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Montag, 19. Dezember 2022

mal wieder ein Manga: He's expecting

Was wäre, wenn auch (cis-)Männer Kinder bekommen könnten? In diesem Manga erweist sich das Gedankenspiel deutlich interessanter als zunächst angenommen. Oder hat mich da die brave Covergestaltung mal wieder in die Irre geführt?

 
(c) Tokyopop

Kento Hiyama ist ein erfolgreicher Angestellter und Single, was ihm auch gerade ganz gut passt. Plötzlich stellt er fest: Er ist von einem seiner One-Night-Stands schwanger. Das ist erst einmal harter Tobak für ihn, kennt er doch nieman(n)den in seinem Umfeld, der allein ein Kind bekommen hat. Schnell steht für ihn fest, dass er abtreiben wird. 

Doch eine OP und die dafür erforderlichen Fehltage auf Arbeit sind gerade nicht drin... wie soll er sich entscheiden? Und wie wird sein Arbeitgeber überhaupt auf die Neuigkeit reagieren? Mit dem Fortschreiten seiner Schwangerschaft lernt er neue Leute kennen, die alle auf die eine oder andere Art mit einem ähnlichen Thema konfrontiert sind. 

Mizuki Kawabata bekommt auch ein Kind, allerdings von ihrem Freund, der sich jedoch nicht von seiner Frau trennen kann. Oder will? Auch sie muss sich mit dem Gedanken anfreunden, bald alleinerziehend zu sein. Tsubasa ist noch in der High School. Auf dem Schulweg bekommt er in der Bahn mit, wie seine Kumpels sich über den schwangeren Kento lustig machen. Was sie nicht wissen: Auch Tsubasa war schwanger, weil er beim Sex mit seiner Freundin Satomi nicht konsequent verhütet hat. 

Seine Eltern bestehen auf einer Abtreibung, die Beziehung der beiden Teenager wird danach nie wieder so sein wie davor. Einige weitere Charaktere lasse ich jetzt mal unter der Tastatur stecken, was ich mit Vorstehendem illustrieren wollte ist, dass Eri Sakai aus den Einzelschicksalen einen plausiblen Plot webt, dem man gern folgt. Besonderes Highlight ist für mich Aki Seto, Kentos One-Night-Stand. Die hätte vielleicht nichts gegen eine Beziehung mit Kento einzuwenden, aber Kinder stehen definitiv nicht auf ihrem Lebensplan. 

Nach dem ersten Schock (und der Erkenntnis, dass sie wie so viele Männer auf die Neuigkeit reagiert hat), stellt sie sich ihrer Verantwortung. Und siehe da – seit nicht nur Frauen schwanger werden können, beginnen sich die Dinge zu ändern, in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft. Auch wenn die Autorin die biologische Seite komplett unerklärt lässt, finde ich das Gedankenspiel sehr spannend und die möglichen Konsequenzen plausibel erzählt. 

Schade, dass der Manga erst zehn Jahre nach seinem Erscheinen in Japan hier bei uns angekommen ist!



Montag, 12. September 2022

chillig ohne Ende: Everyday Escape

Mangaka ist ein stressiger Beruf. Niemand weiß das besser als die Protagonistin dieses Mangas. 

 
(c) MangaCult

Während sie arbeitet, hängt ihre beste Freundin bei ihr ab. Sie ist arbeitslos und beherrscht die Kunst des Müßiggangs p-e-r-f-e-k-t. Also ist sie prädestiniert dafür, der Mangaka ab und an auf die Sprünge zu helfen, wenn bei der mal wieder die Sicherungen durchbrennen. 

Doch Müßi hält ihre Besti nicht nur vom Durchdrehen ab. Sie verschafft ihr auch neue Kreativitätsschübe. Zum Beispiel, indem sie ihr gleich in der ersten Episode zwei internetfreie Tage verordnet. Mit einem, wie ich finde, genialen Kniff: Sie steckt einfach Handy und LAN-Kabel der Mangaka in einen frankierten und adressierten Umschlag. Und den dann in den Briefkasten. 

"Um vor der Realität zu fliehen, ist Verzicht essentiell.
Dir darf nichts anderes übrig bleiben als zu chillen."

