Freitag, 25. Juni 2010

Brian Fies - Und wir träumten von der Zukunft [Knesebeck] ... Eine berührende Welt - und Familiengeschichte - vereint, überkreuzt, vernetzt.

Comics haben trotz der fehlenden (breiten) wissenschaftlichen Anerkennung in Deutschland gegenwärtig eine steigende Konjunktur, erfreulicherweise! Als klarstes Zeichen hierfür kann die Tatsache gelten, dass sich auch comicferne Verlage mit der Herausgabe von graphischen Erzählungen positionieren. Mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Gegenwärtig glänzt der bisher auf hochwertige Bildbände und Kunstbücher spezialisierte Verlag Knesebeck mit der Herausgabe der deutschen Übersetzung von Brian Fies' charmanter Erzählung "Und wir träumten von der Zukunft". Hier wird alles richtig gemacht, das Buch ist optisch ansprechend, solide verarbeitet und überzeugend in erster Linie aufgrund der unbedingten Werkstreue, welches verschiedene Papierformate miteinbindet.

Einzig an der Übersetzung des Titels möchte ich mich reiben. Der etwas schwerfällige Titel (mitsamt seines barocke Untertitel "Eine Geschichte von Hoffnung und Wandel") erschliesst sich mir nicht direkt, lautete doch der Originaltitel "Whatever Happened to the World of Tomorrow?". Natürlich ist er keineswegs falsch oder irreführend, aber der Begleittitel krankt an einer starken Vorwegnahme der Erzählabsicht. Hier zeichnete sich der englische Titel durch seine Zurückhaltung aus und liess den Leser selbsttätig entdecken, welcher Art das literarische Projekt des Autors ist. Aber ich möchte nicht kleinlich wirken, also weiter ...

Brian Fies wurde durch seinen Vorgängercomic "Mutter hat Krebs" weltbekannt. Der zunächst nur digital erhältliche Comic, welcher die autobiografische Schilderung des Umgangs mit der Krebserkrankung seiner Mutter thematisiert wurde mit Preisen überhäuft (Eisner Award for Best Digital Comic [2005] / Harvey Award [2007] & Deutscher Jugendkulturpreis [2008]).

Seine Mutter hat den Kampf leider nicht überstanden, sie verstarb 2005 an den Nebenwirkungen ihrer Medikation und dieser Einschnitt erklärt möglicherweise auch, weshalb der Autor jetzt einen neuen Comic vorlegt, welcher sich durch die absolute Abwesenheit einer Frauenperson auszeichnet. Einzig und alleine der kleine Buddy und sein Vater werden in das Zentrum der Erzählung gerückt.

Gemessen an der Zeit, welche behandelt wird - das Szenario beginnt 1939 und erstreckt sich bis in die frühen 80er - ist die dargestellte soziale Formation eines allein erziehenden Vaters sehr ungewöhnlich. Die auffällige Vater/Sohn-Geschichte entwickelt eine besondere Dynamik und Tiefe, welche durch die feinsinnigen, leisen Zwischentöne und die elegant ausformulierenden innerfamiliären Nuancierungen glaubwürdig transportiert wird.

Der deutsche Untertitel verweist auf den technologischen und gesellschaftlichen Fortschrittsoptimismus der Epoche, Fies thematisiert diesen in seinem Vorwort ausführlich und verteidigt ihn auch gegen den allgegenwärtigen Zynismus und die alltägliche Katastrophenbegeisterung. Natürlich nimmt er somit einen sehr problematischen Standpunkt ein, kennen wir doch heute die Risiken verschiedener technologischer Errungenschaften und die Sackgassen einzelner gesellschaftlicher Großversprechen.

Aber es wäre falsch diesen Comic aus nachträglicher Perspektive - ex post - abzukanzeln, denn die Absicht besteht ja gerade in der Sichtbarmachung der Gründe für diese ehemals vorhandene, stellenweise risikoblinde Begeisterung, ein idealistisches Bezugssystem an dessen Ende immer eine menschenwürdigere, menschlichere Welt stand.

