Freitag, 5. November 2010

US Lieferung erst heute Nachmittag

LEUTE! US Lieferung kommt heute erst aufm Nachmittag! Bedankt euch bei den Bombenlegern dafür...
Und spart euch Kommentare wie "kommen eure Comics aus Griechenland oder Jemen" ALLE Lieferung aus dem Ausland werden gerade durchleuchtet wie ein Westpaket von der Stasi.

Donnerstag, 4. November 2010

Jeff Lemire: Essex County #01 - Geschichten vom Land [Edition 52] Ein faszinierender Erzähler, nun endlich auch auf deutsch!

Anfang des Jahres hatte ich ja bereits The Nobody von Jeff Lemire sehr begeistert besprochen (Rezension hier). Nun liegt endlich auch der erste deutsche Titel dieses jungen Ausnahmetalents vor. Der Wuppertaler Indieverlag Edition 52 kann sich damit schmücken, den kanadischen Autor einen breiteren Publikum vorzustellen.
Überraschenderweise scheinen sich die großen Verlagshäuser in Deutschland für die tiefsinnigen, raffinierten kleinen Erzählungen (die zu Recht vielfach prämiert wurden) nicht wirklich zu interessieren, nun denn.
Die deutschen Herausgeber von Essex County haben sich entschieden die Trilogie als drei getrennten Titel zu veröffentlichen, ein Vorgehens, welches ich durchaus verstehen kann.
Seit Mitte Oktober liegt nun in den gutsortierten Buchhandlungen des Landes dieses grafische Kleinod aus, an welchem ich nur einen einzigen Punkt auszusetzen habe.
Denn leider wurde hier für ein konstantes Computerlettering votiert, welches die erzählerische Eleganz der Geschichte ein wenig schmälert, diente doch im Original der variable, kratzige Strich auch auf der Textebene der Vermittlung von Emotionen.

Die erste Geschichte des Zyklus rund um die fiktive Region Essex County kreist um den zehnjährigen Jungen Lester, der nach dem Krebstod seiner Mutter als Waise von seinem Onkel aufgenommen wird. Lester ist unzufrieden.
Er ist eingekeilt zwischen den ungeliebten täglichen Pflichten in der Landwirtschaft, dem bösartigen Spott der anderen Landkinder, die in diesem kostümtragenden Aussenseiter nur eine Schwuchtel sehen und dem schwierigen emotionalen Verhältnis zwischen ihm und seinem Onkel, diesen plötzlich ungewollten Ersatzvater. Daher flüchtet er sich in eine Alternativwelt, wird Eskaptist, Träumer, Spinner - kurz er bleibt ein Sonderling.

Er trägt Cape und Maske und ist folgerichtig natürlich auch ein großer Comicfan. Auf diesem Weg freundet er sich auch mit dem sonderbaren Tankstellenbesitzer Jimmy Lebeuf an, welcher in seiner Vergangenheit (bis zu seinem verheerenden Unfall) ein erfolgreicher Eishockeyspieler war. Inzwischen ist auch er durch die ihn umgebende Welt zu einem Sonderling gemacht worden, ein schwerfälliges, langsames Opfer des sanften Spotts und der offenen Verachtung.
In Lemires Geschichten finden diese verwandten Geister stets zueinander und erwerfen sich gemeinsam eine andere Welt in der sie sicher sind vor Spott, Hohn und Zuschreibungen per Blick oder Wort. Jimmy und Lester verlieren sich in einer fiktionalen Welt, erzählen sich Tag um Tag kleine Geschichte, kommen sich näher und näher, werden Vertraute. Bis zum Tag, an dem sich alles ändert.

Diese kleine, leise, ereignisarme Erzählung wäre nicht so beeindruckend, würde sie Lemire gegen den Einbruch des Unerwarteten verwehren. Seine subtilen schwarz-weiss schraffierten Zeichnungen ergänzen den erzählerischen Stil, in dem der Einfluss des magische Realismus deutlich erkennbar ist nahezu perfekt.
Dieses dichte narrative Gewebe überzeugt durch seine Stimmigkeit und seinen Doppelsinn, denn schlußendlich handelt diese Geschichte auch von einem Reifeprozess, von der Abnabelung von der trauten Welt der Kindheit und von so vielem mehr.