Weise Worte. Ommmm. Nur hat das entspannte Lümmelleben zwischen Spielkonsole, Bingewatching und Nickerchen am Nachmittag einen Nachteil – chronischer Geldmangel. Aber mit ein wenig Geschick motiviert Müßi einfach ihre Besti dazu, sich an ihrer statt die erträumten Dinge zu leisten. Als Belohnung für den erreichten Abgabetermin. ;-) 

Die zwei passen einfach zusammen. Egal, ob sie zusammen verreisen, Party machen oder das Kinderzimmer der Mangaka ausräumen. Und das Beste? Wie so oft die Metaebene – das Lesen von Everyday Escape ist auch eine kleine Realitätsflucht.

Mittwoch, 7. September 2022

merken Sie Sich dieses Gesicht! .... Äh, oder dieses!: Mixed-up First Love

Shojo-Liebesgeschichten, die in der Oberstufe spielen, gehen auch anders. Wenn dies denn überhaupt ein Shojo-Manga ist. Erzählt wird er nämlich aus der Perspektive von Aoki, einem leicht verpeilten Elftklässler.


(c) Egmont (nachfolgende ebenso)

Aoki ist ein fröhlicher Trottel. Das Herz auf dem rechten Fleck, immer geradeheraus und direkt zur Sache. Und er hat einen Crush – seine Sitznachbarin Hashimoto. Durch einen Zufall bekommt er mit, dass sie heimlich in Ida verliebt ist. Groß, gutaussehend, gewissenhaft hat der alles, was Aoki nicht hat. 

Als Hashimotos Geheimnis aufzufliegen droht, will Aoki sie davor schützen. Er greift zur einzigen plausiblen Erklärung: Er macht Ida ein Liebesgeständnis. Der ihn (wie erhofft) auch abblitzen lässt. Doch damit fängt die Geschichte erst an. Ida ist bestürzt, so wenig von Aoki zu wissen. Bei dem Versuch, ihn besser kennenzulernen, freunden sie beiden sich an und ... Aoki bekommt immer öfter Herzklopfen in Idas Nähe. 

Den Rest spoilere ich jetzt mal nicht. Nur so viel: Der erste Band endet mit einem grandiosen Twist. Band zwei ist sich also meiner Vorfreude gewiss. Nicht unerwähnt bleiben sollen auch die grandiosen Gesichtsentgleisungen Aokis. Eine kleine Auswahl nachstehend:

Verdammt lecker!

 

Grenzenlose Überraschung:

 

Aufkommende Panik:

 

Erschrecken über eigene Verpeiltheit:

 

Ungläubig bis zum Get-no:

 

Zuallertiefst gerührt:

Wie genial – vor allem, der Kniff, ihm seinen Gesichtsausdruck einfach auf den Hinterkopf zu pinnen! Hach. Wenn ich groß bin, will ich auch so Gesichtsakrobatik können. Ich übe schon mal los.

Mittwoch, 10. August 2022

einfach – nee, auch doppelt! – gut: Blue Spring Ride

Schade eigentlich, dass es keinen Sinn macht, sich einen Manga, den man schon hat, noch mal zu kaufen. Würde es das, stände dieser hier ganz oben auf der Liste:

Blue Spring Ride 2in1 01
(c) Tokyopop

Blue Spring Ride von Io Sakisaka. Haaaah... der ist so großartig. Warum? Erst einmal Futaba. Mit dem Wechsel in die High School will sie einen Neuanfang wagen. Denn im letzten Jahr der Mittelschule hat ihr gutes Aussehen und freundliches Wesen dazu geführt, dass sie bei den Jungs immer beliebter wurde. Das führte im Gegenzug aber dazu, dass sie bei den Mädchen unten durch war.

In der neuen Schule will sie nun unbedingt ein ähnliches Schicksal vermeiden und gibt sich daher übertrieben burschikos. Damit die Jungs sie nicht wieder für Freundinnen-Material halten. Dieser Plan geht zunächst auf, denn Futaba gelingt es, sich mit einigen Mädchen anzufreunden. Dann aber geht er nach hinten los, als ihr plötzlich Kou gegenübersteht. Der Klassenkamerad ihrer ersten Mittelschuljahre zog weg. Gerade, als die beiden sich etwas näher kamen. 