Für eine Generation, die sich im postideologischen Raum sehr heimelig einrichten konnte, schrammt diese Retrospektive natürlich immer haarscharf an der Verklärung vorbei. Aber gerade hier zeigt sich die Größe dieses Comics: Fies ist nicht bereit etwaige Kompromisse einzugehen, er möchte erzählen, berichten, ausschmücken - und dies macht er trotz aller Bereitschaft ins utopische Horn zu stossen, erfreulich bodenständig.

Reduziert man die vielschichtige Story auf Einzelereignisse, so kann man zwei Dinge beobachten.

Man kann Buddys Emanzipation von der patriotischen Begeisterung seines Vaters nachverfolgen. Während er sich an seiner ungebrochnenen Faszination für die Astronauten und deren bahnbrechenden Erlebnissen berauschen kann, speist sich die vermeintlich gemeinsamen familiäre Begeisterung für die Raumfahrttechnologie, eher aus einen ideologischen und chauvinistischen Wettkampfdenken. Somit wird der Verlust seines naiv-kindlichen Glauben an die technologische und soziale Gestaltungsmacht des Menschen auch zu einem Lackmustest für die amerikanische Gesellschaft an sich.

Sicherlich gab es Tausende Buddys, die ab einem gewissenen Punkt erkennen (und anerkennen) mussten, dass ihre Väter ihre kindlichen Vorstellungen nicht teilten - diese berührende Inszenierung der Relativierung früherer Ideale macht diese etwas andere Comig-Of-Age-Schilderung auch so besonders, nicht nur dieser einzelne kleine Junge wird sich bewusst, sondern die gesamte Dynamik der Krisenbewusstwerdung einer ganzen Generation wird zum Thema - unaufdringlich, ohne grelle Effekte oder gar belehrende Tendenzen.

Aber neben der Abnabelung von der Gedanken- und Ideenwelt des Vaters wird auch etwas anderes sichtbar. Während Buddy die Grundlagen des Fortschritts immer kritischer hinterfragt, entfernt er sich immer weiter von seinem Vater, dessen ideologische Perspektive sich nicht mit diesen Zwischentönen versöhnen lässt - diese stereotype all-american-Familie (ohne Mutter) verdichtet sich zunehmend zu einem Brennglas der Deformationen des "Kalten Krieges".

Für seinen Vater sind die Hölle noch immer nur die Anderen - er kennt weder Graustufen, noch Zweifel, sein binäres Weltbild dominiert alle Gedanken. Buddy versucht sich diesem Deutungsangebot immer wieder zu entziehen und diese Abkehr von den tradierten Muster, diese Abwehr einer fremden Position, dieses Erlangen einer eigenen Stimme & Meinung ist viel mehr als nur die Illustration eines Jungen auf dem Wege zum Mann.

Es ist eine Mediation über die Grenzen des Fortschritts, eine berührende Auseinandersetzung mit den globalen und fundamentalen Veränderungen der Menschheit durch den Eintritt in den Raum und die fortschreitende Technologisierung des Alltagslebens, die radikale Aufspaltung der Welt in zwei unversöhnliche weltanschauliche Sphären.

Fies ist ein Meister der leisen Töne und der sublimen Andeutungen, niemals drängt er sich auf, nie greift er zu manipulativen Mitteln, er bilanziert vielmehr - kenntnisreich & mit großer Hingabe und Erzählfreude verschiedene technologische Entwicklungen, skizziert den Verlauf dieses großen ideologischen Konflikts und reizt mehrfach zum Nachdenken.

Als eine sehr eindrücklich Stelle empfand ich die Schilderung der Weltausstellung in New York, welche den Comic einleitet. Die Ausstellung wurde im Jahre 1939 - vor Kriegsbeginn - eröffnet, am Ende galten 3 der dort ausgestellten Pavillions als die letzten Orte einer staatlichen Souveränität von Nationen, welche im Feuersturm des 2ten Weltkriegs verschlungen wurden. Ein sehr kraftvolles Bild!

