Mittwoch, 6. November 2013

Ab Februar: Eine muslimische "Ms. Marvel" bei Marvel

Wie die "New York Times" zu berichten weiß, wird Marvel im Februar wieder einmal "Ms. Marvel" neu-starten, diesmal unter dem erst kürzlich kreierten Label "All New Marvel NOW!".


Bei dieser Version der "Ms. Marvel" wird es sich nicht mehr um "Carol Danvers" handeln (diese blond und blauäugige Dame hatte den Titel-Namen seit etwa Ende der 70er Jahre inne;  kürzlich wurde die Figur in ihrer aktuellen Heft-Serie gar zum "Captain" befördert und ihre Serie anschließend wieder einmal eingestellt...) ; stattdessen schlüpft in der im Februar startenden "Ms.Marvel"-Serie ein muslimisches Mädchen / Teenager in das Trikot.

Diese neue Version der "Ms. Marvel" wird von der Buch- und Graphic Novel- Autorin  (Cairo, Air) G. Willow Wilson getextet werden. Das Artwork gestaltet  Adrian Alphona (Runaways). Wilson, die vor geraumer Zeit zum Islam konvertierte, erzählt der "NYT" im Interview, das ihre Heft-Serie sowohl Glaubens-Konflikte als auch familiäre Aspekte und natürlich Superhelden/Innen-Kämpfe beinhalten wird.

"I do expect some negativity, not only from people who are anti-Muslim, but people who are Muslim and might want the character portrayed in a particular light," meint die Autorin.

Die neue muslimische "Ms.Marvel" ist vorab erstmals kurz zu sehen in der finalen Ausgabe von Marvel's "Captain Marvel"- Heft-Serie (#17; ab Donnerstag im UNFUG).

Mehr weibliche Superhelden (besonders mit eigener Heft-Serie) hat das Marvel- Universe dringend nötig. Bei der Konkurrenz von DC Comics tummeln sich Heldinnen mit eigenen Heft-Serien z.T. seit Jahrzehnten (z.B. Wonder Woman,  BatWoman, Supergirl, Batgirl, Catwoman usw.), während die Damen der Marvel-Serien bisher fast ausschließlich nur in Team- Books oder aber nur in relativ kurzfristig laufenden Serien gezeigt wurden...



P.S.: ...das fiel mir soeben auf: beim Cover-Design der neuen "Ms.Marvel" #1 ließ man sich offensichtlich vom Titel- Motiv von  "Supergirl" # 1 (1996, Abb. rechts) "inspirieren" (sprich: man klaute die Cover-Komposition; das fängt ja reizend an...)

nebenbei bemerkt, war diese von Peter David getexte Reihe bis zum heutigen Tage die m.M.n. best- geschriebene und -gezeichnete "Supergirl"-Serie überhaupt!

Dienstag, 5. November 2013

DC / VERTIGO: "Fables" (und spin-off- Serien) werden beendet! Autor Bill Willingham über das Ende von FABLES

Autor (und "Fables" - Erfinder) Bill Willingham kündigte vor wenigen Tagen das Ende des inzwischen über zehn Jahre alten preisgekrönten "Fables"- Franchise an.

Lt. seiner Aussage, arbeitet er daran, die Haupt-Serie mit dem überformatigen Heft # 150 zu beenden.

"After more than ten years of publication, and hundreds of issues of "Fables", and various Fables-related works, I have decided the time has come to begin the process of bringing our sweeping story to a close. And, along the way, I’ve decided to retire from a great deal of my comics work," so Willingham auf seiner Website.

" "Fairest", our companion series, will also come to an end just before the big final "Fables" issue."

In einem Interview mit Comic-Nachrichten-Seite  Newsarama erläutert Willingham seine Ankündigung. Er und Zeichner Mark Buckingham planen wohl schon eine ganze Weile das Ende ihrer Serie(n), wollten im März nächsten Jahres auf der "Emerald City Con" eine entsprechende offizielle Verlautbarung verkünden, aber, so Willingham: "...the problem is that too many people are getting wind of the rumor. I've heard people who are not supposed to know about it ask questions about it." "And that's why we're announcing it now. That's the practical reason for when to make the announcement.”

Ein Kinofilm um die "Fables" ist nach wie vor in Planung; desweiteren planen Willingham und Buckingham andere "nicht-Fables, nicht-DC" -Projekte...