Für Kou schlägt ihr Herz immer noch – allerdings für den von früher. Und der schien mal das gleiche für sie zu empfinden. Doch der jetzige Kou hat einen anderen Nachnamen und gar nichts mehr von dem netten Jungen von damals. Wie genau es dazu kam, wird nach und nach offengelegt. Futaba und Kou werden auch wieder so etwas wie Freunde, aber so richtig schlau wird sie nicht aus ihm.

Was ich an diesem Manga so mag, sind (neben Futaba und Kou selbst natürlich) die Momente, in denen sie sich näherkommen. Obwohl nichts wirklich passiert, schlagen da die Funken! Keine Ahnung, wie Io Sakisaka das macht, aber da gibt's beim Lesen echt Gänsehaut und man möchte einem von den beiden den entscheidenden Schubser verpassen, der die Sache besiegelt. Aber Geduld ist ja eine Tugend...

Wer noch nicht weiß, ob die beiden schlussendlich zusammenkommen, dem sei Blue Spring Ride hiermit ans Herz gelegt.

Montag, 8. August 2022

Kochen o shimasu!

 

Das es das im Unfug mal gibt, hätte wahrscheinlich keiner vermutet. Aber so sieht sie aus – unsere neue Koch.buch.ecke:


Wer schon immer mal was Japanisches brutzeln (oder backen!) wollte, sich bislang aber noch nicht mangels sachdienlicher Anleitungen an das Unterfangen herangewagt hat, kommt nun zum Zug.

Unseren Klassiker, das Manga-Kochbuch Sauerkraut und Sojasauce kennen einige von Euch ja vielleicht schon. (Daraus ist übrigens der Zitronenpfeffer sehr zu empfehlen – den haben mein Mann und ich u. a. schon mal nachgebastelt und waren begeistert.) Die gerade frisch eingetroffenen Manga-Kochbüchern (aus deren Reihe es auch ein zuckersüßes Backbuch gibt, siehe links oben) konnten mangels Zeit noch nicht durchgetestet werden. 

Ein erstes Reinblättern ließ mir aber schon mal das Wasser im Munde zusammenlaufen. Mjam mjam. Und damit das Auge nicht zu kurz kommt, sind die Anleitungen – neben den Fotos der fertigen Gerichte – auch mit einigen Minimangas dekoriert.

Übrigens: Wer lieber ein Festbankett à la Obelix, Kinderkompatibles aus Entenhausen oder Seebärenmenüs nach Art von One Piece zaubern will, auch dem können wir dienlich werden. :-) Na dann, Kochschürze an und los!

Montag, 11. Juli 2022

kaum zu glauben, aber gut: Not a Boy

Ein Hoch auf das Leseexempar! Obwohl – Not a Boy hätte ich mir wahrscheinlich auch so mal näher angeguckt. Denn Cross-Dressing-Mangas mag ich ganz gern, besonders, wenn's noch ein weiteres mal um die Ecke geht, also der sich als Mädchen verkleidende Junge sich als ein als-Junge-verkleidetes-Mädchen ausgibt. 

Ganz so komplex wird's im ersten Band von Not a Boy (noch) nicht, aber es fängt vielversprechend an.

 Not a Boy 01
(c) Egmont

Kanda-kun, im zweiten Jahr an der Uni, ist einfach eine coole Socke. Sowohl beim im-Unterricht-vor-sich-hinträumen als auch beim Rauchen in der Pause. Kein Wunder, dass er der in Liebesdingen eher unerfahrenen Okuma sofort ins Auge gefallen ist. 

Ein charmant konstruiertes Missverständnis macht aus den beiden ein Paar. Okuma kann ihr Glück nicht fassen, während Kanda... einfach. nicht. die. Kurve. kriegt, ihr zu sagen, dass er doch eigentlich  a  u c h  eine Frau ist. Aber Kanda-kun denkt genau das regelmäßig, wenn Okuma Sachen sagt wie  

"Wahnsinn, Kanda-kun, Du siehst wie eine echte Frau aus!" (von Okuma fürs Crossdressing-Café angeheuert)

"Würde Kanda-kun sich komplett wie eine Frau benehmen, wäre er nicht mehr er selbst." (immernoch im Maidoutfit, aber beim Rauchen) oder

"Tja, Männer sind bei solchen Spielen eben geschickter." (am Greifer-Automaten)

So vertieft sich ihre Beziehung von Tag zu Tag, von Date zu Date ein klein wenig weiter. Und sie passen auch einfach gut zusammen! Natürlich steigt die Zahl der brenzligen Momente bzw. erhöht sich auch deren Grad der Brenzlichkeit, dass doch noch alles auffliegt. Und die geneigte Leserin fragt sich, wie lange die Illusion noch aufrecht erhalten werden kann. 