Fies beginnt seine philosophische Umrundung der technologischen Machbarkeit also an einem Ort der Sehnsucht, der Projektion. Dort, wo ein strahlendes Paar Kinderaugen direkt ins Angesicht einer strahlenden Zukunft ohne Grenzen und Konflikte blicken kann.

Die fortschreitende Ernüchterung des heranwachsenden Buddys wird neben der internen Thematisierung innerhalb der Geschichte zusätzlich durch einen raffinierten Medieneinsatz unterstützt und illustiert. Am Ende eines jeden Kapitels finden sich einige Seite einer fortlaufenden Geschichte, welche auf einem speziellen Papier (welches in den 30er und 40er Verwendung fand) im Faksimilestil abgedruckt sind.

Die Helden dieser kurzen Episoden - die im Stile einer Golden-Age-Comicreihe verfasst sind - sind ein Paar, bestehend aus einem Vater und dessen jungen Gehilfen. Ein klassisches konservatives Duo, bei dem die Bewunderung und die Folgsamkeit klar verteilt ist, ein Duo, welches heldenhafte Abenteuer zu bestehen hat und sich gegen den Erzbösewitch Xandra wehren muss.

Im Verlauf der Geschichte werden die Figuren und auch deren klischeehaftes Tun zunehmend dekonstruiert, die Vaterfigur verliert an Glaubwürdigkeit & Überzeugungskraft, die engen Banden der beiden lösen sich ... der Geschichtsverlauf spiegelt sich quasi in diesen Miniaturen und auch hier bilden die leise Ideologiekritik, der zunehmend stärkere Fortschrittsskeptizismus und die Abgrenzung von der väterlichen Weltdeutung einen eleganten Reigen.

Kurz gesagt: Fies entwirft eine äußerst eigenständige Aufarbeitung des binären Weltgegensatzes, der technologischen Errungenschaften des 20ten Jahrhundert und gleichzeitig eine intime Studie einer sicherlich nicht konfliktfreien Beziehung zwischen einem hoffnungsvollen Sohn und seinem ideologisierten Vater. Ich hab möglicherweise selten ein anderes, glaubwürdigeres Buch über dieses zwiespältige Jahrhundert gelesen und daher gebe ich nur zu gerne die Flaneurempfehlung.

Käuflich erwerbbar ist diese Coming-Of-Age/Kulturgeschichte mit angenehm unaufdringlichen gesellschaftskritischen Untertönen in beiden Filialen, der Kostenpunkt der deutschen Fassung liegt der bei 24,95 Euro (HC) und die US-Fassung mit dem deutlich schöneren Coverlayout kostet 22,95 Euro (HC).

die guten alten Zeiten...

It's funny, the title of this Chester Brown comic is "To Live With Books" but if I could pose a new question today it would have to be, can you live without bookstores? Sure, there is amazon, yes, you can buy books for less and have them shipped to your door. But where will the authors read? Where will your kids get a feel for good books, will amazon serve you a glass of wine while your favorite author reads from their new book? WHERE WILL ZOMBIES MEET THE LIVING? --> weiter


Ein (Comic-)Buchladen weniger: THIS AIN'T THE ROSEDALE LIBRARY - anymore...
quillandquire.com | drawnandquarterly.blogspot.com | thisaintblog.wordpress.com | theglobeandmail.com

Donnerstag, 24. Juni 2010

Ralf König zum Anfassen

Wir möchten gerne auf eine Ausstellung mit anschliessender Sinierstunde mir Ralf König hinweisen und zitieren hier den Pressetext:

"AUSSTELLUNG

Ich komm mir vor wie ‘ne Witzfigur!
50 Jahre Ralf König

Eröffnung: Di., 13. Juli 2010, 19 Uhr
Wo: Schwules Museum, 2. OG (Eingang 1. Hof),
Mehringdamm 61, 10961 Berlin
(Räume leider nicht barrierefrei zugänglich)
Laufzeit: 14. Juli bis 4. Oktober 2010
Kurator: Boris von Brauchitsch