Montag, 4. November 2013

Bart Simpson verabschiedet Mrs. Krabappel

Am 26. Oktober verstarb Schauspielerin Marcia Wallace (70), die in der US- Original- Version von "The Simpsons" unser aller Lieblings-Grundschul- Lehrerin "Edna Krabappel" ihre markante Stimme lieh.

"I was tremendously saddened to learn this morning of the passing of the brilliant and gracious Marcia Wallace," so "The Simpsons"-Executive Producer Al Jean. "She was beloved by all at The Simpsons and we intend to retire her irreplaceable character."

...und so könnte / wird  sich Bart Simpson im Namen der SIMPSONS -Cast von Marcia alias "Mrs. K" im Intro der US- Episoden verabschieden:

Wir werden sie wohl alle miteinander vermissen...

Zeichner Legende Nick Cardy R.I.P.




 

Zeichner - Legende Nick Cardy verstarb vor wenigen Stunden im Alter von 93 Jahren.

Cardy, der 2005 für sein Lebenswerk geehrt wurde, in dem er in die "Will Eisner Comic Book Hall of Fame" berufen wurde, war den meisten Comic-Lesern durch sein umfangreiches Werk für  DC Comics bekannt; hier sei besonders an seine Arbeiten in den 60er und 70er Jahren an "Teen Titans" (die ersten 40+ Hefte der Serie; Interiors und Covers!) und "Aquaman" (Covers) erinnert. Deutsche Langzeit-Fans und -Sammler dürften mit seinen Arbeiten besonders durch die DC Veröffentlichungen des Ehapa Verlags in den 70ern vertraut sein ("Superman/Batman"-Heft-Reihe u.a.)...

Cardy, der im wirklichen Leben Nicolas Viscardi hieß, begann bereits gegen Ende der 30er Jahre Comics zu zeichnen, so z.B. gestaltete er gemeinsam mit Will Eisner den stets vier-seitigen Back-Up - Strip "Lady Luck", mit dem die wöchentliche Sonntags-Zeitungs-Beilage  "The Spirit Section" ausklang.

 
kleine Auswahl von Cardy geschaffener inzwischen  klassischer  DC - Cover


Am bekanntesten sind  aber Cardy's Werke aus den 60er und 70er Jahren, als er praktisch fast ausschließlich für DC Comics arbeitete. Neben den bereits erwähnten original "Teen Titans" und der ersten "Aquaman" - Heft-Serie (die Figur war bis dato "nur" ein Back-Up in "Adventure Comics") tat er sich mit einer Vielzahl von Arbeiten für viele große (und auch kleine) DC-Serien hervor, wie etwa "Justice League of America", "Detective Comics", "Bat Lash", "Superman" usw.


In der ersten Hälfte der 70er Jahre designte er einen Großteil der Covers des DC Verlags, viele von diesen gelten unter Sammlern (aber auch seinen Zeichner-Kollegen!) als Klassiker (siehe die kleine -!- Auswahl an Abb. in diesem Beitrag) und werden auch immer wieder gern als "Hommage"-Vorlage von anderen Zeichnern genutzt.



Kaum bekannt ist hierzulande, das Cardy sich ab Mitte / Ende der 70er Jahre verstärkt der Werbung zuwandte, wo er mehr Geld verdienen konnte als im Comic Book Business. So überarbeitete er z.B. Details der  Film-Plakate von Francis Ford Coppola's "Apocalypse Now" aber auch einem der ersten Werbe-Poster von George Lucas' "Star Wars" (hier verbesserte er im Motiv des Künstlers Tom Jung die Darstellungen von "Luke" & "Leia" und fügte dem Motiv die beiden Droiden "C-3PO" & "R2-D2" hinzu).


 


In den letzten Jahren gab es aber auch wieder vereinzelt Artwork von Nick in den Comics zu bewundern (so etwa in "Seduction of the Innocent", "Tellos" oder auch dem von DC Comics lange verschobenen "Teen 'Titans - The Lost Annual", dessen Story in den swingin' 60s angesiedelt ist).

...auch war Nick auf  US- Comic Book - Conventions ein immer gern gesehener Gast, der Anwesende mit seiner Freundlichkeit und seinen Anekdoten zu erfreuen wußte.