Hoffentlich lange – ich mag nicht nur die beiden als Paar sonder auch die Punchline ganz gern. Ab Band 2 könnte man dann vielleicht ein Trinkspiel draus machen? Aber vielleicht knickt Kanda-kun ja auch ein und geht doch mit Okuma ins Thermalbad. Ich bin gespannt, wie lange sich der Zeitpunkt der Enthüllung noch hinauszögern lässt.

Ein nettes Detail noch zum Schluss: Okuma trägt jeden Tag andere Ohrringe.

Donnerstag, 9. Juni 2022

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus...

Das war letzte Woche gleich nochmal ein wenig Weihnachten im Unfug: 

Erst die drei eingetroffenen Kartons frischen Eldo-Yoshimizu-Manga-Nachschubs andächtig auspacken...

 

...und ihn dann feinsäuberlich auf den eigens für die Signierstunde eingerichteten Schrein schichten.

 
 
Schööön. 
 
Symmetrie sei die Ästhetik der Primitiven, so der große Adolf Loos. I don't agree. Aber um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich mir in Quadrant D2 einen kleinen Schnörkel erlaubt – wir wollen uns ja nix nachsagen lassen. 

P.S.: Aus sicherer Quelle wurde mir zugetragen, dass noch EIN allerletzter Slot für die Signierstunde frei ist. Wer also immer schon mal einen Eldo-Sketch sein eigen nennen wollte, schreibt. uns. ne. Mail.

Mittwoch, 8. Juni 2022

ganz anders als gedacht: Don't lie to me – Paranormal Consultant

Wie der erste Eindruck doch täuschen kann... Für Mystery habe ich ja eher wenig bis nix übrig, also war ich mir nach dem Durchschmökern der ParaCon-Leseprobe sicher, dass der Don't lie to me...  kein Manga für mich ist. 

Damit sich aber das mit der Neulieferung erhaltene Leseexemplar nicht allein des nächtens im Unfug fürchtet, nahm ich's mal mit nach Hause und führte es da seinem Verwendungszweck zu. Die 1920er mag ich nämlich ganz gern (kaum zu glauben, dass die jetzt schon hundert Jahre her sein sollen!) und finde diese Epoche in Japan nochmal extra spannend, weil da noch so viel mehr Lametta (a.k.a. traditionelle Lebensweise) war.


Ein kleiner Trost also – wenn mich schon die Handlung kalt lässt, wird's wenigstens was auf die Augen geben. 

Los geht's: Die junge Kanoko Urabe verlässt ihre Heimat, weil sie dort zu einer Außenseiterin geworden ist. Mit ihrer Fähigkeit, Lügen am Klang der Stimme zu erkennen, eckt sie nur an. Das ernst- und gewissenhafte Mädchen, trifft auf Soma Iwai, einen semi-sympathischen, verpeilten Schmarotzer, der jedoch mit einer außergewöhnlichen Beobachtungs- und Kombinationsgabe gesegnet ist. Urabe und Iwai bringen gemeinsam Licht in das rätselhafte Verschwinden des kleinen Nachbarsjungen und werden ein Team, dem es schließlich gelingt, einen ersten richtigen Fall an Land zu ziehen. 

Soviel zur Story. Das alles ist flott und flüssig erzählt, augenschmeichelnd gezeichnet und mit ein paar netten Slapstick-Einlagen gewürzt. Jetzt zum Titel. Paranormal fand' ich an diesem Manga... gar nix. Kein Klopfen in der Wand, keine aus dem Regal fallenden Bücher, keine Stimmen aus dem Nichts. Oder geht das nur mir so, dass ich bei paranormal an Geister und Grusel denke? 

Na gut, die Art, wie Kanoko den Lügen "auf die Spur kommt" ist sicher alles andere als normal. Vielleicht wird es ja in Band 2 gruseliger – ich werde das auf jeden Fall ausprobieren. Und warum Consultant? Aber genug genörgelt.