Seit Jahrzehnten sind die Knollennasen Wegbegleiter der Schwulen, sie leiden und tucken, sie feiern und vögeln, sie trauern und altern mit ihnen. Sein Bild der Schwulenszene als Mittelpunkt des Universums, um das ein paar tragische Frauengestalten und dumpfe Hetero- Männer wie Trabanten kreisen, hat Generationen von Schwulen und Lesben nicht nur Spaß sondern auch Mut gemacht.
Inzwischen bevölkern Königs Knollennasen die gesamte Weltgeschichte, von der Bibel, über die Antike und die Renaissance bis in die Gegenwart. Die gnadenlose Respektlosigkeit ist in Königs Werk über die Jahre einer subtilen Ironie gewichen, aber noch immer versteht er seine Comics und „Graphic Novels“ als Statements zu gesellschaftspolitischen Fragen.
»Ich kann wunderbar abschalten und auch wochenlang ohne jede Knollennase rumlaufen«, behauptet Ralf König. Doch schon diese Aussage zeigt, dass er im Innersten doch unter Knollennasen zu Hause ist, ihre Träume träumt, ihre Musik hört, mit ihnen lebt und leidet. Ihre Geschichten sind nicht erdacht und dann notiert, sondern miterlebt. »Ich mach es wie ein Regisseur, der kein Drehbuch hat, aber schon mal anfängt zu filmen«, so König, der damit eintaucht in die Ereignisse und sich als schnell zeichnender Chronist überraschen lässt vom Verlauf der Handlung: »Ich weiß manchmal gar nicht, was auf der nächsten Seite passiert und das macht mir selber Spaß und erhält die Spannung.«
Am Ende stehen Werke, die fast filmisch ihre Botschaften transportieren, den Leser mit schnellen Schnitten und Rückblenden packen und mitreißen. Die Botschaften sind oft schrill, respektlos und aberwitzig verpackt – denn Ralf König hat seine ureigene Art der Diplomatie entwickelt –, aber sie sind immer zutiefst human, werben für Toleranz und Lebenslust, Aufklärung und Verantwortung und nicht zuletzt für sich selbst: für intelligente, entwaffnend
witzige Comics.

Die Welt von Ralf König präsentiert nun anlässlich seines 50. Geburtstags das Schwule Museum. Zugegen sein werden die Stars aus Königs Feder, aber auch eine ganze Reihe ziemlich unbekannter Gestalten. Neue Facetten und Raritäten treffen auf Klassiker, die längst den Sektor der Merchandising-Produkte für sich erschlossen haben: Teddys als Schlüsselanhänger, Kondome des Grauens aus Glas, Knollennasen als Wanduhren, auf Weinflaschen oder Telefonkarten...
Der Blickwinkel ist ein ungewohnter, denn das Universum der Knollennasen wird ein erstes Mal ganz „wissenschaftlich“ erforscht: Wo finden sich die Objekte der Begierde, welche Rolle spielen Frauen und Haustiere, wie steht es um die Religion oder um den alten Streit zwischen Tunten und Lederkerlen? Die Ausstellung im Schwulen Museum – basierend auf der Sammlung Mario Russo – gibt ab dem 14. Juli Antworten auf solch existentielle Fragen."

Rahmenprogramm zur Ausstellung

Lesungen mit Ralf König:
● Mi. 14. Juli 2010, 19.00 Uhr, Comic
● Sa. 28. August 2010, 19.00 Uhr, BESONDERER HINWEIS: Comic-Lesung während
der Langen Nacht der Museen
● Do. 30. September 2010, 19.00 Uhr, Buchpräsentation „Antityp“
Lesungen mit Boris von Brauchitsch:
● Do. 29. Juli 2010, 19.00 Uhr, Buchpräsentation „Die Welt der Knollennasen. Eine sozio
rhinologische Untersuchung“


