Donnerstag, 4. August 2022

anatomischer Wunderpunk: Teleportation Inc. (und Switch me on!)

Ich habe ja ein kleines Faible für Steampunk. Und fürs Übersetzen. Und für den Film Lost in Translation. Alles gute Gründe, sich Teleportation Inc. mal etwas genauer anzusehen. Oder?

Teleportation Inc.

Lubia Thorel ist Agentin der GTC, auch Galactic Teleportation Company, universumgrößter Dienstleister für ebenjene Fortbewegungsmethode. Ab und an geht ein teleportiertes Schäfchen verloren und dann kommt Lubia ins Spiel: Sie macht sie ausfindig und übergibt die (meist delinquenten) Problembären an die Behörden. 

Ein von ihrer Firma entsandter Revisor heftet sich an ihre Fersen und über kurz oder lang werden die beiden zu einem Team. Der nächste Auftrag entpuppt sich jedoch als besonders vertrackt und die beiden hangeln sich von einer heiklen Situation zur nächsten. Wer oder was hinter dem Ganzen steckt, ist dabei lange unklar – darüber wird das Lesepublikum genauso erfreulich lange im Dunkeln gelassen wie die Hauptfiguren.

Was aber offenkundig auf der Hand liegt, ist Lubia monströse Oberweite – das Cover gibt schon einen kleinen Vorgeschmack. Dagegen war Lara Croft ein B.r.e.t.t. Aber vielleicht liegt ja auch genau darin auch Lubias Effizienz? Keine Ahnung, was die Herren der Schöpfung da zu verarbeiten hatten... 

Aber immerhin gibt es einen Ausgleich, denn auch der Revisor wurde mit einem besonderen Körperbau bedacht. Bei einer Teleportation hat er nämlich durch einen Fehler im System eine Extremität dazugewonnen. Und diese hat er noch nicht so recht ... im Griff. So hat halt jede*r deren Probleme. Obwohl Lubia bei ihren Extremitäten nicht über Kontrollverlust zu klagen hat. Muahaha und hehehe. Mehr verrate ich aber jetzt nicht. 

Grundsätzlich ist die Geschichte solide erzählt, actionreich und vielschichtig, so dass der Lesespaß nicht zu kurz kommt. Und – kleiner Bonus – bei der Nachbesprechung des Ganzen mit Cheffe hier, ist wieder ein anderes Hupengate eingefallen, über das ich letztens beim Lesen gestolpert bin. Ich hatte schon mit einem Blogeintrag dazu geliebäugelt, das dann aber doch wieder verworfen.

Also wechseln wir kurz die Szenerie und ... beamen uns ins Japan der Jetztzeit. 

Koyori, die Hauptfigur von Switch me on! scheint im bekleideten Zustand wie eine sehr durchschnittliche junge Frau. Bzw. wird wie eine solche gezeichnet:


Alles ganz normal, oder? Wenn sie jedoch mit ihrem Sandkastenfreund Hijiri im Bett landet, dann passieren auf einmal wahre Wunder:


Was ist das da links unten? Eine Aubergine? Ein mit Wasser gefüllter Ballon?? Oder gehört das zu Hijiri??? Das Phänomen dieser wundersamen Verwandlung habe ich durch den ganzen Manga hinweg beäugt, konnte dem Geheimnis aber nicht auf die Spur kommen. Ob da der Redakteur seine Hand im Spiel hatte? Pun intended.

Sachdienliche Hinweise zur Lösung des Rätsels werden gern entgegengenommen.

Oh, und (Klugscheiß-Alarm!) wer sich nach dem Lesen noch wundert, warum der Untertitel von Teleportation Inc. – Lost in Translation heißt ... im Deutschen und Englischen funktioniert leider die zweite Facette des französischen Wortspiels nicht so ganz. Da bedeutet translation nämlich nicht übersetzen (traduction), sondern Transport. Nur – ob der Untertitel Lost in Trans... portation es vermocht hätte, an den Film zu erinnern?