Hier lieber noch einige Highlights, die mich beim Lesen erfreut haben: 

1) Kanoko kommuniziert in erfrischender Weise 'auf Augenhöhe' mit ihren Gegenspielern. Ohne eine burschikose Energiewalze zu sein, steht sie mit beiden Beinen im Leben und weiß sich in ihrer Umgebung entschlossen zu behaupten. Schön, wenn man sich um die Protagonistin mal keine allzugroßen Sorgen machen muss. 

2) In einer Straßenszene ist ein Mann im Kimono mit Fedora zu sehen. Grandiose Mischung.

3) In Kapitel 3 habe ich gelernt, dass man in Japan bei der Geburt nach herkömmlicher Zählweise bereits 1 Jahr als ist. Ein wirklich interessanter Ansatz. Wer hat sich eigentlich ausgedacht, dass Neugeborene null Jahre alt sind? Als würden sie fertig aus einem 3D-Drucker ploppen...

Zum guten Schluss mein gar nicht mehr so überraschendes Fazit: 

Wer – wie ich – die Mangas von Kaoru Mori (Emma, Young Bride's Story) mag, wird auch ParaCon sehr gern lesen. Zumindest ab Kapitel 3. Wer sich von diesem Manga wohligen Grusel verspricht, wird vorerst enttäuscht. Aber kann ja noch werden. ;-)

Mittwoch, 25. Mai 2022

leider geil: Tokyo Revengers

Seit das Tokyo-Revengers-Ufo auf unserem Neuheiten-Tisch gelandet ist, liegt Cheffe mir in den Ohren, ich solle den unbedingt mal lesen, der wäre ja sooo gut. Nun bin ich ja eher von der Shojo-Fraktion (genauer dem Realo-Flügel) und überzeugte Pazifistin – mit einer Story über Gangkämpfe kann ich per se also recht wenig anfangen. Und mit männlichem Gewaltmackertum noch weniger.

Um Cheffe nicht das Herz zu brechen, gab ich erstmal der Leseprobe im Manga Preview eine Chance. Ok, das mit der Zeitreise fand' ich ganz nett (da Sci-Fi nicht abgeneigt) und auch dem gewagt-debilen Look von Mittelschul-Takemichi konnte ich was abgewinnen. Aber sonst... kein gesteigerte Motivation, tiefer in die Geschichte einzutauchen. Also wurschtelte ich mich weiter so durch.

Bis mir eines schönen Tages mit strengem Blick das Leseexemplar als Hausaufgabe fürs Wochenende mitgegeben wurde. Grrrr... und seufz. Aber da ich ohnehin eine Bahnfahrt vor mir hatte, habe ich da halt die Nase reingesteckt. 

Und es kam wie befürchtet. Take und seine Brudis halten sich für die coolsten, werden aber selber ordentlich schikaniert. Bzw. gleich mal von einer älteren Gang zusammengeschlagen. Aua. Take machte da auch alles andere als eine gute Figur, sondern holt sich eine sehr blutige Nase. 'Nen halben Sympathiepunkt gab's immerhin, als er einem Jungen aus der Klemme hilft. Damit beginnt Take, seine eigene Vergangenheit – und damit auch seine Zukunft – zu ändern. 

Und da fängt es dann an, wirklich spannend zu werden! Ich wollte es ja selbst kaum glauben. Denn mit jedem Trip in sein junges Ich (wie er das anstellt, spoiler` ich jetzt mal nicht) agiert Take mit dem Wissen von 12 zusätzlichen Lebensjahren. Und heimst so peu à peu weitere Sympathiepunkte ein. Ab dem Ende von Kapitel 2 hatte ich dann schon Probleme, den Band mal kurz aus der Hand zu legen um eine kurze verzweifelt-begeisterte Nachricht an Cheffe abzusetzen. MENNO!

Neben der wirklich überraschend komplexen Storyline und der sich langsam entfaltenden Charaktere in ihrem Beziehungsgeflecht untereinander macht mir auch die Übersetzung viel Spaß. Da war ein wahrer Wortschmied am Werk, chapeau! Und – jetzt kann ich's ja sagen – beim Aufschlagen des Mangas überraschte mich als erstes eine Seite voll Text. In diesem erläutert die Redaktion ihre Überlegungen zum Umgang mit dem Manji-Symbol. Fand ich gut, das so offen, nachvollziehbar und vor allem an höchst präsenter Stelle erzählt zu bekommen.