Gutinformierten Quellen zufolge erlag  Nick Cardy einem Herzversagen.  Er soll im Beisein von engen Freunden friedlich in einem Hospital eingeschlafen sein...

 

R.I.P.
Nicolas Viscardi 
 20. Oktober 1920   -  03. November 2013





Freitag, 1. November 2013

emails von JULES… heute: "Berlinoir"

"Virtuelles Licht" war einer der "Neuromancer"-Nachfolger von William Gibson, der den Wow-Cyberpunk-Effekt nicht so recht wiederholen konnte. Die Grundidee war ganz nett (eine Brille, die elektronische Informationen mit den tatsächlich zu sehenden Informationen überlagerte) - wurde aber schon recht bald von der Realität ein- und überholt.

Ich spreche hier nicht von "ambient intelligence" oder google-glasses. Ich spreche hier von Smartphones. Die auf jedem Bahnhof, in jeder Bahn, in jedem Auto in jeder Warteschlange, in jedem Büro, auf jedem Schulhof und jedem Spielplatz präsent sind. Smartphones. Ich bin zugegebenermaßen recht abhängig von meinem und der Möglichkeit j-e-d-e-r-z-e-i-t mich auszuklinken und anzuschauen, was sonst so los ist. Weltweit.

Natürlich reagiert meine Umwelt darauf nicht sonderlich positiv. Wenn sie gerade kein Smartphone hat. Bezüglich Aufmerksamkeit und sowas. Verstehe ich ja und reagiere auch darauf.

Aber was die Sache wirklich schräg macht, sind die Kontraste:
Friedliche spielende Kinder am Helmholtzplatz <-> die neuesten Nachrichten aus Syrien.
Langweiliges Meeting im Büro <-> auf einigen thailändischen Inseln sind zu 100% aller Arten ausgestorben.
Warteschlange an der Supermarktkasse <-> Grubenunglück in China.

Linke Seite - Rechte Seite.
Beides passiert gleichzeitig.
Beides scheint so vollkommen entkoppelt zu sein.

Und ja - Aktionismus sowie Tiraden über "First-World-Problems" auf der linken Seite … helfen der rechten Seite nicht wirklich.
Reinhard Kleist / Tobias O. Meißner
Berlinoir


Carlsen
Hardcover | 23x30 cm | 160 Seiten in Farbe
ISBN 9783551751089
24,90 Euro

Berlinoir von Reinhard Kleist und Tobias O. Meissner ist ein sehr, sehr düsteres Meisterwerk. Vordergründig in einer Welt angesiedelt, die dem Berlin der zwanziger Jahre sehr ähnlich sieht

(Linke Seite: Hunger, Arbeitslosigkeit, ausgebeutete graue Menschenmasse - gegen rechte Seite: ausbeuterische Vampire, mit dekadentem, zerstörerischen Lebensstil-weil-sie-es-eben-können)

passt diese Geschichte auf einer tieferen Ebene sehr gut zu diesem Gefühl des Rebellieren-wollens-aber-nicht-wissen-wie. Weil … es ja noch alles viel schlimmer kommen könnte. Muss man nur nach Spanien gucken. Oder Griechenland. Oder USA.

Der erste Teil dieser Geschichte fängt diese diffuse Stimmung des es-ist-schlimm-aber-noch-nicht-so-schlimm sehr gut ein. Der erste Teil endet mit dem verdienten Tod eines der Oberschurken.

Der zweite Teil der Geschichte geht konsequent weiter: Was passiert, wenn die graue Menschenmenge jeglichen moralischen Halt verliert - weil sie ja von Monstern regiert werden. Der zweite Teil endet damit, das einige Menschen zu noch viel schlimmeren Monstern als die herrschenden Vampire werden. Was die Vampire etwas unter Zugzwang setzt.

Der dritte Teil der Geschichte geht mit dem resultierenden Machtkampf unter den Vampiren weiter - und führt zu einer Teilung der Stadt … mit Mauer. In Nord- und Südberlin. Der dritte Teil endet … total unglaubwürdig. Also, es ist schon okay, bis auf die letzte Seite. Happy-End? Warum!!

(Aber vielleicht hoffte ich auch nur auf weitere Teile 4-99 und war darum von dem definitiven Ende nach Teil 3 schwer enttäuscht.)

