In seinem neusten Teufelsstreich existiert zwar keiner dieser "Ich geb weder was auf deine bescheidene Meinung noch auf deine imposante Bewaffnung"-Typen, aber er beweist, dass er diese Kraftmenschen auch nicht benötigt.
Vielmehr verteilt er den gebündelten Irrsinn auf zwölf Figuren, Mutanten versteht sich - die in ihrer Exzentrik verdammt spassig sind. Zwölf Extremisten, zwölf schräge Vögel - oder wie er sie nennt - FreakAngels.
Angesiedelt ist das erzelegante Szenario in einem postapokalyptischen London, bei dem große Teile der Stadt überflutet sind und man sich in guter alter Steampunkmanier mit dampfgetriebenen Gefährten fortbewegt. Dort haben sich die zwölf mental Hochbegabten (die indirekt den Ruin der alten Welt zu verantworten haben) als eine Art Beschützerkaste etabliert, welche den wenigen Überlebenden das Leben zu vereinfachen gedenkt.
Einer der 12 ist auch abtrünnig und nicht nur hier kommt eine gewissen christliche Konnotation zum Tragen, der Verräter, der Judas, der der die Gruppe zu zerschlagen gedenkt ... nun warten wir ab, wie Ellis seine Version der Apostelgeschichte zu Ende bringt.
Ausserdem ging Ellis das Wagnis ein, nicht mit einem der großen Namen zusammen zu arbeiten, sondern mit einem kompletten Niemand. Und wenn man sich mal den Backkatalog von ihm anschaut, kann man ermessen, dass es für ein leichtes gewesen wäre prominentere Unterstützung zu finden. Aber der Brite scheint einfach auf die gemeinsame Vision mehr Wert zu legen und so kam Paul Duffield ins Spiel.
Dieser kommt eigentlich aus der Mangaecke, was seinen Zeichnung einen gewissen Chic verleiht, den man bei den anderen Serien des alten Meisters bisher nicht entdeckte. Insbesondere seine reduzierten, fast nur skizzierten Hintergründe wissen zu gefallen. Und natürlich bot sich ein solcher entschlackter, schlanker und wendiger Zeichenstil an, bei der Prämisse einen Netzcomic zu schaffen.





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