So, dann kann er JETZT bitte mal kommen, der zweite Band!

Freitag, 6. Mai 2022

Eldo Yochimizu *** 15. Juni 17 Uhr *** Torstrasse



The early making of RYUKO.
2.4.2022


NO WAR IN UKRAINE.
14.2.2022


𝙀𝙡𝙙𝙤 𝙔𝙤𝙨𝙝𝙞𝙢𝙞𝙯𝙪
エルド吉水
Manga-ka, Artist
漫画家、アーティスト
www.eldoyoshimizu.com

HEN KAI PAN (2022)
Gamma Draconis (2020)
RYUKO (2016)
auf Deutsch bei Carlsen

Freitag, 9. Oktober 2020

Die Gewinner der "Harvey Awards 2020" - von Manga über Superman bis Watchmen!

 


Die Gewinner der diesjährigen Harvey Awards wurden vor kurzem via "The Hollywood Reporter" bekanntgegeben, mit denen "herausragende Leistungen in verschiedenen Kategorien innerhalb der amerikanischen Comic Book Industrie" geehrt werden sollen.

Book of the Year: Dragon Hoops by Gene Luen Yang (First Second)

Digital Book of the Year: The Nib edited by Matt Bors (thenib.com)

Best Children or Young Adult Book: Superman Smashes the Klan by Gene Luen Yang and Gurihiru (DC Comics) (Die historischen Hintergründe / Begebenheiten, denen diese Graphic Novel zugrunde liegt, hatten wir bereits ausführlichst HIER! vorgestellt -inkl. Videos und mehr- !)

Best Manga: Witch Hat Atelier by Kamome Shirahama (Kodansha Comics)

Best International Book: Grass by Keum Suk Gendry-Kim, translated by Janet Hong (Drawn and Quarterly)

Best Adaptation from a Comic Book/Graphic Novel: Watchmen by HBO, based on Watchmen (DC Comics)

 

“On behalf of our team involved in assembling the 32nd Annual Harvey Awards, we extend our congratulations to the winners!”, so Chris D’Lando, Harvey Awards coordinator & ReedPop content manager, in einem Statement anläßlich der Verleihung.

Zusätzlich werden Osamu Tezuka (Astro Boy), Jill Thompson (Scary Godmother), sowie die Gründungs-Mitglieder von Milestone Media (Denys Cowan, Derek T. Dingle, Michael Davis, and the late Dwayne McDuffie) aufgenommen in die "Harvey Awards Hall of Fame".

Die offizielle Verleihung der Auszeichnungen findet im Rahmen einer virtuellen Zeremonie statt, innerhalb der New York Comic Con (und MCM Comic Con’s Metaverse); am heutigen 9. Oktober. Daran teilnehmen werden unter anderem auch Gene Luen Yang, Neil Gaiman, Jill Thompson und Damon Lindelof. 

Mehr Infos über  die "New York Comic Con" und "Metaverse" Hier.


Alle (gedruckten) Graphic Novels  sind bei uns in der Torstraße für Euch erhältlich!

Dienstag, 28. Februar 2017

Ergänzt! "MARVEL: FUTURE AVENGERS" - neue Anime- und Manga- Reihen mit den "ruhmreichen Rächern"!

...und bald wird Sailor Moon Mitglied der "A-Force"?!


Marvel kündigt die Produktion einer neuen Anime und Manga Serie an: "Marvel: Future Avengers"soll noch in diesem Jahr (zuerst ) in Japan zur Ausstrahlung kommen.

Animate Times / ANN weiss zu berichten, das diese neue Serie bereits ab dem Sommer über das Satelliten-TV-Programm "Dlife" zur Sendung kommen soll.

Diese Serie, laut Marvel gerichtet an ein "junges, männliches Publikum", zeigt den Knaben "Makoto", der Dank eines Experiments Superkräfte erhält. Ausgebildet wird er fortan gemeinsam mit anderen Kindern und Teenagern, die ebenfalls wie er Protegés der "Rächer" aka "Avengers" sind....