Guter Stoff!
Hätte mehr sein können.
*"!§$%&!!&*''"!§ Happy-End!

Mit Grüssen noir,
JULES

Mittwoch, 30. Oktober 2013

so kuckt man heutzutage 3D !

Der kuriose 3D-Comic von Matthias Picard ist gerade bei Reprodukt erschienen - das feiern wir doch gleich mal mit einem 3D-Schaufenster in der Torstrasse:




Matthias Picard
Jim Curious - Reise in die Tiefen des Ozeans (mit 3-D-Brillen)


Reprodukt
Hardcover | 52 Seiten | 3-D-farbig | 24x33 cm,
ISBN 9783943143454
20 Euro


In seinem altertümlich anmutenden Taucheranzug schickt Jim Curious sich an, die Wunder des Meeres zu erkunden. Vorbei an Fischen aller Art geht es hinab zum unheimlichen Wrack einer spanischen Galeone. Jim Curious durchschreitet das versunkene Atlantis und taucht schließlich bis in die dunkle Welt der Tiefsee, in der es die bizarrsten Monster zu bestaunen gibt.

“Jim Curious” ist ein unvergleichlicher Tauchausflug auf Papier. Dank atemberaubender 3-D-Effekte gewinnt Matthias Picards Unterwasserwelt buchstäblich an Tiefe, Fischschwärme erwachen zum Leben, Schiffswracks locken mit geheimnisvollen Schatten…

Im Buch sind gleich zwei 3-D-Brillen enthalten sein, damit man sich das aufregende Unterwasserabenteuer gemeinsam mit Freunden oder Kindern ansehen kann.



Als kostenlose Zugabe gibt es für die ersten Käufer dieses Titels eines der beiden 3D-Plakate aus unserem Schaufenster - solange der Vorrat reicht! Und nur nach Betrachten des Schaufensters (in der Torstrasse)!


Die Qualitätspraktikantin Julia Herrele von Reprodukt hat eine kleine Anleitung zur Benutzung des 3-D-Schaufensters gezeichnet:



…und hier ein kleiner (zweidimensionaler!) Eindruck des Spektakels:

Dienstag, 29. Oktober 2013

Neuauflage von "Fieber in Urbicand" - mit limitiertem & signiertem Druck!

Gestern eingetroffen: Fieber in Urbicand von François Schuiten & Benoît Peeters - die Neuauflage des ehemaligen Feest-Verlag-Titels "Das Fieber des Stadtplaners", die um den 18-seitigen Anhang "Das Rätsel von Urbicand" ergänzt wurde und in der regulären Ausgabe 24,80 Euro kostet.
Ein unerklärliches Phänomen überzieht die Stadt Urbicand: Auf dem Schreibtisch von Star-Urbatekt Eugen Robick landet ein Würfel, der bei einer Ausgrabung entdeckt wurde. Nicht nur, dass dieser Würfel aus einem unbekannten und unzerstörbaren Material besteht, er dehnt sich außerdem aus, lässt an seinen Ecken weitere Würfel entstehen und bildet ein stetig wachsendes Netz, das sogar feste Materie durchdringt.

Die Bevölkerung steht Kopf, die Reaktionen schwanken zwischen religiöser Euphorie, wissenschaftlicher Skepsis und militärischer Gewalt. Der kühle Planer Robick macht im Zuge der allgemeinen Umwälzungen die Bekanntschaft seiner Nachbarin Sophie, die ein Freudenhaus betreibt und nun an den Knotenpunkten des Netzes so genannte Begegnungsstätten errichtet.

Und die Streben des Gitters dehnen sich unaufhörlich aus, das Leben im Netz verliert langsam aber sicher seine Grundlage...

Außerdem sind einige Exemplare der auf 99 Stück limitierten Vorzugsausgabe vorrätig, die nur im Comicfachhandel erhältlich ist und der dieser signierte Druck beiliegt:






François Schuiten, Benoît Peeters
Fieber in Urbicand


Schreiber & Leser
Softcover | 112 Seiten | 30x24 cm

24,80 Euro (normale Ausgabe)
39,80 Euro (limitierte Vorzugsausgabe)

Bei Interesse bitte schnell melden, da die limitierte Version wahrscheinlich wieder schnell ausverkauft sein wird!