Lemires Geschichte sind Resonanzkörper für eine Vielzahl von Deutungen, offen für die verschiedensten Betrachtungen, eigensinnig und eigenständig und daher sehr zu empfehlen. Man mag nicht glauben, dass der Autor dieser Trilogie gerade mal die 30 überschritten hat, er erzählt bereits jetzt wie ein routinierter alter Meister und entwickelt einen grafischen Stil, der ihn weit von den aktuellen Schulen abhebt.
Ich freue mich sehr darüber, dass der Verlag auch der zweite Titel der Trilogie noch in diesem Jahr veröffentlichen will (geplant für Dezember) und hoffe sehr, dass dieser stille, faszinierende Erzähler in Deutschland zahlreiche Anhänger finden wird. Für alle Neugierigen: Der erste Band der Essex County Trilogie kann in beiden Filialen für 11 Euro erworben werden.

Dienstag, 2. November 2010

GACKT PLATINUM BOX 11 - SEIT HEUTE VORBESTELLBAR

ACHTUNG! GACKT PLATINUM BOX 11 STEHT IM JANUAR 2011 AN...

Platinum Box XI (11)
Preis 94,95 Euro
Vorbestellnummer: 19264

Hebt euch also n bisschen Weihnachtskohle auf!


Warren Ellis / Cully Hammer: Red [Panini]. Politisierter Tortureporn

Sicherlich, man kann Warren Ellis vorwerfen, dass er schon differenziertere Figuren entworfen hat, psychologische Konflikte konziser ausgearbeitet hat und spöttischer gegen die Mächtigen wetterte - aber warum?

In dieser Miniserie war dafür eben kein Raum vorgesehen, 80 Seiten, 3 Teile, Unmengen von zerteilten Leibern und zahllose hübsch inszenierte Schlachtungen als Nahmotiv - so lauteten die Eckdaten von Red. Kann man jetzt bemängeln und kritisieren, aber weshalb?

Gut, die Idee ist sicherlich nicht die Neuerfindug des Schwungrads, aber miserabel umgesetzt ist sie sicherlich nicht. Ähnlich wie Spider Jerusalem ist auch Paul Moses alias Red wieder eine vollkommen überzogene, grandiose Satire - nahezu hyperidentifikatorisch.

Red ist niemand anderes als der begnadetste Killer beider Hemisphären, der eigentlich nur seinen Ruhestand in Friede verbringen will. Gepeinigt von den Erinnerungen an seine Karriere als gedrungener Massenmörder wird er plötzlich Opfer eines staatlich sanktionierten Mordanschlags - den er natürlich unversehrt übersteht.

Red ist ein Symbol für die ehemals offenherzig blutrünstige Politik der Geheimdienste, die sich nie zu schade waren in Geheimoperationen Angst und Schrecken zu verbreiten. Natürlich ist diese Mischung aus konspirologischem Zierrat und eleganter Ultrabrutale jetzt nichts neues - aber die konsequente Geschwindigkeit von Red ist es schon.

Das Ergebnis des Showdowns ist von Seite Eins an klar und trotzdem meuchelt sich der unglaublich abstossende Antiheld quer durch die Abwehrketten und man entwickelt während dieser wilden Raserei eine gewisse Symphatie für ihn und seine fragwürdigen Ideale. Ein Fossil des Kalten Kriegs rächt sich an der nachfolgenden Generation - das Monster wendet sich gegen seinen Schöpfer, klingt bekannt oder?

Erstaunlicherweise ist Ellis der tatsächlichen medienpolitischen Linie damit sogar voraus, denn inzwischen ist eine Aussstrahlung des dritten Teils der ehemals ur-amerikanischen John Rambo-Saga in den nordamerikanischen Lichtfilmhäusern nicht mehr wirklich gerne gesehen. Erinnert doch dieses Stück Actionkino an eine zwischenzeitlich gerne verdrängte Episode der us-amerikanischen Aussenpolitik.

Eine ähnliche politische Amnesie soll auch durch die Liquidierung von Red erreicht werden, frei nach dem Motto, wenn wir unseren schmutzigsten Killer ausschalten können wir unsere Hände wieder in Unschuld waschen und müssen uns keinen weiteren unbequemen Fragen durch eine sensibilisierte Öffentlichkeit stellen.

Die politisch motivierten Morde in welche Red involviert war werden zu Beginn des dritten Teils in einer einzigen Seite, welche Vergangenheit und Gegenwart überblendet, verdichtet.