(dieser Grund-Plot kommt mir schon eigenartig bekannt vor: siehe hierzu auch DCs "Infinity Inc." (die damalige tagline lautete: "die Söhne, Töchter, Protegés der Justice Society") bzw. einige Versionen von DCs "Teen Titans" bzw. ganz besonders der "Young Justice" (zuerst im TV, später im Comic!); ein Weilchen später wurde ein ähnliches Konzept bei Marvel als Comic umgesetzt unter dem Titel "Young Avengers")
 
Im gemeinsamen Team anderer Kinder und ausgewählten "Avengers"- Mitgliedern lernt "Makoto" seine neugewonnenen Kräfte zu nutzen und zu kontrollieren.
 
inhaltlich ein Mix aus "Teen Titans" und "Infinity Inc.": "YOUNG JUSTICE"

Zum Team der “Future Avengers” gehören wohl unter anderem "Iron Man", "Captain America", "Hulk", "Thor"sowie die wundervolle Wasp.

Teruaki Mizuno ("Metallica Metalluca") zeichnet die Manga Adaption der TV-Serie. Ob dieser Manga dann auch (in's englische übersetzt) eine US-Ausgabe erhalten wird ist derzeit noch unbekannt. Die japanische Original-Version erscheint ab April in Shogakukan’s "Bessatsu Coro Coro Comics Special magazine".



Zuvor gab es bereits mehrere andere Versuche des Disney Konzerns seine Marvel Comic Figuren in Form von Manga und Anime (noch) populärer zu machen:  Eine Kooperation zwischen Marvel und Madhouse sowie Sony Pictures Entertainment (Japan) führte 2014 zu  "Marvel’s Avengers Confidential: Black Widow & Punisher". The Walt Disney Company (Japan) und die Toei Animation Co. produzierten 2013 eine "Avengers" Anime Serie. ...und dann gab es da noch das "Attack on Titan/ Marvel Comics" Manga-Crossover in Magazine House’s "Brutus magazine"...

Kein Wunder also, wenn einige von Marvel's regulären Comic-Heft-Serien im Innenteil inzwischen leider aussehen als wären sie ein "optischer Hybrid" aus typisch amerikanischen Super-Hero- Comic und 'nem Manga... (Gefällt nicht unbedingt jedem Superhelden- bzw. Marvel-Fan.)

"INFINITY INC.", in den 80ern die "next generation" der JSA


Freitag, 16. Januar 2015

Ergänzt: MASSIVE: Bären und Muskel-Hengste im Rausch der schwulen Sinne, präsentiert von Fantagraphics




Bei "Massive: Gay Erotic Manga and the Men Who Make It" handelt es sich um die erste Anthologie ihrer Art in englischer Sprache. Hier werden neun der einflußreichsten japanischen Comic-Künstler vorgestellt, die allesamt für eine schwule Leserschaft in Japan schreiben und zeichnen.

In "Massive" wird (nach einer Einführung durch den Eisner Award-Gewinner Chip Kidd) ein jeder der Künstler mit biographischen Anmerkungen, kurzen Interviews, Fotos, Essays, Sketchen usw. vorgestellt; zusätzlich natürlich zu einer kompletten Comic -Story des jeweiligen Künstlers.

So sind beispielsweise Jiraiya, Seizoh Ebisubashi und Kazuhide Ichikawa  international anerkannte  Künstler, die ebenso in "Massive" vorgestellt werden wie etwa Takeshi Matsu, Fumi Miyabi, Inu Yoshi, Gai Mizuki sowie der Comic Essayist Kumada Poohsuke.

...und natürlich auch  Gengoroh Tagame (dem bereits vor einigen Monaten beim Verlag Picture Box ein eigenes umfangreiches englisch-sprachiges Paperback gewidmet wurde: "The Passion of Gengoroh Tagame: Master of Gay Erotic Manga", welches in Rekordzeit aber "out of print" war und nun zu Sammlerpreisen unter Fans gehandelt wird. Da Picture Box nicht mehr im Geschäft ist haben die Kollegen von Fantagraphics nun dankenswerterweise den -eigentlich für Picture Box geplanten- MASSIVE - Band veröffentlicht).

 wie bereits bei "The Passion of Gengoroh Tagame"
 stammt auch das Publikations-Design des "Massive"-Bandes 
von Eisner Award-Gewinner Chip Kidd



...eine 30-Seiten Auswahl aus dem fetten MASSIVE - Prachtband hat der Verlag Fantagraphics Books online bereitgestellt, zu finden HIER!