Museumsöffnungszeiten: täglich außer Di 14:00 bis 18:00 Uhr
Sa 14:00 bis 19:00 Uhr

Verein der Freunde eines Schwulen Museums in Berlin e.V. Pressekontakt +49 - 30 - 69 59 92 52
Mehringdamm 61 Fax +49 - 30 - 61 20 22 89
D-10961 Berlin e-mail: presse@schwulesmuseum.de
www.SchwulesMuseum.de Ausstellungsbüro +49 - 30 - 69 59 90 50

75 Jahre DC COMICS: Für "Fanboys" die "Verlags-BIBEL" zum Jubiläum

c) 2010 DC & Taschen

1935 veröffentlichte Major Malcolm Wheeler-Nicholson "New Fun Comics" Nr.1 (das erste Comic-Buch mit völlig neuem Originalmaterial – dies zu einer Zeit, als Comic-Heftchen nicht mehr waren als ein Sammelsurium von Zeitungs-Strips in Zweit-Verwertung. Wheeler-Nicholson's Verlag "National Periodical Comics" (aus dem einige Jahre später, nach dem Zusammenschluß mit dem Verlag "All-American Comics" DC Comics werden sollte).



"New Fun Comics" # 1, 1935
c) 2010 DC

(Mehr über Wheeler-Nicholson und die Anfänge des US-Heftchen-Marktes finden Interessierte z.B. in dem 1985 erschienen (inzw. verlagsvergriffenen) Sonderheft "50 who made DC great" sowie in US-Sammler-Magazinen wie "Alter Ego" sowie diversen Fach-Büchern, die wir für Euch -"welch' Zufall"- stets im UNFUG präsent halten ).


Was zuerst gestartet wurde, um die Zeitungs-Druck-Pressen besser auszulasten und gleichzeitig die damaligen Kids dazu bringen sollte, ihr Taschengeld in Zeitungs-Comics-Reprints anzulegen, wurde innerhalb kürzester Zeit zur "modernen" Antwort auf die klassischen Helden-Sagen wie etwa "Zorro", "Robin Hood" oder auch die Sagen der klassischen Antike...


c) 2010 DC & Taschen

Anlässlich des 75-jährigen Verlagsjubiläums hat der stets durch innovative Formate und Publikations-Designs glänzende TASCHEN Verlag nun das umfangreichste Buch über DC Comics im XL-Format geschaffen, an dem sich -lt. Eigenwerbung des Verlags- "womöglich sogar Superman verheben könnte". In enger Kooperation mit DC Comics und deren hauseigenem Archiv ist eine Art "DC Bibel" entstanden, die ihres Gleichen suchen wird...
(den ersten -noch vagen- DC-Ankündigungs-Text für das Buch findet ihr HIER!)



c) 2010 DC & Taschen

Über 2.000 AbbildungenCover, Heftinhalte, Original-Illustrationen (darunter auch Wonder Womans unsichtbarer Jet!), Fotos, Standfotos und Sammlerobjekte – wurden lt. Taschen Verlag mittels modernster Digitaltechnik reproduziert, um Storylines, Charaktere und ihre Schöpfer "derart lebendig zu machen, wie man es bisher noch nicht gesehen hat". Behandelt werden nicht nur die Comics selbst, sondern auch ihre Adaptionen für andere Medien (z.B. in Radio, TV, Kino usw.).


c) 2010 DC & Taschen

Paul Levitz,
der auf 35 Jahre bei DC zurückblicken kann, zeichnet in seinen ausführlichen Essays die Firmenchronik nach, von den Anfängen im Zeitungsdruck-Verfahren bis zum hoch modernen "Digital Publishing".