Erkennbar ist hierbei der Mord an JFK, Dr. King und zwei für mich nicht identifierbaren Personen, wobei die zweite auf erschreckende Weise Aung San Suu Kyu ähnelt. Der Comic beweist in diesen vier Panels seine wahre Finesse, wenn er zwischen den genrekonformen imaginären Orten eines Thrillers und einer dezidiert im Realen verwurzelten provokanter Anklage changiert.

Ellis ist auf der Folie eines fast schon torturepornaffinen Rachefeldzug eine gallige und bissige Satire auf die gegenwärtige Politik der Geheimdienste gelungen, deren High Noon mitten in Langley stattfinden wird. Mal sehen wie viel von diesem durchaus subversivem Potential bei der Verfilmung übrig bleibt, mir schwant schlimmes!

Wer sich selbst ein Bild von dieser grandiosen Herrschaftssatire und einen der kaputtesten Charaktere der heutigen Comicwelt machen mag, der wird in beiden Filialen fündig - Kostenpunkt 12,95 Euro (SC).

Mignola / Arcudi / Davis: B.U.A.P. #08: Die Warnung [Crosscult]. Deutschland brennt!


Im Büro der Behörde zur Untersuchung und Abwehr paranormaler Erscheinungen (kurz BUAP) vertreibt man sich wie unter Sonderwesen üblich die Zeit etwas anders. Egal ob man nun mithilfe eines Mediums Kontakt zu einer anderen Person aufnehmen mag oder magische Waffen einfach mal verschwinden lässt, in dieser Behörde laufen die Dinge eben etwas divergenter und der ein oder andere Spind kann durchaus Heim und Refugium eines verlorenen Geistes sein.

Inzwischen hat sich die als Hellboy-Spinoff entwicklete Serie emanzipiert und das Team Mignola/Arcudi (Text, Storyboard) und Davis (Zeichnungen) beweist einmal mehr, weshalb der Flurfunk dieses Büros etwas besonderes ist. Ein liebevoll vertracktes Storyboard, überraschende Drifts und die (wie üblich) unglaublich stimmigen Zeichnungen machen den Comic einfach zu einer runden Sache. Diabolische Froschwesen, antike Roboter und eine brennende bayrische Hauptstadt bilden dann den Rest dieser optischen Delikatesse. Richtig München brennt - und zwar lichterloh!

Zwar glaubte man anhand der ein oder anderen Äusserung bayrischer Politiker schon in den letzten Wochen, dass hier gefährliche Geister tätig sind - aber nun ist es amtlich. Der erste Teil dieser Trilogie macht klar, wir werden angegriffen! Die integrationsunwilligen Invasoren aus der Hohlwelt zerbröseln, aus der Bauruine eines niemals fertiggestellten unterirdischen Bahnhofs ... (ähm, ja ist wahr :D) ... heraus die Stadt und keines der importstarken deutschen Waffensysteme kann ihrem Toben Einhalt gebieten, erst der große magische Knall macht Schluss mit dem kannibalistischen Treiben der Froschwesen ... für viele Münchner leider zu spät, sie wurden Opfer des gewaltigen Hungers der Frösche.

Soweit so gut, was nun? Wird die Idylle der bayrischen Gemütlichkeit aus den Trümmern dieser rauchenden Stadt nochmals emporsteigen können und erneut Weisswurstglanz verströmen? Um diese Frage wird sich wohl der zweite Teil drehen. Welche deutsche Stadt dort in Schutt und Asche gelegt wird, darüber schweigen sich meine Quellen bislang aus, aber anhand des sprechenden Titels von #08 bleibt es wohl spannend!

Die grafische Novelle zum brennenden bajuwarischen Immobilienmarkt kann übrigens in beiden Läden für 19,80 Euro (HC) erstanden werden.

Montag, 1. November 2010

simpático





Heue bekamen wir spontanen Besuch von einem sehr sympathischen Spanischen Comiczeichner, der auf Promotionstour für seine Comics ist. Er hat gleich im Laden begonnen, Kostproben seines Könnens zu geben, indem er drei grossformatige Zeichnungen anfertigte!
Zum Beweis seiner Anwesenheit bei uns, musste ich mit seinen Comics posieren, was ich gerne getan habe!

Beide Bücher gibt's bei uns vom Autor signiert.
Sie heissen:
"Providence Dream" € 10.-
"el cine de los pobres" € 14.-

Natürlichhat der Mann auch einen Blog!

Sonntag, 31. Oktober 2010

Walking Dead Posters

Wenn das nicht die GRELLSTEN Walking Dead Poster ever sind:




Quitzi sagt: BRAAAAAAAINS