Diese online - Preview enthält unter anderen auch eine Auswahl der Text- bzw. biographischen Seiten, Einzelabbildungen und Auzzüge aus den Comic-Stories (die im Buch selbstverständlich komplett zu finden sind!).

Der deutsch-französische Kultur - TV- Sender arte präsentierte derweil innerhalb seines "tracks" - Magazins den Künstler Gengoroh Tagame und sein Werk :


...muskelbepackte Bärentypen, homoerotische S/M-Orgien...

Sowohl "Massive: Gay Erotic Manga and the Men Who Make It" wie auch "The Passion of Gengoroh Tagame: Master of Gay Erotic Manga" sind sogenannte "bara", also Medien (hier Comics / Manga), die von schwulen Künstlern für ein schwules / männliches Publikum  gestaltet wurden. Nicht zu verwechseln mit den sehr populären "yaoi" (Comics/Manga mit zwar schwulen Characteren, aber gestaltet zumeist von Künstlerinnen für eine weibliche Leserschaft!).

Größter Unterschied zwischen diesen beiden Sub-Genres dürfte sein, das es in den "yaoi" Stories meist recht seifenoprig zugeht (inklusive "Blümchensex", romantische Ver(w)irrungen zwischen jungen zartbesaiteten Männern usw.) während in den "bara" -Stories "real men" (muskelbepackt oder auch fett, möglichst behaart, selbstverständlich auch Ältere!) heftigts miteinander ficken und ihre Körpersäfte austauschen...

...und hier gibt's noch eine kurze Video-Preview 
der MASSIVE Anthology:




 "Massive: Gay Erotic Manga and the Men Who Make It
ist bei uns in der Torstrasse 75 erhältlich.
"The Passion of Gengoroh Tagame: Master of Gay Erotic Manga"
ist inzwischen leider verlagsvergriffen. 

...und hier noch 'ne schöne und passende
ERGÄNZUNG:
"Die Bären sind los!"

Der offen schwule US-Pop-Sänger und Komponist  Tom Goss besingt in diesem recht lustigen Clip die "Bears" (Tipp: sein rührender Song / Video "Lover" aus 2009, zu finden HIER!). Übrigens ist der Sänger seit 2010 mit seinem Freund Mike -auch ein "Bear"-verehelicht  :)




Sonntag, 12. Januar 2014

Wir können auch MANGA! Unsere Charts 2013 aus der Torstrasse:

Uns erreichten einige Nachfragen zu einer Übersicht unserer Manga-Verkäufe im Jahr 2013, deshalb haben wir uns in der Torstrasse die Mühe gemacht, diese Titel mal separat aufzulisten - mit Ergebnissen, die uns nicht sonderlich überraschen, aber mit den üblichen Rangfolgen normaler Manga-Verkaufsstellen wohl nicht korrespondieren…

PlatzTitelVerlag
1 Naruto 61Carlsen
2 One Piece 67Carlsen
3 Gute Nacht, Punpun 1TokyoPop
4 Uzumaki 1Carlsen
5 Billy Bat 2Carlsen
6 Solanin 1TokyoPop
7 Heimliche Blicke 1Kazé
8 Servamp 1TokyoPop
9 I am a Hero 2Carlsen
10 One Piece 65Carlsen
11 One Piece 66Carlsen
12 Billy Bat 3Carlsen
13 Puppy Lovers 1Planet Manga
14 I am a Hero 3Carlsen
15 Detektiv Conan Black EditionEMA
16 Naruto 60Carlsen
17 Velvet Kiss 1Planet Manga
18 Das Feld des RegenbogensTokyoPop
19 Gute Nacht, Punpun 2TokyoPop
20 Uzumaki 2Carlsen

...UND: einer unserer all-time-Lieblingsmanga, von uns immer wieder gern empfohlen - deshalb immerhin noch auf Platz
47 Der lachende VampirReprodukt


P.S. Unsere allumfassende Bestseller-Liste des Jahres 2013 (also nicht unterteilt nach irgendwelchen Genres) findet ihr hier: Unsere TOPSELLER 2013