Umfangreiche Zeitleisten -!- zum Ausklappen und ein ausführlicher Anhang mit den Biografien der Zeichner, Texter, Herausgeber, Verleger und Akteure sollen dieses Buch zu einem unschätzbaren, lückenlosen Referenzwerk für jeden Comic-Fan machen (für "DC Fanboys" wie mich sowieso - Das wird tatsächlich "Die DC Bibel" LECHZ! :))) .


c) 2010 DC & Taschen

Autor Paul Levitz ist (wie US- Comic-Book Sammlern gewiß bekannt sein dürfte) selbst ein großer Comic-Fan und war in seiner Jugendzeit Herausgeber des "The Comic Reader" Fanzines, bevor er als "Mädchen für Alles" in den 70er Jahren bei DC anheuerte und sich nach oben arbeitete.

Zu den über 300 Stories aus seiner Feder gehören unter anderem mehrere Jahrgänge von DCs "Legion of Super-Heroes"; Gerade seine "Legion"-Stories zählen unter Fans zu modernen Klassikern (wie etwa "The Great Darkness Saga", die DC erstmals komplett und im edlen Hardcover-Design im Herbst neu-veröffentlichen wird). Bekannt sind aber auch seine Stories um die "JSA" / "Justice Society Of America" (dem Vorläufer der jetzigen "JLA" / "Justice League"), "Batman" etc.


Seit 35 Jahren arbeitet er bei DC Comics, zuletzt als Präsident und Verlagsleiter. Nach seinem "Rückzug" von dieser Tätigkeit ist er für DC ENTERTAINMENT als "Contributing Editor" und "Overall Consultant" tätig und er begann in diesem Jahr wieder zu schreiben, und zwar zwei neue Heft-Serien um die "Legion": "Legion Of Super-Heroes" und das (nach mehrjähriger Pause wieder neu erscheinende) "Adventure Comics".


* * * * *


"75 Years Of DC Comics: The Art Of Modern Mythmaking" wird in englischer Sprache im Oktober 2010 im Taschen Verlag erscheinen und soll bei einem Umfang von ca. 660 Seiten im Hardcover (HC), Format ca. 29 x 40 cm (also fast DIN-A3 Format !!) etwa $ 200 kosten.


Wer sich generell für die Historie des DC Verlags interessiert, dem lege ich diese Website an's Herz: "DC Indexes. com - Mike's Amzazing World Of DC Comics" (enthält Cover-Galleries, sortiert nach Serien oder Jahrgängen, Infos u.v.m.), außerdem natürlich (für ALLE US-Verlage!) die "GCD" (Grand Comic Book Data Base), die in ihrer Informationsfülle m.M.n. ungeschlagen ist !

SUPERMAN # 700

Superman # 100 (1955) und # 700 (2010)

Der nach "Detective Comics" und "Action Comics" dienstälteste Titel des DC Verlags feiert in dieser Woche seine 700. Ausgabe: "SUPERMAN"

Diese ca. 60seitige Sonderausgabe ist (wie bei derartigen Anlässen üblich) als sogenanntes "Jam-Book" gestaltet:
Mehrere Kreative (Autoren / Zeichner) gestalten dieses Heft im Sonderumfang: Die Autoren J. MICHAEL STRACZYNSKI (der die Serie ab # 701 komplett übernehmen wird), JAMES ROBINSON & DAN JURGENS; Artwork: EDDY BARROWS, BENARD CHANG, DAN JURGENS & J.P. MAYER; Cover-Art: GARY FRANK; den 1:25 "DC 75th Anniversary" Variant Cover gestaltet EDUARDO RISSO ("100 Bullets"); der 1:75 "DC 75th Anniversary" Variant B/W Cover stammt ebenfalls von RISSO.



Zeitreise: frühere "Geburtstags-Ausgaben"
des bekanntesten Pfadfinders der Welt:
Superman # 200 (1967), # 300 (1976) und # 400
(1984)
("Adventures Of...") Superman # 500 (1993) und # 600 (2002)

Anläßlich der Übernahme des Titels durch J.M.Straczynski, widmen diverse (nicht nur Comic-) News-Sites ihr Augenmerk auf Superman, die neue Storyline und (natürlich auch) den neuen Autoren. (Straczynski gilt (neben Mark Waid) unter den Autoren als der größte Fan der "Superman"-Figur.)

