" (das von Panini offensichtlich für Vorschul-Kinder konzipiert wird), enthält das US - MAD aber viele, viele kritische und zynische Abrechnungen und Satiren - in etwa noch vergleichbar mit dem exzellenten deutschen "Titanic" Magazin!

GIER! Kauft's Leute, kauft's... (und zwar am besten bei uns!)




Mad Magazine, c) 2011 DC

OMG: die ersten 2000 Cover des britischen 2000AD-Magazins in 4 1/2 Minuten - mit schöner und passender Musikuntermalung

Front cover of every issue of 2000AD Weekly comic up to present (from Feb 1977 to December 2010)

The 2000AD themed soundtrack medley includes:
- "2000AD" by The Rezillos
- "Hanging out with Halo Jones" by Transvision Vamp
- "Mutants in Mega-City 1" by The Fink Brothers (Madness)
- "Meag-City 3" by Spizzenergi 2
- "I am the Law" by Anthrax

7.5 covers per second (4 frames each, 30 frames per sec)



-->> How 2000AD artist and MS sufferer John Hicklenton chose to end his life

-->> Carlos Ezquerra: lung cancer operation

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Warren Ellis / Paul Duffield: Freakangels #01 [Panini] London brennt nicht mehr. Notizen nach dem Ende der Welt.


Warren Ellis war ja schon immer für seine eigensinnigen Figuren bekannt, sei es nun Spider Jerusalem, Miranda Zero oder Paul Moses. Seine Charaktere legten stets ein gewisses Quantum Wahnsinn an den Tag und überzeugten bei ihren Irrsinnstaten durch ihre grandiose Konsequenz.

In seinem neusten Teufelsstreich existiert zwar keiner dieser "Ich geb weder was auf deine bescheidene Meinung noch auf deine imposante Bewaffnung"-Typen, aber er beweist, dass er diese Kraftmenschen auch nicht benötigt.

Vielmehr verteilt er den gebündelten Irrsinn auf zwölf Figuren, Mutanten versteht sich - die in ihrer Exzentrik verdammt spassig sind. Zwölf Extremisten, zwölf schräge Vögel - oder wie er sie nennt - FreakAngels.

Angesiedelt ist das erzelegante Szenario in einem postapokalyptischen London, bei dem große Teile der Stadt überflutet sind und man sich in guter alter Steampunkmanier mit dampfgetriebenen Gefährten fortbewegt. Dort haben sich die zwölf mental Hochbegabten (die indirekt den Ruin der alten Welt zu verantworten haben) als eine Art Beschützerkaste etabliert, welche den wenigen Überlebenden das Leben zu vereinfachen gedenkt.

Die Gruppe ist natürlich nicht frei von internen Konflikten, manch einer der 12 mag den anderen Mentalisten nicht wirklich leiden. Es herrschen Spott, Mißgunst, Bosheit und Faustrecht, aber man steht als Mutant schlussendlich doch klar zum anderen Violettäugigen, obwohl man die Menschen zu schützen gelobte. Eine Dynamik, die sicherlich noch sehr fruchtbar sein wird, in der Fortführung der gruppenspezifischen Prozesse.

Einer der 12 ist auch abtrünnig und nicht nur hier kommt eine gewissen christliche Konnotation zum Tragen, der Verräter, der Judas, der der die Gruppe zu zerschlagen gedenkt ... nun warten wir ab, wie Ellis seine Version der Apostelgeschichte zu Ende bringt.

Klar könnte man jetzt auch sagen - 12 Mutanten, im Familienbetrieb angestellt? - wie öde, das selbe Szenario hat doch die Umbrella Academy-Abschlussklasse auch schon durchgehechelt. Schon richtig, aber Ways durchaus amtliche Schreibe kann es nicht mit der des alten Hasen Ellis aufnehmen. Er beherrscht die Klaviatur der Persiflage einfach überlegener, tonangebender eben. Ellis doppelbödigen und gebrochenen Narrationen waren nicht ohne Grund jahrelang stilbildend. Und hier wird es ähnlich sein.

Insbesondere, weil der netzaffine Autor nochmals Neuland betritt. Nach seiner konsequenten Rechtesicherung von Transmetropolitan, greift er erneut die verkrustenen Strukturen von schwerfälligen Verlagsdinosauriern an. FreakAngels wurde komplett als Netzcomic veröffentlicht und erst im zweiten Schritt in haptischer Form publiziert.

Ausserdem ging Ellis das Wagnis ein, nicht mit einem der großen Namen zusammen zu arbeiten, sondern mit einem kompletten Niemand. Und wenn man sich mal den Backkatalog von ihm anschaut, kann man ermessen, dass es für ein leichtes gewesen wäre prominentere Unterstützung zu finden. Aber der Brite scheint einfach auf die gemeinsame Vision mehr Wert zu legen und so kam Paul Duffield ins Spiel.

Dieser kommt eigentlich aus der Mangaecke, was seinen Zeichnung einen gewissen Chic verleiht, den man bei den anderen Serien des alten Meisters bisher nicht entdeckte. Insbesondere seine reduzierten, fast nur skizzierten Hintergründe wissen zu gefallen. Und natürlich bot sich ein solcher entschlackter, schlanker und wendiger Zeichenstil an, bei der Prämisse einen Netzcomic zu schaffen.

Ich finde die beiden harmonieren sehr gut und ich freu mich schon darauf (nachdem ich den ersten Band vor ein paar Tagen wirklich rasch vernascht hab) den Rest der Storyline papierlos nachzulesen. Denn auf myComics.de wird FreakAngels gegenwärtig exklusiv veröffentlicht, bisheriger Publikationsstand: Episode #42 - hier findet ihr Episode 1-6.

Wer jetzt aber ein bekennender Haptikfundamentalist ist wie ich, der kann in beiden Filialen für 16,95 Euro den ersten deutschen Sammelband erstehen. Ich würde mich freuen, wenn Ellis mit dieser Serie nochmals ein solches Monument gelingen würde wie bei Transmetropolitan oder Global Frequency. Die Zeichen stehen gut!