Interviews mit Straczynski zu "Superman" findet der Fan z.B. auf USA TODAY, Newsarama, Comic Book Resources (CBR) oder auch DCs eigenen Blog "The Source".

Innerhalb der (wohl auf 13 Teile angelegten) Story wird Straczynski Kal-El einmal quer durch die USA laufen lassen. Das Ganze soll für Supie so eine Art "Selbstfindung" werden (nachdem er die letzten "Monate" -für den Leser waren es eher gefühlte Jahrzehnte- auf "New Krypton" verbracht hatte, der "Mega"-Storyline, die sich in den letzten 15 Monaten leider durch alle Supie-Titel zog). US- Städte / -Landkreise können sich übrigens bei DC bewerben, wenn sie wollen, das Superman innerhalb dieser Story auch in ihrer Ortschaft auftaucht. (Details zum Wettbewerb HIER!)

(Einen schönen Abriß der kommenden Storyline bietet auch die deutschsprachige "Nerdcore" Website an ("Superman Walks") .)

...und um eine immer wieder gestellte Frage zu beantworten: Straczynki's Story in der "Superman"- Heftserie wird nichts mit seiner im November erscheinenden "Superman" Graphic Novel ("Superman: Earth One", Vol. 1) zu tun haben! Diese Graphic Novel Reihe wird eine vollkommen von der Kontinuität der Heftchen losgelöste neue Geschichte präsentieren, ideal also für Leser die keine Lust haben, sich Monat für Monat Fortsetzungsheftchen zu kaufen...



Superman # 53 (zum 10. Geburtstag der US-Serie;
dt. Erstveröffentlichung in "Buntes Allerlei" # 42 / 1953) /
und Superman # 146 (mit der Silver Age Origin des
"Earth-1" Superman, die vom Ehapa Verlag 1966
für deren erstes Heft und den 1. "Superband" benutzt wurde)


"SUPERMAN" # 700 wird ab Freitag bei uns im UNFUG erhältlich sein!
Wer sich für "klassische" Superman- Stories aus dem Golden-, Silver- und Bronze-Age interessiert (siehe Abb. der klassischen Covers in diesem Beitrag), wird bei uns ebenso fündig:

DC bietet preiswerte Reprints an, in Paperback-Reihen wie etwa "Superman Chronicles", "Superman In The 40's", "...in the 50's", "..in the 60's" usw. sowie viele "Themen"-Bände (z.B. "Kandor", "World Of Krypton", "Superman Vs. Lex Luthor" usw.), die alle klassische Höhepunkte aus nunmehr 72 Jahren "Superman" nachdrucken!



"80pg. Giant" Ausgaben die Ehapa wohl zu den
"Superman Superbänden" inspirierten
(Beispiele: Superman # 187 und 207)

DC DIGITAL PUBLISHING: der offizielle PR-Text & erste Reaktionen


DCs offizielle Website
hat jetzt den Pressetext
zum Start von
"DC DIGITAL PUBLISHING"
veröffentlicht.
Zu finden HIER!

US-Comic-News Website "Newsarama" befragte
die Kreativen (Autoren, Zeichner...)
was sie von DCs digitalen Plänen halten!
Wen's interessiert, was NEAL ADAMS,
PAUL DINI, JIMMY PALMIOTTI & Co.
dazu zu sagen haben, klickt bitte
HIER!

Mittwoch, 23. Juni 2010

Masters of Manga: Moto Hagio und die »Year 24 Group«

Masters of Manga ist eine neue Website des Übersetzers Marc Bernabé, der dort Interviews mit bedeutenden Mangakas veröffentlicht. Heute: Moto Hagio zur Bedeutung und Entstehung der Year 24 Group, die das Genre der shojo manga revolutionierte...

Zum besseren Verständnis wird empfohlen, sich das Interview anzuschauen, dann den dazugehörigen Guide auf der Masters of Manga-Seite zu lesen, und sich dann noch einmal das Interview anzuschauen.